Fußball-Kreisliga A, Ost: – In der Winterpause stellten wir Georg Isele die Frage, ob seine Spieler schon Navis für die Bezirksliga geordert hätten. Der Trainer der SG Mettingen/Krenkingen, die bei einem Abbruch der Saison wegen der Corona-Pandemie als Spitzenreiter der Kreisliga A-Ost in die Bezirksliga aufsteigen würde, musste lachen und winkte ab. Die eventuell künftigen Gegner – das behaupten wir – werden diese Navis eher benötigen.

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Zwei Dinge müsst ihr also wissen, ihr Jungs vom TuS Efringen-Kirchen, BFC Friedlingen oder FC Zell. Erstens: Die SG Mettingen/Krenkingen trägt ihre Heimspiele abwechselnd auf den Plätzen in Untermettingen und Detzeln aus. Nicht dass ihr auf dem falschen Platz steht. Und zweitens: Die Wege im Steinatal sind steil und verschlungen. Wenn das Smartphone mal keinen Empfang hat, packt die gute alte Landkarte aus, die euch zum Ziel führt.

Bei der SG Mettingen/Krenkigen hält man den Ball zur Zeit noch flach. Zum Feiern sei es definitiv noch zu früh. Isele: „Das ist für uns wie für viele andere eine Hängepartie bis 20. Juni. Dann entscheidet der Verband, wie es weiter geht.“ Bis dahin gelte es, still zu halten, so der Trainer: „Wir fahren derzeit also zweigleisig.“

Florian Maier, Vorsitzender: „Die Situation ist schwierig. Die Spieler scharren natürlich mit den Hufen.“
Florian Maier, Vorsitzender: „Die Situation ist schwierig. Die Spieler scharren natürlich mit den Hufen.“

Unterstützt wird Isele von Florian Maier. Der Vorsitzende des SV Krenkingen, der als 33-Jähriger immer noch Spieler der ersten Mannschaft ist, tritt auf die sogenannte „Euphoriebremse“: „Die Situation ist momentan schwierig. Die Spieler scharren natürlich schon mit den Hufen.“

Als Meister darf sich die Mannschaft von Georg Isele noch nicht fühlen. „Es könnte sein, dass der Verband sich auch dafür entscheidet, seine B-Variante durchzuziehen“, so der Trainer. Auch für diesen Fall sei man gewappnet, versichert Florian Maier. „Die Welt würde dann auch nicht untergehen“, sagt der Vorsitzende, der die B-Variante aber nicht für praktikabel hält: „Das gäbe Probleme mit den Spielerwechseln. Am Abbruch führt kein Weg vorbei. Wichtig ist, dass es keine Absteiger gibt. Die Entscheidung ist aber wirklich schwierig“, beneidet er die Verbandsfunktionäre nicht.

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Ob die SG Mettingen/Krenkingen ihren Vorsprung von sechs Punkten auf Verfolger SV BW Murg ins Ziel rettet oder vorzeitig zum Meister gekürt wird, ändert nichts an der Tatsache, dass die junge Geschichte der SG Mettingen/Krenkingen eine Erfolgsgeschichte ist.

Gegründet wurde die Spielgemeinschaft aus den Vereinen des SV Krenkingen und des SV Untermettingen im Jahr 2013. „Der Schritt zur Gründung einer SG war absolut richtig“, freut sich Florian Maier noch heute. Der Start der SG Mettingen/Krenkingen, die übrigens kein eingetragener Verein ist, war allerdings holprig, stieg die neue Mannschaft doch schon 2014 in die Kreisliga B ab. Drei Jahre später gelang der Mannschaft unter Trainer Markus Blatter dank einer überragenden Heimbilanz – kein Spiel wurde verloren – der Sprung zurück in die Kreisliga A. 2018 übernahm Georg Isele als Trainer. In seiner ersten Saison verpasste er im Sommer des vergangenen Jahres als Dritter nur knapp die Aufstiegsrunde. In der noch laufenden Runde hat die SG Mettingen/Krenkingen erst ein Spiel verloren. „Wir haben den Aufstieg verdient“, ist der Trainer stolz.

Georg Isele, Trainer SG Mettingen/Krenkingen: „Das ist für uns wie für viele andere eine Hängepartie bis 20. Juni.“
Georg Isele, Trainer SG Mettingen/Krenkingen: „Das ist für uns wie für viele andere eine Hängepartie bis 20. Juni.“ | Bild: Manuel Nägele

Die Bezirksliga in der kommenden Saison wäre sehr reizvoll. Isele: „Es gäbe interessante Derbys für uns. Gegner wären vielleicht der FC Schlüchttal, der FC Erzingen, die SG RW Weilheim, der FC Tiengen 08 und der VfB Waldshut.“ Maier fügt süffisant hinzu: „Vielleicht könnten wir als Dorfverein den ein oder anderen Großen etwas ärgern.“

Auf alle Fälle wäre der Aufstieg in die Bezirksliga von Krenkinger Seite aus der absolute Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. So hoch hat ein SV Krenkingen vor der Gründung der SG Mettingen/Krenkingen nie gespielt.

Auch beim SV Untermettingen mit seinem Vorsitzenden Michael Bächle erinnern sich nur noch die Älteren, dass der Verein vor über 30 Jahren einmal ein Gastspiel in der Bezirksliga gegeben hatte.

Der Krenkinger Vereinsvorsitzende denkt, dass die Mannschaft das Zeug für die Bezirksliga habe. „Es wird eine Umstellung für alle sein, aber der Ligaverbleib wäre machbar“, sagt er. Der Kader für die neue Saison – egal ob in Kreisliga A oder Bezirksliga – steht.

Trainer Georg Isele hat schon verlängert. Julian Bächle, mit 17 Treffern aus 16 Spielen Torschützenkönig der Liga, bleibt der Mannschaft ebenfalls treu wie seine Kollegen. Maier: „Wir haben keine Abgänge, aber Neuzugänge wird es wohl auch keine geben. Wir setzen auf unseren aktuellen Kader. Auf eine junge Mannschaft, die viel Potenzial hat.“ Geld für auswärtige Spieler könne die SG Mettingen/Krenkingen ohnehin nicht ausgeben. „Das ist nicht unsere Vereinsphilosophie“, so Maier.

Seit dieser Woche darf die SG Mettingen/Krenkingen wieder trainieren. Der Platz war noch von der Gemeinde gesperrt. Trainer Georg Isele hat Fünfer-Gruppen gebildet. Dienstags trainieren zwei Gruppen nacheinander, tags darauf sind die beiden anderen Fünfer-Teams dran. Isele: „Die Jungs brauchen Bewegung.“ Und Bewegung macht gute Laune. Die Corona-Zwangspause war schlimm genug.

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