Fußball-Bezirksliga: – Bis zur Winterpause hat sich eine Drei-Klassen-Gesellschaft gebildet. Vorn spielt ein Quartett um Titel und Aufstieg. Für vier Vereine in der Mitte geht weder nach oben noch nach unten etwas. Dahinter wehren sich acht Clubs dagegen, auf die Abstiegsplätze zu rutschen. Langweilig wird die Frühlingsrunde also nicht.

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Spitzenreiter FC Wittlingen hat fünf Punkte Vorsprung – ein nettes Polster, mehr nicht: „Aber wir haben alle Trümpfe in der Hand“, gibt sich Trainer Tiziano Di Domenico kämpferisch, obwohl Imad Kassem Saad wegen seines Kreuzbandrisses nicht mehr dabei ist: „Der komplette Verein will aufsteigen.“ Neu im Kandertal ist Torjäger Laurenz Hiller vom FV Lörrach-Brombach.

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Seit dem 3:3 vor der Winterpause gegen den FC Wittlingen ist der Titel für Trainer Danijel Kovacevic beim VfB Waldshut nicht mehr erste Option, zumal er Abgänge zu verkraften hat: „Wir wollen natürlich vorn dran bleiben, aber ich denke, dass sich die Wittlinger das nicht mehr nehmen lassen.“ Verzichten muss Kovacevic auf seine Kapitäne. Labinot Halili wechselte zum SV 08 Laufenburg, Vassilios Dimitriadis spielt aus beruflichen Gründen in der Reserve-Elf. Zudem ging Nikica Juric zurück in die Schweiz.

Trainer Danijel Kovacevic (VfB Waldshut): „Wir wollen natürlich vorn dran bleiben, aber ich denke, dass sich die Wittlinger das nicht mehr nehmen lassen.“
Trainer Danijel Kovacevic (VfB Waldshut): „Wir wollen natürlich vorn dran bleiben, aber ich denke, dass sich die Wittlinger das nicht mehr nehmen lassen.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Beim FC Zell träumt Trainer Michael Schwald vom Coup: „Die gewünschten Automatismen greifen ganz gut“, resümiert der 49-Jährige: „Halten wir das Niveau, ist Platz zwei drin.“ Sergio Cammarano und Umberto Cantoni gingen zum FC Steinen-Höllstein, dafür sind Fabrice Neto Loureiro (Brasilien) und Marco Grizzaffi (verletzt) wieder dabei.

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Obwohl Stefan Fels, Danilo Torsello, Tobias Gampp und Sandro D‘Accurso weg sind, mischt der FC Erzingen wieder vorn mit. Trotzdem bremst Trainer Klaus Gallmann die Euphorie: „Wer in Zell acht Tore kassiert, muss darüber nicht reden“, deutet er an, dass die 1:8-Klatsche auch fünf Monate noch nagt: „Das tat richtig weh.“ Trotzdem wirft Gallmann die Tabelle nicht achtlos ins Eck: „Wir lauern auf Patzer. Beide Mannschaften vor uns kommen noch zu uns.“

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„Platz fünf zur Winterpause und Halbfinale im Rothaus-Pokal – das hätte ich im Sommer sofort unterschrieben“, ist Trainer Dennis Weiß vom TuS Efringen-Kirchen zwar zufrieden, sagt aber: „Wir könnten sogar Dritter sein.“ Schließlich erzielte seine Elf mit 50 Treffern schon jetzt fast so viele Tore (56) wie 2018/19: „Obwohl Kevin Keller und Stefan Hilpuesch sehr oft fehlten“, so Weiss.

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Als Geheimfavorit sah Trainer Musa Musliu den SV Herten nie, dazu fehlte die Konstanz. Der Nachfolger von Trainer-Ikone Thorsten Szesniak tat gut daran, auf dem Boden zu bleiben: „Wir hatten mit Problemen zu kämpfen. Doch ich finde, dass wir im Soll sind. Wir stehen in etwa da, wo wir es uns vorgenommen hatten“, so Musliu, der nach seinem ersten Halbjahr fast euphorisch klingt: „Der Verein stützt meine Arbeit und in Eike Elsasser habe ich einen Trainer-Kollegen, mit dem ich mich super verstehe.“

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Beim SV Buch muss Trainer Michael Hägele den Ausfall von Torwart Simon Eckert (Hüfte) verkraften. „Er muss wohl ganz aufhören“, bedauert Sportchef Denys Martini, der Marcel Rohland bis Juni reaktiviert hat. Hägele plant auch ohne Stefan Rutschmann (SV Albbruck), Marco Maier, Dawid Armanowski, Florian Amann (alle verletzt), sowie Mario Hoppe (Weltreise): „Gut, dass unser Konto so gut gefüllt ist.“

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Beim FC Schönau steht Trainer Faik Zikolli vor dem Ausstand. Er übergibt im Sommer an Tim Behringer und Matthias Steinebrunner, sowie Co-Trainer Christian Lais. „Wir lassen es zum Abschluss nochmal richtig krachen. Ich freue mich auf eine tolle Abschieds-Tournee. Da kommt noch etwas“, betont der 40-jährige Weiler, der aus privaten Gründen aufhört: „Meine Familie kommt viel zu kurz. Ich möchte mehr Zeit mit meiner kleinen Tochter verbringen.“

