Handball, Oberliga: TuS Steißlingen – HSG Konstanz II 23:24 (12:14). – Die Anfangsphase des Derbys war wie erwartet von großem Tempo und hoher Intensität geprägt. Von Beginn an war zu spüren, dass es ein hart umkämpftes Spiel werden würde. Beide Mannschaften waren sofort präsent und wollten dem Gegner keine Luft zum Atmen lassen. Schlag auf Schlag konnten beide Teams ihre Angriffe erfolgreich abschließen. So stand es nach knapp zehn Minuten bereits 5:5.

Anschließend konnte der TuS Steißlingen allerdings beste Torchancen nicht nutzen. In den fünf Folgeminuten gelang den Gastgebern kein einziger Treffer. Die HSG wusste die Fehler konsequent zu bestrafen und zog auf 5:8 davon. TuS-Trainer Dominik Garcia sah sich gezwungen, seine erste Auszeit zu nehmen, um seine Offensive wieder neu zu ordnen. Jedoch setzte sich das Unvermögen im Angriff fort und die Konstanzer konnten ihren Vorsprung sogar auf 6:11 ausbauen.

Im letzten Drittel der ersten Halbzeit zeigte sich der TuS dann wieder zielstrebiger und nutzte seine Torchancen wieder besser. Auch die Defensive stabilisierte sich immer mehr. In der 27. Minute hatten die Gastgeber auf 11:13 verkürzt. In die Pause ging es dann beim Zwischenstand von 12:14, wobei der TuS noch einen Strafwurf vergab.

Direkt nach der Pause verkürzte Steißlingen auf 13:14, doch das Spiel wurde nun immer hektischer. Die Emotionen kochten hoch. Dazu trugen auch die rund 500 Zuschauer in der Mindlestalhalle bei, die den TuS das ganze Spiel bestens unterstützten. Dennoch liefen die Gastgeber immer einem Zwei- bis Drei-Tore-Rückstand hinterher. Beim 15:19 (41.) hatte sich die HSG erneut einen komfortableren Vorsprung herausgespielt. Die Steißlinger kamen bis auf 20:21 heran, doch dann entwickelte sich eine dramatische Schlussphase.

Die HSG erzielte in der 56. Minute beim Stand von 21:24 ihr letztes Tor. Durch eine minimal zu früh gelegte Auszeit brachten sich die Gäste sogar noch um einen weiteren Treffer. Damit konnte der TuS durch zwei schnelle Tore wieder auf 23:24 verkürzen. Den letzten Angriff der HSG wehrten die Gastgeber ab. Zehn Sekunden blieben auf der Uhr, um doch noch den Ausgleich zu schaffen. Die HSG-Reserve warf sich mit allem in den Weg und konnte den Schnellangriff des TuS Steißlingen noch rechtzeitig stoppen. Maurice Wilddöer hatte mit einem direkten Freiwurf aus großer Entfernung die letzte Aktion des Spiels. Allerdings fand der Ball dann nicht mehr den Weg ins Tor.

So verlor der TuS Steißlingen etwas unglücklich und muss vor allem seiner mangelnden Chancenverwertung Tribut zollen. Damit ist der sichere Klassenerhalt der Hegauer vertagt. Den Konstanzern hingegen ist der Oberligaverbleib nicht mehr zu nehmen. „Am Ende war es Freude pur, Erleichterung und totale Erschöpfung, mental und körperlich“, sagte HSG-Spielertrainer Benjamin Schweda. (es)

TuS Steißlingen: M. Wangler (8), Storz (4), Weber (3), Wildöer (2), Faeser (2), Ströhle (1), F. Maier (1), Hipp (1), Bartels (1), F. Wangler, Walter, Seeger, Klotz, Hohlwegler, Gattinger, Biedermann.

HSG Konstanz II: Herrmann, Ebert (Tor); Schweda (1), Mittendorf (1), Böhlefeld (2), Mack (2), Koch (1), Fehrenbach (5), Herbel (9/4), Eich (2), Koester, Osann (5). – Z: 500.