Der ehemalige Profiläufer, der 1992 bei Olympia in Barcelona auf der 5000-Meter-Strecke gewann, ist mittlerweile als Komiker und Kabarettist unterwegs. Bei seiner aktuellen Tour stellt er sein viertes Soloprogramm vor: „Dieter Baumann, läuft halt. (Weil singen kann er nicht)“, lautet der Titel. Am Wochenende gastierte er damit im Gasthof Hirsch.

Dieter Baumann läuft und läuft. In seiner Bühnenshow legt der Läufer und Komödiant einige Kilometer auf einem Laufband zurück.
Dieter Baumann läuft und läuft. In seiner Bühnenshow legt der Läufer und Komödiant einige Kilometer auf einem Laufband zurück. | Bild: Christl Eberlein

Dabei zeigte sich: Selbst dann, wenn er mitten in einem Auftritt ist, kann der Läufer Baumann nicht stillstehen. Das Laufen gehört bei ihm einfach dazu. Deshalb läuft er, während er seine Geschichten erzählt, eben auf einem Laufband. Gut zwei Stunden lang. Allein diese Ausdauer sorgte für Staunen im Publikum: Laufen und dabei reden, das muss man dem Baumann erst einmal nachmachen.

Höhen und Tiefen seiner Karriere

Und das, was er auf der Bühne erzählt, ist mitten aus seinem bewegten Leben gegriffen. Es geht um eigene Erfahrungen, um Erfolge und Höhen seiner läuferischen Karriere, aber auch um die Tiefen. Alles ist gut verpackt in die Rahmenhandlung des bekannten 100-Kilometer-Laufes von Biel (Schweiz), der als größter seiner Art weltweit gilt und bei dem Baumann 2011 an den Start ging. Dieser Lauf wird auf der Bühne zum Lauf seines Lebens.

Von Olympiasieg bis Dopingaffäre

Bereits in jungen Jahren ließen die sportlichen Erfolge nicht lange auf sich warten. Sein größter Triumph, der Olympiasieg in Barcelona, schwebt bis heute über allem, erzählte Baumann. Aber es gab auch Durststrecken, lästige Begleiter, die Dopingaffäre und schließlich der Ausstieg aus dem Wettkampfbetrieb. Aber die 100 Kilometer, die hat Dieter Baumann voll gemacht, 2011 in Biel sowie symbolisch auf der Bühne. Und das zusätzlich mit jeder Menge Humor und Unterhaltungswert für das Publikum.

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Wohin mit der Medaille?

Sogar eine Art Gesang gab der Bühnenkünstler zum Besten, der bereits im Titel seines Programms deutlich macht, dass er nicht singen kann. Begleitet von ein paar selbst gespielten Akkorden auf dem Keyboard geht es in seinem Sprechgesang um die Olympiamedaille. Die sei Segen und Fluch zugleich, denn einmal gewonnen sei sie eben da. Aber wohin damit?

Rückschläge auch als Teil des Puzzles seines Lebens

Wohin damit, das habe er sich auch in Bezug auf die Ereignisse von 1999 gefragt, als einer seiner Dopingtests positiv ausfiel und in den Medien von der „Zahnpasta-Affäre“ die Rede war. Heute wisse er, das alles sei ein Teil des Puzzles seines Lebens und gehöre in den Rahmen hinein, um ein Ganzes zu ergeben – eine der Botschaften, die Baumann seinen Zuschauern mit dem Programm vermitteln möchte.

Drei Fragen an Dieter Baumann

Aber weil er eben durch und durch Läufer ist, ist und bleibt der Rahmen seiner Bühnenshow das Laufen. Über verschiedene Läufe und Läufer, Laufstile, Laufgurus, Laufbücher und Abläufe eines Wettkampfs weiß Baumann auf eine Weise in seiner – wie er selbst sagt – „Theaterschau“ zu berichten, sodass es dem Publikum auf keinem Streckenabschnitt langweilig wird.

Publikum spendet lang anhaltenden Applaus

Immer wieder brachte er die Zuschauer in Hausen zum Lachen. Lang anhaltender Applaus beendete den Abend im Hirschsaal, der gezeigt hat: Man muss kein Sportler sein, um dem Laufen etwas abzugewinnen.

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