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Dass der FC Hochrhein als bester Neuling überwintert, hätte sich Trainer Philip Brandl nach dem kapitalen Fehlstart nicht träumen lassen. Jetzt gilt es, den Ligaverbleib schnell zu sichern. Helfen soll Stefan Fels, der bei seinem Heimatverein reaktiviert wurde: „Er ist sehr wertvoll für uns“, so Brandl: „Es war schwer, ihn zu überzeugen.“

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Beim SV Jestetten ist Trainer Lars Müller, der im Sommer Michele Masi ablöste, freut sich über die gute Entwicklung, sieht aber noch Luft nach oben: „Ein guter Mittelfeldplatz bleibt das Ziel.“ Helfen sollen dabei zwei Spieler mit Torriecher. Thomas Rangnau kommt nach einem halben Jahr bei der SG Lottstetten/Altenburg zurück. Albin Hashani, der im Herbst beim SV Rheintal gehen musste, sollte ebenfalls eine Verstärkung werden.

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Eine Diskrepanz zwischen Aufwand, Ansprüchen, Potenzial und Ertrag hat Trainer Andreas Braunagel beim FC Wallbach ausgemacht: „Motivation und Einstellung passen, aber wir kassieren zu viele Elfer und treffen zu selten.“ Für Abhilfe sollen Timo Bernauer und Tolga Polat, ausgewiesene Torjäger, sowie Felix Schwarzwälder sorgen.

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Bei Bosporus FC Friedlingen gibt sich Trainer Riza Bilici vor seinem Ausstieg im Juni entspannt. Nach neun sieglosen Spielen ging der Neuling mit vier Siegen und einem Remis in die Pause. Den Schwung will Bilici mitnehmen, weiß aber: „Verfallen wir in den alten Trott, werden wir auch wieder Niederlagen kassieren.“ Nach dem Weggang von Isa Mulaj und Shqiprim Salihi wurde das Team gut verstärkt, betont Bilici: „Ist Mohammed Yassin fit, geht dir das Herz auf, wenn du ihn kicken siehst.“ Dazu kamen in Nikola Obradovic und Marco Compagnino weitere Verstärkungen.

Im Juni rettete sich der FC RW Weilheim final. Nun steht der Club wieder unterm Strich: „Verletzungen und kleiner Kader“, sind für die Trainer Michael Seifert (jetzt Hagmann) und Oliver Neff die Ursache. Viel ändert sich nicht. Neuzugänge gab es keine, vielmehr meldeten sich Spieler (Beruf, Verletzung) ab.

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Thorsten Meiers Namensliste ist übersichtlich: „Viele Stammspieler habe ich nicht“, gibt der Trainer des FV Lörrach-Brombach II zu: „Wir brauchen Unterstützung aus dem Verbandsliga-Kader und den A-Junioren.“ Seit Steffen Schramm das Handtuch warf, verwaltet Meier den Mangel. Eine halbwegs konkurrenzfähige Elf auf die Beine zu stellen, war Hauptaufgabe. Zur Not schnürte der 39-Jährige selbst die Schuhe: „Es wird brutal schwer. Ich wäre schon froh, wenn wir einen Platz nach oben klettern und nur drei Vereine absteigen.“ Er wolle die Mannschaft zusammenzuhalten: „Ich habe schon viel erlebt, aber das ist meine schwerste Aufgabe bislang“, gibt Meier offen zu. Ans Aufgeben denkt er nicht: „Ich hatte als Jugendlicher beim FV Brombach eine tolle Zeit und möchte etwas zurückgeben.“

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Aufsteiger FC Schlüchttal hat einen Heimkomplex, holte zu Hause nur zwei Punkte. Als sich der Neuling 2018 umgehend verabschiedete, gelangen in der Fremde nur drei Zähler. Nun droht erneut der sofortige Abstieg, weil es zu Hause nicht klappt. Die Hoffnung auf den Ligaverbleib gibt Trainer Roberto Wenzler nicht auf: „Wir waren ja nie richtig schlecht, machen einfach zu wenig aus den Chancen.“ Wichtig sei, dass die Langzeitverletzten Urs Waßmer, Yannik Kalt und Torwart Simon Hepp wieder an Bord seien.

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Aufgeben ist für Schlusslicht FC Tiengen 08 keine Option, doch Sportchef Jasmin Rastoder verschließt die Augen nicht: „Natürlich wäre es super, wenn wir den Ligaverbleib schaffen, aber wir blicken schon jetzt in die Zukunft.“ Nachhaltiger wolle der Verein arbeiten, aktuellen und künftigen Aktivspielern, die in den nächsten Jahren nachrücken, eine Perspektive bieten. Entsprechend weitsichtig sei die Zusammenarbeit mit Trainer Erkan Canli angelegt. Der 41-Jährige kam einst aus beruflichen Gründen an den Hochrhein. Canli übernahm als dritter Trainer nach Michele Masi und Matthias Hertweck: „Ich möchte Stabilität in das junge Team bringen.“ Er lässt Druck aus dem Kessel, trotz des drohenden Durchmarsches aus der Landes- in die Kreisliga: „Die Jungs sollen wissen, dass sie nichts zu verlieren haben.“ Gleich neun Neue tauchen im Kader auf. Gewisse Erfahrung bringen nur Lukas Peric, Rückkehrer Max Le und Serkan Korkut, der bis Juni beim VfB Waldshut spielte, mit.