In den Sommermonaten sind viele auf Tour, doch nun, im Winter, stehen Wohnmobile, Wohnwagen und andere Campingfahrzeuge am Straßenrand – und werden zusehends zum Ärgernis. Anwohner beschweren sich, dass die großen Fahrzeuge gleich mehrere Parkplätze blockieren, anderen versperren sie den Blick aus dem Fenster, Autofahrern nehmen sie beim Abbiegen die Sicht. Die Stadtverwaltung kennt das Problem, schätzt es aber als nicht gravierend ein – und prüft daher auch nicht, ob andere Parkregelungen eine Lösung sein könnten.

Die Botschaft, die jemand beim Lorettokrankenhaus im Stadtteil Wiehre mit Zetteln von außen auf ein Wohnmobil geklebt hat, ist ironisch formuliert, aber eindeutig: Dem Zettelschreiber stinkt es ganz offensichtlich gewaltig, dass das große Fahrzeug dauerhaft am Straßenrand zwei der sowieso knappen Parkplätze besetzt. Auch in der Andlawstraße in der Oberwiehre seien die Anwohner von dauergeparkten Campingfahrzeugen inzwischen so genervt, berichtet Hans Lehmann vom Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee, „dass die Selbstjustiz zugeschlagen hat“. Er habe gehört, dass die Räder von Wohnwagen blockiert worden seien, um zu verhindern, dass die Besitzer sie alle 14 Tage ein Stück vor und zurück bewegen. Denn: An einer Stelle dürfen Anhänger ohne Zugfahrzeug im öffentlichen Straßenraum maximal zwei Wochen lang stehen. Wohnmobile indes können überall dort parken, wo es nicht ausdrücklich verboten ist.

„Dauerparker sind ein Dauerbrenner“, sagt Justus Kampp vom Vorstandsteam des Bürgervereins Mittel- und Unterwiehre. Seine Vorstandskollegin Loretta Lorenz hat zum Thema im Herbst im „Wiehre-Journal“ des Vereins einen Artikel veröffentlicht – danach habe sie zahlreiche Zuschriften mit Bildern erhalten, was zeige, dass die geparkten „Riesenkästen“ an vielen Stellen ein Ärgernis seien, so Lorenz. Ähnlich erging es Martin Maier, dem Vorsitzenden des Bürgervereins St. Georgen: Auch er bekam viele Rückmeldungen, nachdem diese Zeitung im Sommer über dauergeparkte Campingmobile im St. Georgener Gebiet Bifänge berichtet hat. „Die Problematik nimmt zu“, sagt Maier. Das ist kein Wunder: Die Zulassungszahlen von Campingfahrzeugen steigen rasant, die Branche verzeichnet zweistellige Wachstumsraten. Für den Stadtteil Rieselfeld kommentiert ein Bürger: „Einige Straßenzüge sehen aus wie Campingplätze.“ In anderen Quartieren – von Herdern bis Landwasser – gibt es ebenfalls Kritik, wenngleich nicht ganz so massiv, berichten exemplarisch angefragte Bürgervereine.

Auch die Stadtverwaltung kennt diese Beschwerden aus verschiedenen Teilen von Freiburg – immer mal wieder gebe es andere Schwerpunkte, sagt Rathaussprecherin Edith Lamersdorf. Dorthin schicke die Verwaltung dann verstärkt den Gemeindevollzugsdienst (GVD) zu Kontrollen.

Insgesamt aber schätze das Rathaus die geparkten Campingfahrzeuge nicht als großes Problem ein – deshalb sei zum Beispiel auch noch nicht geprüft worden, ob sich das Parken in den Wohngebieten auf Personenwagen beschränken ließe. Das könne – bei entsprechender Kontrolle des Gemeindevollzugsdiensts – eine Möglichkeit gegen dauergeparkte Wohnmobile und Wohnwagen sein, meint Loretta Lorenz. Besitzer von Campingfahrzeugen müssten sich dann private Stellplätze mieten. Größere Flächen gibt es dazu in der Stadt Freiburg allerdings nicht, im Umland hingegen schon, so etwa in March-Hugstetten.