Seinen 75. Geburtstag hätte Robert „Tewie“ Steward am Freitag gefeiert. Doch obwohl der Künstler nicht mehr dabei sein konnte – er verstarb im Frühjahr 2019 – wurde er in der Kunsthalle Kleinschönach gefeiert. Mit einer Ausstellung von Kunstwerken quer durch sein Gesamtwerk, gedachten die Anwesenden dem Künstler und Menschen Robert Steward. Viele waren gekommen, um ein letztes Mal durch die Atelierräume und die Kunst von „Tewie“ zu wandeln, denn zum Ende des Jahres soll der Ort seines Schaffens geräumt und Platz geschaffen werden für Neues. Zahlreiche seiner Werke wechselten daher bereits am Freitagabend den Besitzer.

Hansjörg Straub begleitete den Künstler Robert Steward viele Jahre als Freund. Er fand die passenden Worte zur Eröffnung der Ausstellung „Wooden Ships“ in der Kunsthalle Kleinschönach.
Hansjörg Straub begleitete den Künstler Robert Steward viele Jahre als Freund. Er fand die passenden Worte zur Eröffnung der Ausstellung „Wooden Ships“ in der Kunsthalle Kleinschönach. | Bild: Christl Eberlein

Im Zentrum der Ausstellung, die den Titel „Wooden Ships“ trägt, steht eine Serie von Holzschiffen, denen sich Robert Steward zuletzt gewidmet hat. Im Focus dessen, was Freunde und Bekannte über den Künstler sagten, standen die Person und der Charakter „Tewies“. Hansjörg Straub ist ein solcher Freund, einer der Ältesten von „Tewie“. Er sprach bei der Vernissage die einleitenden Worte. Am 29. November 1944 in San Francisco geboren, habe es Robert LaVerne Steward in den 70-er Jahren nach Deutschland verschlagen. „Ich habe ihn als Musiker kennengelernt“, berichtete Hansjörg Straub. „Ich kann mich noch sehr genau an unsere erste Begegnung in Freiburg erinnern.“ Straub wohnte damals in einer Wohngemeinschaft, als dort am 1. Mai 1976 ein kalifornischer Musiker einzog. „Er war mit einer jungen Frau verabredet, die bei uns wohnte“, erinnerte sich der damalige Mitbewohner. „Tewie“ habe neben seinen Erfahrungen aus der Welt nur leichtes Gepäck dabei gehabt, um einen Neustart zu machen: einen Rucksack und seine Gitarre. Die Zelte in San Francisco hatte er abgebrochen, war durch Asien, Südamerika und einige südliche Länder Europas gereist. Er habe die Welt mit an den Küchentisch der Freiburger WG gebracht und den Horizont von Hansjörg Straub und den anderen Bewohnern damit um ein Vielfaches erweitert.

1981 in Kleinschönach niedergelassen

In den kommenden Jahren habe „Tewie“ Deutschland zunächst als Musiker erobert, bis er sich 1981 schließlich in Kleinschönach nieder ließ. „Hier fühlte er sich zu Hause“, betonte Straub. Ab dem Jahr 2000 war der Mittelpunkt seines Lebens und Schaffens die Kunsthalle Kleinschönach.
Einen eigenen Kosmos in den drei Kunstgattungen Radierung, Malerei und Objekte habe Robert Steward in all der Zeit geschaffen, beschreibt Claudia Schlürmann das künstlerische Werk ihres Kollegen und Freundes „Tewie“. „Roberts überaus kraftvoller und freudiger Schaffensstrom, der sich immer wieder neu gebildet hat, ist an ein Ende gekommen“, sagte Schlürmann. Nun stelle sich die Frage, wie sich das Werk eines Künstlers nach dessen Tode verändere. Der Blick vom Ende aus bringe vielleicht mehr Klarheit über das, was Bestand habe und lasse das herauszulesen, was individuell und überpersönlich sei. Diesen Blick warfen die Gäste der Ausstellungseröffnung nach den Worten der Redner auf die ausgestellten Werke und blieben teilweise mit ihren Gedanken und Erinnerungen an den Arbeiten hängen, die sie mit dem Künstler am stärksten in Verbindung brachten.