Herr Stocker, wie geht es Ihnen und wie groß ist die Vorfreude auf die neue Aufgabe als A-Jugend-Coach?

Mir geht es blendend. Ich hatte viel freie Zeit, konnte mein berufsbegleitendes Studium vorantreiben und Zeit mit meiner Frau verbringen. Seit eineinhalb Wochen haben wir wieder mit dem Training begonnen. Alle sind mit Vorfreude dabei, auch wenn die Trainingsmöglichkeiten noch sehr ungewohnt sind. Aber wir müssen uns ohnehin alle erst einmal kennenlernen und wollen jetzt zusammen mit Christian Korb alle richtig in Schwung kommen.

Wie laufen die Planungen für die neue Saison?

Das ist sehr schwierig, wenn man nicht weiß, wann die Spielzeit 2020/21 beginnt. Im Moment ist das aber noch nicht so wichtig, weil man nach der langen Zeit ohne Hallentraining ohnehin nicht mit Vollgas beginnen kann. Das gibt uns Zeit, die Neuen alle kennenzulernen und zu integrieren sowie wieder Gefühl für die Halle und den Ball zu bekommen.

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Wie groß fällt der Umbruch im Kader aus?

Mit Konstantin Pauli haben wir einen Torhüter vom TV Spaichingen dazubekommen, der unter meinem Vater bereits in der Landesliga der Herren mitwirkt. Das sieht schon sehr vielversprechend aus und freut mich sehr. Außerdem konnten wir uns mit dem ungarischen Jugend-Nationalspieler Adam Czako vom VfL Günzburg – Bruder unseres Zweitliga-Linksaußen Aron Czako – für den Rückraum sehr gut verstärken.

Dazu kommen Marcel Bertol vom TV St. Georgen und eine ganze Reihe an eigenen B-Jugendlichen, die zum Großteil bereits Erfahrungen in der A-Jugend-Bundesliga sammeln konnten. Verlassen hat uns unter anderem Florian Wangler in die eigene U23, Benedikt Hafner wird unsere Dritte in der Landesliga verstärken. Das Gerüst bleibt somit zusammen und ich habe sehr positive erste Eindrücke gesammelt. Die Jungs haben wie die Trainer richtig Lust auf Handball.

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Wie ist die Zusammenarbeit mit Christian Korb als Trainergespann geplant?

Als gleichberechtigtes Duo. Ich werde nicht bei allen Einheiten dabei sein können, diese übernimmt Christian dann alleine. Da wir beide einen sehr breiten Erfahrungsschatz haben, werden wir aber nicht bestimmte Aufgaben nur auf einen verteilen.

Wie gestaltet sich gerade der Trainingsbetrieb?

Am 15. Juni haben wir mit dem „Return to play“-Programm begonnen und stehen dazu im engen Austausch mit Athletiktrainerin Jessica Bregazzi. Alles unter Einhaltung der Hygieneregeln, sodass wir uns langsam steigern und alles vernünftig gestalten, bis wir hoffentlich bald wieder zum Kontakt- und vollen Handballsport zurückkehren können.

In den ersten zwei, drei Wochen ist das aktuelle Programm zum Reinkommen völlig in Ordnung, danach allerdings müssen wir langsam wieder richtig anfangen – so wie es in anderen Bundesländern aktuell schon möglich ist. Im Landkreis Konstanz gibt es aktuell null aktive Corona-Fälle.

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Was wäre Ihr Wunsch – auch mit Blick auf die Corona-Lage – für die kommende Spielzeit in der Jugendbundesliga?

Einfach möglichst schnell wieder in den Alltag zurückfinden. Mit ist bewusst, dass das nicht von heute auf morgen sein wird. Da in der A-Jugend-Bundesliga aber meist ohnehin keine vollen Hallen gegeben sind, hoffe ich, dass es für die Vereine bald eine bessere Planbarkeit und einen Regelbetrieb ab Herbst gibt.

Gerade die ganz kleinen Vereine werden zunehmend Probleme bekommen, ihre Spieler bei der Stange zu halten. Insofern steht natürlich immer die Gesundheit im Vordergrund, doch mehr Daten und Informationen könnten helfen, beides unter einen Hut zu bekommen.

Mit der Konstanzer Reserve feierte Stocker (Bildmitte) den Aufstieg in die 3. Liga.
Mit der Konstanzer Reserve feierte Stocker (Bildmitte) den Aufstieg in die 3. Liga. | Bild: Peter Pisa

Was bedeutet es für den Verein, dass die neunte Qualifikation für die Jugendbundesliga bereits feststeht?

Das ist insgesamt hervorragend. Zumal vor dem Hintergrund, dass man vor einer möglichen Qualifikation wohl gar keine oder kaum Testspiele durchführen könnte. Dies bringt eine hohe Drucksituation und Unsicherheit mit sich. Die konstante Qualifikation für die Bundesliga ist positiv für die Jungs und die HSG. Dadurch fanden noch ein paar Talente den Weg zu uns.

Auch perspektivisch wollen wir die Liga halten und mit der 2. Bundesliga, 3. Liga, A-Jugend-Bundesliga und der stetigen Teilnahme an den jeweils höchsten Jugendligen sowie einem großen Einzugsgebiet dauerhaft ein Leistungszentrum sein und in der Zukunft auch mal den nächsten Schritt machen. Im Vordergrund steht dabei die Weiterentwicklung der Talente in Richtung der 3. und 2. Liga und dass die Jungs sportlich und charakterlich gute Typen werden.

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Wie wird der Austausch zwischen A-Jugend und zweiter Mannschaft künftig aussehen?

Dass der letztjährige A-Jugend-Trainer nun bei der U23 tätig ist und der der U23 für die A-Jugend, zeigt, wie eng die Zusammenarbeit ist. Es findet ein guter, reger Austausch statt. Ziel ist es, dass beide Teams eng zusammenarbeiten und die Jungs früh Luft bei der U23 schnuppern können.

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