Uwe Baumann, Vorsitzender SG Dettingen-Dingelsdorf (Landesliga)

Uwe Baumann.
Uwe Baumann. | Bild: Verein

„Im Moment habe ich Bedenken, ob wir die Saison überhaupt starten können. Nähere Aussagen werden wir wahrscheinlich erst Anfang Oktober treffen können, wenn alle Urlauber wieder zurück sind. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Runde reibungslos über die Bühne gehen wird. Bei uns ist der Fußball Freizeitsport, und das ist einer der Bereiche, die man einschränken kann, und das ist auch okay.

Im Moment sind die Hygienevorschriften umsetzbar, es haben sich am Samstag bei unserem Pokalspiel auch alle daran gehalten. Ob wir diesen Mehraufwand an Helfern, die zur Umsetzung nötig sind, ein ganzes Jahr durchhalten können, ist dagegen fraglich. Wir haben ja nicht nur eine Mannschaft, das geht runter bis zu den jüngsten Jugendteams. Das sind die Regeln, an die wir uns im Moment eben halten müssen.

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Unabhängig davon würde ich mir wünschen, dass der Verband die Vereine mit ins Boot holt und out of the box denkt, wie man so schön sagt. Es könnte ja durchaus sein, dass wir erst im November starten können, oder im März, oder wir fangen an und müssen nach 14 Tagen wieder abbrechen. Warum kann man eine Saison nicht anders durchführen? Vielleicht nur ein Spiel und dann Playoffs? Oder im Turniermodus? Diese proaktiven Diskussionen haben mir vor dem Abbruch der Saison 2019/20 gefehlt und sie fehlen mir auch jetzt.“

Marc Kuczkowski, Torjäger und Co-Trainer FC Überlingen (Landesliga)

Mark Kuczkowski.
Mark Kuczkowski. | Bild: FC Überlingen

„Der Fußball hat uns allen gefehlt, auch im Amateurbereich, daher wünsche ich es mir natürlich, ich gehe aber nicht davon aus, dass die Saison normal ablaufen wird. Zumindest nicht im Herbst oder Winter, wenn die Urlaubsrückkehrer das Infektionsrisiko eventuell wieder ansteigen lassen. Wir hatten ja auch schon ein paar Fälle unter Fußballern in der Region. Wenn es eine Erkrankung in einem Team gibt, dann ist womöglich die ganze Mannschaft für zwei Wochen außer Gefecht und muss Nachholspiele bestreiten.

Ich finde es gut, dass man es versucht, aber es wird schwierig, einen geregelten Spielbetrieb zu haben. Vielleicht täusche ich mich auch, das würde mich freuen. Unser Verein hat das Hygienekonzept zuletzt im Pokal trotz aller Schwierigkeiten mit großem Aufwand sehr gut umgesetzt. Es war eine ungewohnte Situation, alles war abgesperrt, als wäre es ein großes Spiel. Unser Leben sollte schon wieder so normal wie möglich sein, ob im Beruf, dem Privaten oder beim Hobby – aber letztlich steht die Gesundheit über allem.“

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Patrick Hagg, Trainer TSV Aach-Linz (Bezirksliga)

Patrick Hagg.
Patrick Hagg. | Bild: Mirjam Schultheiß

„Ich glaube nicht, dass die Saison ganz reibungslos verlaufen wird. Die aktuelle Situation stellt uns alle vor Herausforderungen. Ich befürchte aber auch nicht, dass uns alles erneut um die Ohren fliegen wird. Interessant wird es, wenn die Urlauber zurückkommen. Wir im Verein sind sehr diszipliniert und setzen alle Hygieneregeln gut um. Wir tragen Mund-Nasen-Masken in der Kabine und halten Abstand beim Duschen. Wir haben extra einige Testspiele zu Hause ausgetragen, um uns auch auf die neuen Hygienevorschriften vorbereiten zu können.

Allgemein geht die Gesellschaft aber immer lockerer damit um, das sieht man bei den Demos oder an Badeseen. Ich persönlich bin ganz vorsichtig, schotte mich auch ein bisschen ab und gehe nicht in Restaurants. Ich mache mir aber nicht so viele Gedanken über was wäre wenn und lasse es eher auf mich zukommen. Ich versuche, das zu beeinflussen, was ich kann: An alle appellieren, sich an die Regeln zu halten. Was die Gesellschaft dann macht, liegt nicht in meiner Hand.“

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Adnan Sijaric, Trainer SC Pfullendorf (Verbandsliga)

Adnan Sijaric.
Adnan Sijaric. | Bild: privat

„Wir freuen uns tierisch, dass es wieder losgeht. Es macht einfach Spaß, unter Wettkampfbedingungen zu spielen. Die ganze Corona-Geschichte ist aber trotzdem noch lange nicht aus der Welt. Das haben wir ja kürzlich erst selber erfahren, als es einen positiven Test bei unserem Gegner Villingen gab. Angst hatten wir zwar nicht, bis unsere eigenen Tests negativ waren, aber man muss schon mal überlegen und denkt auch gleich an seine Familie.

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Allgemein gilt: Je mehr man sich an die Regeln hält, und wir Fußballer uns an die Hygienekonzepte, desto weniger kann passieren. Wir tun jedenfalls alles, um unseren Sport nicht zu gefährden. Wir wollen kicken, deshalb verbringen wir ja auch so viel Zeit auf dem Fußballplatz.

Ich hoffe, dass wir ohne Probleme durchkommen, aber man steckt nicht drin. Das wird eine spannende Geschichte. Es liegt an den Leuten. Je gewissenhafter sie handeln, desto ungefährdeter wird auch die Saison. Bei uns steht auf jeden Fall die Freude im Vordergrund.“

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