Vor wenigen Tagen hat das Kinderhaus „Abenteuerland„ in Bingen den Eltern die Nutzung von Smartphones in der Einrichtung verboten. Allzu oft würden Eltern ihre Sprösslinge beim Spielen mit anderen Kindern fotografieren und filmen, und dann Bilder und Videos in sozialen Netzwerken posten.

Ausnahmen vom Handyverbot sind offizielle Veranstaltungen, bei dem Eltern dann ihre Kinder fotografieren können. Ein weiterer Grund für das Verbot ist, dass sich Kinder beschweren, weil ihre Eltern dem Handy mehr Aufmerksamkeit schenken als ihnen. Pädagogikexperten verweisen auf Studien, wonach das Handy die Eltern-Kind-Beziehung stört, wenn die Aufmerksamkeit der Erwachsenen quasi ausschließlich der Technik gilt.

Eltern fotografieren nicht

Für Heike Heilig, Leiterin des evangelischen Tagheims, ist ein solches Verbot kein Thema, weil dort kein Elternteil sich mehr mit dem Smartphone als mit dem eigenen Kind beschäftigt. „So sind unsere Eltern nicht“, bricht sie eine Lanze für die Fürsorge der Mütter und Väter. Im Eventualfall würde sie den Erwachsenen sofort ansprechen, kündigt die Leiterin an.

Dass Eltern den Wunsch haben, ihre Kinder beispielsweise bei besonderen Gelegenheiten auch zu fotografieren, versteht die Erzieherin, wobei man durchaus praktische Lösungen finden kann. Bei offiziellen Anlässen des Tagheims hat sich ein Vater bereit erklärt, quasi für alle zu filmen und zu fotografieren, und später stellt er jeder Familie eine CD zur Verfügung.

Heike Heilig.
Heike Heilig, Leiterin des evangelischen Tagheims. | Bild: Johanson, Kirsten

Hinweis an der Eingangstür

In den städtischen Kindergärten gilt seit Jahren ein offizielles Handyverbot, bestätigt Hauptamtsleiter Simon Klaiber, dass entsprechende Hinweise an den Eingangstüren angebracht sind. „Das funktioniert gut“, erklärt der Verwaltungsmann, dass das Thema Datenschutz im Kindergarten besonders sensibel sei. Ein Grund für das Verbot war, dass Eltern neben ihrem eigenen Kind auch andere Kinder fotografierten, und diese Fotos in sozialen Netzwerken auftauchten.

Apps für Einrichtungen

Für den Kindergartenbetrieb kann das Smartphone durchaus nützlich sein. So gibt es von kommerziellen Anbietern mittlerweile Kita-Info-App‘s, die Eltern auf ihr Smartphone laden können. Damit kann die Einrichtung mit Eltern und umgekehrt kommunizieren, auch per Mail, wobei der Träger einen Monatsbeitrag zahlen muss, dessen Höhe sich am Umfang der App-Dienstleistung bemisst.

Kindergärten können damit Informationen beispielsweise über Schließtage oder Veranstaltungen verschicken, und sogar gezielt für einzelne Kiga-Gruppen. Man kann auch Rückantworten einfordern, beispielsweise ob Eltern an einer Veranstaltung teilnehmen und der besondere Vorteil ist, dass Eltern rund um die Uhr ihre Kinder entschuldigen oder vom Mittagessen abmelden können.