Saint-Louis (alb) Der Euroairport (EAP) rüstet nach, und zwar in Sachen Parkplätze. Ab sofort stehen im französischen Sektor 700 weitere Stellplätze (F7) bereit; da diese rund zwei Kilometer vom Terminal entfernt sind, werden sie per Shuttlebus angebunden. Eine weitere Ausweichfläche entstand bereits im Schweizer Sektor.

Ein Quantensprung steht schließlich Mitte 2017 auf der Agenda: Dann geht das auf französischer Seite entstehende Parkdeck mit 2500 Stellplätzen in Betrieb. In alle Vorhaben, die auch ein Vorgriff sind auf die bis 2022 erhoffte Bahnanbindung, investiert der EAP fast 30 Millionen Euro. Künftig hält der Flughafen laut Pressesprecherin Vivienne Gaskell rund 9000 Parkplätze vor; etwa 4900 davon liegen im französischen Sektor, rund 4100 auf der Schweizer Seite. Zuletzt gab es immer wieder Engpässe, was auch das steigende Fluggastaufkommen spiegelt; vor allem in Ferienzeiten war und ist es mitunter schwierig, überhaupt noch Parkplätze zu finden. Verschärft wurde diese mitunter ohnehin angespannte Lage zuletzt durch den Bau des neuen fünfgeschossigen Parkdecks im französischen Sektor.

Darüber fällt vorübergehend eine Fläche mit 700 Parkplätzen weg. Diese kompensiert nun zunächst die neue per Kreisel ans Straßennetz angebundene Park-and-ride-Anlage, und zwar zu vergleichsweise günstigen Konditionen: So ist nicht nur der im 15-Minuten Takt verkehrende Shuttlebus kostenlos, vielmehr sind die Tarife auf der neuen Zone F 7 auch rund 15 Prozent unter der bisher günstigsten in der Fernzone, also den Flächen F 5 und F 6 im französischen Sektor beziehungsweise S3 und S4 im Schweizer Sektor.

Fast parallel mit dieser neuen Kapazitätsreserve auf französischer Seite, also im EU-Raum, hat der EAP auch im südlichen Bereich des Schweizer Sektors etwa auf der Höhe des neuen Cargoterminals eine zweite Park-and-ride-Zone geschaffen. Hier stehen sogar bis zu 900 Stellplätze sowie zusätzliche Bus- und Lkw-Stellplätze bereit. Diese Fläche werde indes nur bei Bedarf aktiviert, schildert Gaskell. Insgesamt bewirtschafte der EAP die auch kommerziell als Ergänzung zum aeronautischen Betrieb „wichtigen“ Parkplätze in einem „modularen System“, wie es die Pressesprecherin nennt, das heißt mit fließenden Grenzen. Wenn die Nachfrage auf französische Seite höher sei als das Angebot, könne diese – vorausgesetzt es gebe Kapazitäten – intern verschoben in den Schweizer Sektor, ohne dass darüber automatisch die dort höheren Gebühren anfielen.

Mittelfristig aber strebe der EAP gleichwohl einen gewissen Ausgleich an, der das zum Teil deutliche, vereinzelt mehr als 25 Prozent betragende Preisgefälle zwischen der teureren Schweizer und der französischen Seite etwas einebnet; so sei geplant einzelne Tarife im französischen Sektor in den nächsten Jahren um 15 Prozent zu erhöhen, sagt Gaskell. Eine weitere fundamentale Verbesserung bringt das derzeit nördlich des Terminals für 24 Millionen Euro entstehende fünfgeschossige Parkdeck. Wenn dieses Mitte 2017 verfügbar ist, stehen weitere 2500 Parkplätze bereit – indes auch das nur vorübergehend in vollem Unfang als Erweiterung.

Denn mit der Bahnanbindung, die in einem sechs Kilometer langen Schwenk von der Strecke zwischen Basel und Mulhouse abzweigen soll, und zwar zunächst nur für Regionalzüge und S-Bahnen – die Fernzüge bleiben auf der aktuellen Strecke – werden heute im Vorfeld des Terminals angesiedelte Parkplätze entfallen. Insofern sei das Parkdeck auch ein Vorgriff und erstes Zeichen in puncto der Bahnanbindung, betont Vivienne Gaskell. Und möglicherweise bleibt es nicht das Einzige. Denn auch im Schweizer Sektor gibt es Parkhauspläne; indes sei da noch nichts spruchreif.