Selbst wenn es bis zum Ende des Jahres einen wirksamen Impfstoff geben würde, dann hieße das noch lange nicht, dass alle derzeitigen Corona-Beschränkungen aufgehoben würden, fürchtet Karl Haller. „Unser Narrensprung am Häfler Samstag, mit über 20 000 Besuchern und rund 5000 Teilnehmern, oder unsere Bälle im Graf Zeppelin Haus mit mehreren Tausend Besuchern, all diese Veranstaltungen sind derzeit schlichtweg nicht denkbar“, schreibt er. „Zumal wir alle vermeiden wollen, dass Friedrichshafen im nächsten Jahr das neue Ischgl wird.“

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Ähnlich stellt sich die Lage im benachbarten Immenstaad dar. „Es ist noch nichts final entschieden, wir gehen allerdings davon aus, dass es Saalveranstaltungen wie die Hennensuppe oder die Prinzenhochzeit im Winzerkär nicht stattfinden werden“, sagt Rüdiger Dube, Narrenvater II in der Immenstaader Narrengesellschaft „Hennenschlitter.

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Nachtflohmarkt und Weinfest sind bereits abgesagt

Noch beratschlage sich der Seegockel-Zunftvorstand mit dem Alemannischen Narrenring und der Interessengemeinschaft Häfler Narren. Die endgültige Entscheidung soll im September fallen.

Auch die beiden Herbstveranstaltungen der Seegockel, der Nachtflohmarkt auf der Uferpromenade und das Weinfest im Schloss, sind in diesem Jahr bereits abgesagt. Offen ist auch, ob die Versammlungen der Abteilungen des Vereins zur Pflege des Volkstums und die Jahreshauptversammlung in diesem Jahr stattfinden werden. Denkbar sei, dass diese Veranstaltungen ausfallen und im kommenden Jahr nachgeholt werden.

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Bereits vor vier Monaten, noch vor den allgemeinen Lockdown-Maßnahmen der Bundes- und der Landesregierung wurde das Vereinsheim der Seegockel vorsorglich geschlossen. Mittlerweile dürfen der Fanfarenzug Graf Zeppelin, die Hupaquäler und der Seehasenspielmannszug unter Einhaltung vereinseigener Hygiene- und Sicherheitsregeln wieder proben. Die Öffnung der Gockelwerkstatt für den üblichen Vereinsbetrieb, jeweils am Dienstag und Donnerstag, soll nach der Sommerpause, Anfang Oktober, wieder möglich sein.

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Auch Absagen in diesem Jahr haben Auswirkungen auf die Fasnet 2021

Die Absagen von Seehasenfest und Nachtflohmarkt bedeuten auch, dass die wichtigsten Einnahmequellen in diesem Jahr versiegen. Das hat ebenfalls Konsequenzen für die Fasnet 2021. Das Problem: Wollen die Maskengruppen der Narrenzunft Seegockel an Umzügen befreundeter Narrenzünfte teilnehmen, lässt sich das nach den derzeitigen Bestimmungen nur mit der Hälfte der Maskenträger oder alternativ mit der doppelten Anzahl von Bussen realisieren. „Gerade Letzteres ist wirtschaftlich nicht darstellbar“, so Karl Haller.

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Immenstaader Narren beratschlagen im August und entscheiden im September

In Immenstaad werden die Elferräte am 19. August tagen und über die Situation beratschlagen. „Aber wir rechnen damit, dass wir für Saalveranstaltungen keine Genehmigung bekommen werden, weil bei diesen Größenordnungen die Hygienekonzepte schwer einzuhalten sind“, sagt Rüdiger Dube. Stattdessen macht er sich bereits Gedanken über eine „alternative Fasnacht“ für Immenstaad. „Wir sind dabei uns in dieser Richtung noch etwas zu überlegen, das hängt aber ganz stark damit zusammen, wie man die Bewirtung organisieren und wie man Abstandsregeln einhalten kann, da ist gegebenenfalls Kreativität gefordert“, sagt er.

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Über Alternativen wird auf jeden Fall bereits nachgedacht

Nach derzeitigem Stand der Dinge kann man sagen, dass es in Immenstaad keine normale Fasnacht geben wird, wie man sie aus den Vorjahren kennt. Am 16. September wird es eine Gruppenführerversammlung geben, in der final und definitiv die Entscheidung darüber fällt, wie es weitergehen soll, denn die Gruppen müssen ja gegebenenfalls Vorbereitungen treffen. Rüdiger Dube sagt „eher nein“, zu einer normalen Fasnacht, aber „ja, über Alternativen werde auf jeden Fall nachgedacht“. Narrenvater Wolfgang Haas ist da weniger optimistisch. Egal ob Narrenbaumstellen oder Hennensuppe, immer wenn viele Menschen zusammenkommen und wenn Alkohol ins Spiel kommt, so seine Überlegung, kann man die Situation eigentlich nicht mehr kontrollieren.

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