2. Bundesliga: Die Zusammenarbeit von Paul Kaletsch und der HSG Konstanz, sie muss als echte Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. 2013 kam Kaletsch als Talent aus Hüttenbergs Reserve nach Konstanz und legte dort eine rasante Entwicklung vom Landesliga- zum Topspieler in der 2. Bundesliga hin.

1442 Tore erzielte er in dieser Zeit. Ab Sommer steht der Wunsch mit dem Einstieg in das Berufsleben auf Veränderung, und den Torjäger zieht es in die Schweizer Nationalliga A zum GC Amicitia Zürich.

Bild: Peter Pisa

Vorher soll jedoch der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga den krönenden Abschluss bilden. Denn: Zwei Aufstiege, die Torjägerkanone, 1442 Treffer und unzählige Vorlagen stuft der 27-Jährige nicht so hoch ein wie den Ligaverbleib. Einmal ist ihm das mit der HSG schon gelungen, es wäre für ihn selbst der größte Erfolg, sollte es ein zweites Mal zu einer großen Party kommen.

„Paul hat viel für uns erreicht und zur Entwicklung beigetragen. Er hat sich große Verdienste für die HSG erworben“, würdigt Andre Melchert die Leistungen seines Shooters. „Aber auch wir als Verein können stolz sein, einen Spieler derart von der fünften Liga zu einem Torjäger der 2. Liga entwickelt zu haben.“

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Zudem schloss Kaletsch ein Studium in Politik und Verwaltung mit Schwerpunkt Personalmanagement ab und befindet sich derzeit in den letzten Zügen des anschließenden Masterstudiums. In Zürich soll noch in diesem Jahr der Berufseinstieg erfolgen. So entschied sich Kaletsch trotz vieler Angebote gegen den Weg des Profihandballers und für eine Kombination aus Sport und Beruf.

„Die 2. Bundesliga war und ist eine krasse Erfahrung“, sagt er. „Der Aufwand ist extrem und sehr zeitaufwendig. Die Reisen in der Schweiz sind hingegen deutlich kürzer.“ Das ist einer der Gründe für seinen Abschied, obwohl er nach wie vor mit seiner Freundin in Konstanz wohnen wird. Kaletsch: „Ich hatte nun Lust auf Veränderung, etwas Neues. Ich habe bei der HSG alles erreicht, was ich mir vorstellen kann.“

Bild: Peter Pisa

Als Spieler mit Ecken und Kanten legte er dabei immer viel Wert darauf, „authentisch zu sein und die Nähe zu den Fans zuzulassen“ (Kaletsch). Zu diesen pflegt er einen ganz besonders engen Draht. „Wir hatten gemeinsame Höhen und Tiefen, aber mehr Erfolge als Nicht-Erfolge“, lächelt der gebürtige Licher und ist für das in ihn gesetzte Vertrauen dankbar.

„In Konstanz habe ich von Anfang an die Chance und viel Spielzeit bekommen und es wurden mir Fehler verziehen. Ich habe es mit Leistung zurückbezahlt“, so der 1,90 Meter große Rechtshänder.

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So war die Entscheidung des Abschiedes keine einfache, denn die Fans, das Umfeld, der Club sind ihm ans Herz gewachsen. „Diese Treue und Loyalität gibt es selten“, lobt er und schiebt gleich hinterher: „Diese Stimmung und bedingungslose Unterstützung werde ich sicher vermissen, das macht immer riesigen Spaß.“

Vor dem Abschied kommt für Kaletsch „die schwerste Rückrunde, die wir je hatten. Dafür benötigen wir ganz viel Energie und Zusammenhalt.“ Für das erhoffte Happy End.