Der kleine Saal im Vilsinger Rathaus konnte die vielen Teilnehmer und Besucher zur Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag kaum fassen. Beim Tagesordnungspunkt Hängebrücke über die Donau mussten sich die Referenten vom Planungsbüro Planstatt Senner und Breinlinger Ingenieure erst den Weg durch den übervollen Raum nach vorne bahnen. Dafür hatten sie Spektakuläres zu berichten: Für die geplante Hängebrücke im Fürstlichen Park Inzigkofen, die die beiden durch die Donau getrennten Parkteile wieder vereinigen soll, liegt inzwischen die Genehmigung vor.

"Das ist wirklich eine Sensation", betonte Tim Kaysers von Planstatt Senner. In seinem Vortrag verwies er auch auf die lange Vorgeschichte der Planung, die bis ins Jahr 2011 zurückreicht. Bürgermeister Bernd Gombold veranschaulichte den Räten und Besuchern durch Hochhalten der dicken Antragsakte, welche Bedeutung dieser Genehmigung auch unter arten- und naturschutzrechtlichen Aspekten zukomme.

Aber nicht nur die Genehmigung für die spektakuläre Hängebrücke, vom Ingenieurbüro Breinlinger als "Erlebnisbrücke" charakterisiert, liegt vor. Gumbold konnte des Weiteren berichten, dass auch die beantragten Zuschüsse inzwischen zugesagt seien. Spielentscheidend war dabei vor allem die Förderung von Leader, der seit 1991 bestehenden Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union zur Entwicklung ausgesuchter ländlicher Regionen.

Der Leader-Zuschuss für die Hängebrücke im Hohenzollern-Park Inzigkofen beträgt 207 500 Euro. Die Baukosten nur für diese Brückenkonstruktion werden von den Planern mit rund 294 500 Euro angegeben. Die Hängebrücke soll als "Spinnennetz" konstruiert werden, das sich bei der Begehung verformt, was den Erlebnischarakter der Brücke ausmachen soll.

Wie schon seit geraumer Zeit absehbar, wird es nicht bei der einen Brücke bleiben. Denn für die Querung der Bahnlinie ist eine neue Fußgängerbrücke erforderlich und von der Deutschen Bahn zur Bedingung gemacht. Die erfordert weitere Kosten in Höhe von über 100 000 Euro, wobei Planung und Bau nach den detaillierten Vorgaben der Bahn erfolgen. Die Genehmigung für diese Fußgängerbrücke liegt noch nicht vor.

Beide Brücken müssen dann von der Gemeinde unterhalten werden. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 570 000 Euro. Den Vortrag über die nur grob geschätzten und im kleineren vierstelligen Bereich angegebenen Kosten für regelmäßige TÜV-Prüfungen der Brücken ergänzte Gemeinderat Klaus Hipp mit dem Hinweis: "Ich hoffe, Herr Balle hat diese Kostenangaben ganz genau ins Protokoll aufgenommen." Gemeinderätin Petra Keller wies auf die zu erwartenden Liebesschlösser hin, die rechtzeitig entfernt werden müssten. Bürgermeister Bernd Gumbold legte den Räten das Gesamtpaket zur Entscheidung mit dem Hinweis vor: "Das wird ein Highlight-Projekt der gesamten Region." Der Gemeinderat fasste den Baubeschluss sowie die Beauftragung zur Ausschreibung einstimmig ohne Enthaltungen. Ausschreibung und Vergabe sollen bis Mitte oder Ende Dezember 2016 abgeschlossen sein. Der Baubeginn ist für Anfang 2017 geplant.

 

Kosten und Zuschüsse

  • Gesamtkosten für Hängebrücke und Fußgängersteg einschließlich Nebenkosten: 570 000 Euro.
  • Folgende Zuschusszusagen liegen vor: Zuschuss Leader: 207 500 Euro, Zuschuss Ausgleichstock des Landes: 130 000 Euro, Zuschuss Naturpark Obere Donau: 30 000 Euro, Zuschuss Kreis Sigmaringen: 28 000 Euro. Die Zuschüsse liegen insgesamt bei 470 000 Euro.
  • Der Eigenanteil der Gemeinde Inzigkofen an dem Bauprojekt beträgt circa 100 000 Euro, was etwa 17,5 Prozent der kompletten Baukosten entspricht. (bur)