Für Peter Schramm schließt sich damit fast ein wenig der Kreis. In Pfullendorf geboren, zog es ihn von Mimmenhausen-Mühlhofen in das Sportinternat Magdeburg, mit 17 schon einmal für ein halbes Jahr zur HSG Konstanz, in die 3. Liga nach Bad Blankenburg und anschließend in die Schweiz.

517 Feldtore in 184 Spielen

Hier war er nach einer Station als Torschützenkönig in Kreuzlingen bei den Topteams Kriens-Luzern und in den letzten zwei Jahren für Pfadi Winterthur der Abwehrchef im Innenblock sowie auf der Spitze der 3:2:1-Formation. In 184 Nationalliga-A-Spielen erzielte er zudem 517 Feldtore. Nun also die Rückkehr nach Konstanz. „Ich bin mega glücklich hier zu sein und voller Vorfreude auf das Training und die Spiele“, strahlt der 1,95 Meter große und 99 Kilogramm schwere Modellathlet. „Die 2. Bundesliga ist noch einmal ein Karrieresprung für mich, die Perspektive hier optimal. Ich freue mich riesig auf diese starke Liga.“

Flexible Einsetzbarkeit

Schramm ist dabei mit seinen herausragenden Defensivqualitäten, seiner Physis, einem strammen Abschluss sowie der flexiblen Einsetzbarkeit auf allen Rückraumpositionen als Ersatz für Paul Kaletsch im Angriff und in der Deckung für Fabian Wiederstein vorgesehen, wie Sportchef Andre Melchert verrät. „Schön, dass er wieder zurück ist. Er war zuletzt eine wichtige Säule bei Pfadi in der Abwehr und auf Halblinks.“

Möglich machte die Verpflichtung trotz laufenden Vertrages die gute Kooperation zwischen den Eidgenossen und der HSG. In den letzten Monaten wurde die Zusammenarbeit weiter intensiviert. So zeigt sich Pfadi-Geschäftsführer Markus Jud, Vater von HSG-Spielmacher Tim Jud, glücklich mit der Vereinbarung nicht nur in der Causa Schramm: „Wir freuen uns, dass wir in der Kooperation den nächsten Schritt gehen und einer unserer Spieler einen Schritt weiter und in eine starke Liga kommt. Mit Peter Schramm bekommt Konstanz einen absoluten Aggressive-Leader. Genau dieser Spielertyp hat vielleicht noch gefehlt.“

Wuchtiger Wurf

Als „knüppelhart“ in der Deckung sowie mit einem starken Eins-gegen-Eins und einem wuchtigen Wurf ausgestattet beschreibt er seinen bisherigen Schützling, der in Winterthur wertvolle Erfahrungen machte. So gewann Schramm mit Pfadi den Supercup, wurde Schweizer Vizemeister und war im EHF-Pokal aktiv. Gegen den dänischen Topclub Bjerringbro-Silkeborg war der 29-Jährige zuletzt siebenmal erfolgreich.

Neuzugang soll Führungsrolle übernehmen

„Er ist ein echtes Kraftpaket und der Shooter, den wir benötigen“, sagt Melchert über den Neuzugang und lacht: „Wenn man in seinen Wirkungskreis kommt, kann es wehtun. Er wird uns mit seiner Erfahrung und seiner Abgebrühtheit sehr gut tun. Peter wird sicher eine Führungsrolle übernehmen und ist jemand, an dem sich andere orientieren können.“ Auch ein paar Erfahrungen in der Junioren-Nationalmannschaft – an der Seite des heutigen Nationalspielers Steffen Fäth – zählen dazu.

„Ich bin da sehr emotional“
Peter Schramm, Neuzugang der HSG Konstanz, über sich auf dem Spielfeld

Neben dem Spielfeld eher zu den ruhigeren Zeitgenossen zählend, gibt es für den Rechtshänder auf dem Parkett nur Vollgas. „Ich bin da sehr emotional“, lächelt der Hüne. „Viele erkennen mich dann gar nicht und sind fast ein wenig erschrocken.“ In der Abwehr „kracht es“, erklärt er. Allerdings gehört mehr als nur ein robuster Körper zu einem guten Abwehrspieler. Die Mitspieler lesen können, Videostudium, intelligent agieren und gut kommunizieren zählt das Rückraum-Ass dazu. Seine Torgefährlichkeit hat er in den letzten Jahren ebenfalls eindrücklich unter Beweis gestellt.

Familiäre Umgebung

Gut in das Team einfinden und den Klassenerhalt sichern – so sind die Ziele formuliert. Mit Markus Dangers hat er bereits einen engen Freund im Team, der zugleich sein Trauzeuge ist. „Die Fans sind in Konstanz sehr impulsiv, fast ein wenig verrückt im positivsten Sinne und der Verein sehr familiär“, so Schramm. „Dazu kommt die wunderschöne Stadt, in der ich mich sehr wohlfühle.“ Zwei Jahre lebte er schon hier.

Bald schon soll das Training wieder beginnen. In der Zwischenzeit joggt er zweimal die Woche und geht drei- bis viermal ins Fitnessstudio. „Man kann die Zeit nutzen, um an seinen Defiziten zu arbeiten“, gibt er zu bedenken, doch „natürlich juckt es. Mit Ball macht es mehr Spaß. Ich freue mich auf die 2. Bundesliga, in der jedes Match ein Topspiel ist, man immer an seine Grenzen gehen muss und in tollen Arenen und gegen super Spieler antritt.“

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