Nach dem viertägigen Prozess war ein Beschuldigter vom Landgericht Hechingen vom Vorwurf der Brandstiftung freigesprochen worden. Nachdem Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf eine Berufung verzichtet haben, ist das Urteil jetzt rechtskräftig, informiert das Landgericht in einer Pressemitteilung.

Gesamtschaden betrug 4,6 Millionen Euro

Dem 42-jährigen, gebürtigen Friedrichshafener war unter anderem zur Last gelegt worden, am 23. Januar 2020 in Krauchenwies mehrere Paletten mit Plastikhalbschalen, die der Herstellung von Globen dienen hätten sollen, in Brand gesetzt zu haben. In der Nacht waren die Lagerhalle und eine weitere Halle mit eingelagerten Materialien eines Malermeisterbetriebs und dort abgestellten Oldtimern in Vollbrand geraten und vollständig zerstört worden. Der Gesamtschaden betrug etwa 4,6 Millionen Euro.

Ein Paar Plastikschuhe als entscheidendes Beweismittel

Nach einer aufwendigen viertägigen Hauptverhandlung mit 25 Zeugen, drei Sachverständigen, der Auswertung von Telefongesprächen und Videoaufnahmen sowie der Heranziehung von Vorstrafenakten konnte unter Berücksichtigung des Zweifelsgrundsatzes („in dubio pro reo“) eine Verurteilung nicht erfolgen. Die Beweisaufnahme brachte hervor, dass ein ganz wesentliches Beweismittel der Anklage den Angeklagten nicht belastete.

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Ein Gutachter für Brandursachenforschung hatte in der Sitzung aufgrund der Vernehmung eines erstmals in der Hauptverhandlung vernommenen Zeugen festgestellt, dass die thermischen Veränderungen an einem Paar sichergestellter Plastikschuhe des Angeklagten nicht zwingend auf dessen Anwesenheit am Tatort schließen ließen, sondern von einer Grillstelle an den Zielfinger Seen stammen könnten.

Kein objektiver Beweis für Anwesenheit am Brandort

Die in der Tatnacht an den Schuhen erhobenen Plastikantragungen seien, so der Sachverständige, in die Schuhsohlen eingetreten worden, als diese bereits erkaltet gewesen seien. Damit war in Ermangelung weiterer objektiver Umstände der Nachweis einer Anwesenheit des Angeklagten am Tatort bei Brandausbruch objektiv nicht zu führen. Zudem war am Ende der Hauptverhandlung bekannt geworden, dass in Tatortnähe neben dem dort wohnhaften Angeklagten im Tatzeitraum weitere Personen gemeldet gewesen waren. Auch dieser Umstand erschütterte den bei Anklageerhebung gegen den Beschuldigten gehegten Verdacht.