Oberliga: Neckarsulmer SU – HSG Konstanz II 31:33 (16:14). – Im Handball ist viel möglich. Auch binnen weniger Minuten. Ein 0:6-Rückstand nach achteinhalb Minuten ist aber dennoch nicht alltäglich. Es lief gar nichts zusammen bei der HSG Konstanz II in Neckarsulm. Kein Zug zum Tor, in der Abwehr zu körperlos, katastrophale Chancenverwertung – das Spiel schien schon hergeschenkt, bevor es richtig begonnen hatte.

„Ich hatte das Gefühl, wir waren noch nicht richtig in der Halle“, war Trainer Matthias Stocker rat- und machtlos. Vor allem dass seine junge Mannschaft „fünf, sechs freie Chancen von allen Positionen kläglich“ liegengelassen hatte, rächte sich. Die Auszeit nach dem 5:0 schien dann jedoch auch die Gäste wachgerüttelt zu haben.

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Nicht einmal zehn Minuten nach dem 0:6 führte Konstanz mit 9:8 (18.). Fortan entwickelte sich die erwartet schwere Aufgabe für die Gelb-Blauen. Der zuvor schon ansehnliche Handball der Gäste wurde nun dank „besserer Kaltschnäuzigkeit“, wie der HSG-Coach vermerkte, in Tore umgemünzt.

Mit dazu bei trug eine bärenstarke Abwehrleistung, die den einen oder anderen Tempogegenstoß insbesondere über Jerome Portmann ermöglichte. Der Linkshänder zeigte sich eiskalt und verwandelte sieben seiner sieben Versuche.

Spannende Schlussphase

Und die Konstanzer hielten trotz nur vier Rückraumspielern das Tempo und die Intensität durch geschickte Verteilung der Kräfte hoch. Eine Viertelstunde vor Schluss führten die Youngsters vom Bodensee mit drei Toren. Acht Minuten vor Ultimo nach doppelter Überzahl wieder die Württemberger (29:28). „Es war sehr intensiv, mit viel Kampfkraft auf beiden Seiten“, fand Stocker. „Wir haben uns dann gegen einen körperlichen Gegner behauptet.“

Weil seine Mannschaft gute Entscheidungen traf, in Unterzahl gut verteidigte sowie in Überzahl sehr klug agierte. Die Manndeckung gegen Samuel Löffler in den letzten zehn Minuten und die dadurch entstehenden Räume nutzten Benjamin Schweda und Pascal Mack – sechsfacher Torschütze – aus.

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Schweda und Portmann zurrten schließlich den 33:31-Sieg fest. „Verdient, gegen einen guten Gegner, der, wenn er so spielt, noch einige Punkte holen wird“, freute sich der Konstanzer Übungsleiter. „Wir haben eine kämpferisch gute Leistung gezeigt und uns am Ende auf unsere Stärken besonnen.“

HSG Konstanz II: Gemeinhardt, Ebert (Tor); Sahin (2), Mittendorf (1), Schweda (6/3), Dahm, Michelberger (2), Mack (6), Volz (3), S. Löffler (3), Portmann (7), Gottesmann, Storz, J. Löffler (3).