Probleme mit der Besetzung der Ämter der Bezirksvorsitzenden hat der Blasmusikverband Sigmaringen, die bei der Jahresversammlung in der Keltenhalle in Vilsingen zutage traten. Der Bezirk III bleibt unbesetzt, da Josef Kugler kurzfristig „aus persönlichen Gründen“ zurücktrat und dies dem Vorsitzenden Egon Wohlhüter schriftlich mitgeteilt hatte. Egon Braun vom Bezirk IV nahm von einer Wiederwahl Abstand. Auch hierfür wurde kein Nachfolger gefunden.

Der Verbandsvorsitzende Egon Wohlhüter zeigte sich darüber nicht erfreut, wie er der Versammlung kundtat. Bei Ehrungen in Musikvereinen in diesen Bezirken könne deshalb in der Regel kein Vertreter des Verbandes mehr anwesend sein. "Es ist für uns keine gute Situation“, wie er bedauernd feststellte. Als stellvertretender Verbandsvorsitzender wurde Stefan Blender in seinem Ehrenamt bestätigt, wie auch Helmut Barth als Bezirksvorsitzender des Bezirks I und Rudolf Hüglin für den Bezirk II. Der Blasmusikverband Sigmaringen betreut 67 Vereine mit knapp 5000 Aktiven.

Voraussetzungen sind zu erfüllen

Egon Wohlhüter sagte in seinem Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr, dass sich der Verband über jedes Fest, das die Vereine ausrichteten, freuen würde, doch nicht jedes Garten- oder Heckenfest sollte als Bezirksmusikfest betitelt werden. Denn für solche Feste gebe es bestimmte Voraussetzungen seitens des Verbandes, die erfüllt werden müssten.

Lob für Musikverein Hohentengen

Lobend erwähnt wurde das Engagement des Musikvereins Hohentengen für das bevorstehende Kreismusikfest, das von 17. bis 20. Mai stattfinden wird. Es ist verbunden mit den Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Musikvereins. Das umfangreiche Festprogramm stellte der Vorsitzende des Hohentengener Musikvereins, Roland Längle, der Versammlung vor. 2020 wird die Stadtkapelle Scheer das Kreismusikfest ausrichten.

Von den Einnahmen bleibt nicht viel übrig

Stefan Kille informierte über die Bläserjugend. Das Sommerlager in Ortenberg sei von 44 Jugendlichen besucht worden, danach absolvierten 29 die D1-Prüfungen und 15 die D2-Prüfungen. Das Kreisjugendverbandsorchester unter der Leitung von Thomas Stöhr hat zurzeit 65 Mitglieder aus 27 Vereinen. Von den mehr als 175 000 Euro an Einnahmen, so Verbandskassier Ernst Wickert, bleiben dem Verband gerade noch knapp 5000 Euro an Guthaben. Der Schatzmeister des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg, Walter Schiele, gab einen Einblick in das Blasmusikakademie-Projekt in der Stadt Plochingen. Allen Amateurmusikern und auch Chorverbänden werde das dortige Musikzentrum Baden-Württemberg zur Verfügung stehen. Mit den Arbeiten wurde im Februar begonnen. Bis Mitte 2021 soll es fertig sein.

Ehrung für Birkler und Weizenegger

Eine für alle Musiker wichtige Ehrung stand für den früheren Vorsitzenden des Blasmusikverbandes Sigmaringen, Manfred Birkler aus Friedberg, an. Er erhielt unter großem Beifall, die Ehrenmedaille in Gold mit Diamant und Ehrenbrief überreicht. Seine Verdienste und sein Engagement für die Blasmusik würden als fast unerreichbar gelten, wie Egon Wohlhüter in seiner Laudatio sagte. Die Ehrenmedaille in Silber des Verbandes erhielt Markus Weizenegger überreicht.

Anerkennung von politischen Vertretern

Landrätin Stefanie Bürkle erklärte, dass die Musikvereine im Kreis Sigmaringen einen hohen Stellenwert hätten. Mit Musik finde man immer Freunde, sie sei ein wertvolles Gut, sagte die Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden (Grüne). Der Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU) meinte, dass Musik ein wichtiger Schatz sei, den die Menschen brauchen.