3. Liga: TV Plochingen – HSG Konstanz 29:33 (12:19). – Dass sich der TV Plochingen mit neuem Trainer und der nötigen Zeit zur Entwicklung einer gemeinsamen Spielidee nach fünfwöchigen Wettkampfpause verändert und verbessert zeigen würde, war für die Konstanzer keine große Überraschung.

Dazu kam ein echter Transfercoup: Vom Kooperationspartner Frisch Auf Göppingen wurde kurzfristig per Doppelspielrecht Erstligaspieler Axel Goller verpflichtet. Dieser und weitere Talente von Frisch Auf zeigten eine couragierte Leistung.

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Die Ausgangslage war auch dankbar für die Hausherren: Außer Selbstvertrauen hätte auch eine Überraschung gegen Konstanz nichts für die Abstiegsrunde, in die die Punkte gegen die besten sechs Teams nicht mitgenommen werden, gebracht.

„Das verrückte an dem Modus ist, dass eine Mannschaft von Minute eins an nur um Selbstvertrauen, Spaß und Freude spielt und für die andere Mannschaft geht es um viel“, erklärte HSG-Coach Jörg Lützelberger.

HSG Konstanz startet konzentriert

Zum Start sah man davon dennoch wenig. Die Mannschaft der HSG Konstanz wirkte trotz der langen Wettkampfpause sehr konzentriert und entschlossen. In der Defensive waren bei den Gästen die in der Vorbereitung gesetzten Schwerpunkte deutlich zu sehen.

Die Abwehr war beweglicher und ballorientierter als noch vor der Pause. Zudem war Torwart Leon Grabenstein im Verbund mit der Deckung ein starker Rückhalt, der nicht nur einen Siebenmeter parierte, sondern immer wieder spektakulär zur Stelle war.

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Fynn Beckmann schüttelte so schon nach zehn Minuten einen Zauberpass zum Kempa-Trick auf David Knezevic aus dem Arm – der Zwei-Meter Hüne versenkte mit einer sehenswerten Flugeinlage zum 9:3 für die HSG. Konstanz wirkte sicher und dominant.

Das letzte Highlight vor dem Wechsel war ein erneuter Kempa-Trick, sekundengenau vorbereitet nach der Auszeit von Lützelberger. Rechtsaußen Felix Fehrenbach legte quer für Tim Bornhauser, der angerauscht kam und mit der Sirene den 19:12-Pausenstand erzielte.

Holpriger Beginn der zweiten Hälfte

Nach dem Seitenwechsel bot sich ein anderes Bild. Die HSG zeigte nicht gewohnte Nachlässigkeiten und Unkonzentriertheiten. Leichte Fehlpässe oder vergebene Großchancen veränderten die Stimmung und Dynamik des Spiels.

Plochingen gewann an Selbstvertrauen und Konstanz manövrierte sich selbst in eine gefährliche Phase, als Yannick Leichs die Württemberger nach 45 Minuten auf 22:25 heranbrachte und sein Team die Chance hatte, auf zwei Tore zu verkürzen.

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„Es geht darum, mit dieser Ausgangslage umzugehen“, so Lützelberger. „Sowohl in den Situationen, in denen du ein Spiel vermeintlich schon kontrollierst, maximal konzentriert zu sein und nichts liegen lassen in Situationen, von denen wir wissen, dass die Jungs sie reinmachen und defensiv lösen können. Aber auch in Phasen, wenn es einmal kippt.“

Die Abstände zur Abwehr waren nun nicht mehr gut, die HSG nicht mehr dynamisch genug. Die positive Seite: „Wir haben es geschafft, die Angriffe lange und geduldig auszuspielen, auch im passiven Spiel nach Lösungen zu suchen und zu finden.“

Trainer Jörg Lützelberger ist zufrieden

Samuel Wendel gewann den Ball in Unterzahl und versenkte mit vollem Einsatz den Tempogegenstoß (25:29/54.), Maximilian Wolf parierte einen Siebenmeter.

„Das dann so zu spielen und den Fokus und die Qualität noch einmal so auf die Platte zu bringen, dass es nicht wirklich brenzlig wird“, machte Lützelberger zufrieden, zumal „wir ganz viel aus unserem Training in den Wettkampf übertragen konnten und einen erfolgreichen Einstieg in das neue Jahr gefunden haben.“

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Ein weiterer wichtiger Punkt war viel Spielzeit für die zahlreichen jungen Akteure, die jetzt zeigen sollen, „was sie draufhaben, weil wir das nicht erst in fünf oder zehn Wochen herausfinden wollen und können. Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen und ein bisschen in Relation setzen.“

HSG Konstanz: Wolf, Grabenstein (Tor); Stotz (2), Fehrenbach, Czako (5), Michelberger (1), Hild (1), Mauch, Beckmann (3), Braun (3), Bornhauser (3), Timm, Wendel (4), Ingenpass (1), Köder (8/4), Knezevic (2). – Z: 150.