2. Handball-Bundesliga: TV Hüttenberg – HSG Konstanz 24:23 (14:10). – Die HSG Konstanz ist mit einem unglaublichen Krimi, famosem Kampf, einer furiosen Aufholjagd – schließlich aber auch riesengroßer Enttäuschung beim Ex-Erstligisten in die Saison gestartet. Trotz einer sehr harten und frühen Rot-Entscheidung gegen Fabian Wiederstein sowie zwischenzeitlichem Sieben-Tore-Rückstand drehte Konstanz in den letzten 20 Minuten auf, blieb elf Minuten ohne Gegentor und hatte mehrmals die Chance zum Ausgleich.

Am Ende triumphierte Hüttenberg

Doch am Ende triumphierte Hüttenberg und die HSG musste mit einer unglücklichen Niederlage die Heimreise antreten. Am Freitag, 20 Uhr, kommt Erstliga-Absteiger und Topfavorit SG BBM Bietigheim mit Weltmeister und Champions-League-Sieger Mimi Kraus in die „Schänzle-Hölle“.

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Frühe Rote Karte für Konstanz

Er hatte alles gegeben, gezwungenermaßen von der Tribüne. Am Ende aber standen Fabian Wiederstein und seine Teamkameraden bedröppelt auf dem Spielfeld, schauten zu, wie sich Hüttenberg von seinen gut 900 Zuschauern feiern ließ. Im 40 Personen starken Konstanzer Fanblock herrschte dagegen große Fassungslosigkeit. Eine Schlüsselszene des intensiven, ausgeglichenen, mitunter turbulenten Schlagabtauschs ereignete sich früh. Keine 17 Minuten waren absolviert, als Wiederstein in einen harten Zweikampf mit seinem Gegenspieler ging.

„Das hat uns – zumal so früh – natürlich nicht geholfen“
HSG-Trainer Daniel Eblen

Als viele mit der zweiten Zeitstrafe rechneten, überraschten die jungen Unparteiischen Julian Fedtke und Niels Wienrich aus Berlin mit der Roten Karte für den Kreisläufer. „Das hat uns – zumal so früh – natürlich nicht geholfen“, konstatierte Trainer Daniel Eblen und fügte an: „Wer weiß, wie wichtig er für uns ist, dem ist klar, welche Auswirkungen das hatte.“ Die Entscheidung selbst wollte er nicht kommentieren, denn wenn der Schiedsrichter „meint, es ist Rot, dann ist das so.“

Bruch im Konstanzer Spiel

Allerdings kam nun – wenig verwunderlich – ein Bruch ins Konstanzer Spiel, das mit viel Kampf das Duell mit einem Zweitliga-Topteam bis dahin hatte ausgeglichen gestalten können (5:5). Die Zeit der Umstellung und der Versuch, verloren gegangene Kontrolle wiederzuerlangen, dauerte. Vor allem in den letzten acht Minuten vor der Pause nutzten die erfahrenen Mittelhessen die Konstanzer Konfusion und die Lücken in der Abwehr zur 14:10-Führung.

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Hüttenberg auch nach Seitenwechsel besser

Wirklich besser wurde es nach dem Seitenwechsel zunächst nicht. Hüttenberg schaltete und waltete, oft unbedrängt aus guten Positionen, sodass die HSG-Torhüter Simon Tölke vor und Michael Haßferter nach der Halbzeit nicht richtig in die Partie kamen.

20 Minuten vor Schluss die Aufholjagd

Aber: Das 21:14 20 Minuten vor dem Ende war der Startschuss für eine unglaubliche Schlussphase. Scheinbar geschlagen, gelang es den Gelb-Blauen nun, zwei Gänge hochzuschalten, ihre Stärken in der Deckung auszuspielen, hinter der sich Haßferter mit tollen Paraden auszeichneten. Knapp elf Minuten später hatte Hüttenberg immer noch nicht wieder getroffen, die HSG jedoch schon vier Tore gut gemacht (18:21).

Chance zum Ausgleich

Wenig später erhöhte Eblen das Risiko mit dem siebten Feldspieler und wurde belohnt. Matthias Hild stellte (57.) das 22:23 her. Nun bot sich die Chance zum Ausgleich. Zweimal. Doch wie schon zuvor, unterliefen den Gästen vom Bodensee haarsträubende Fehlpässe oder Fehlwürfe. Und Konstanz ging leer aus.

„Mit ein bisschen mehr Erfahrung und Coolness hätten wir etwas holen können.“
HSG-Trainer Daniel Eblen

„Hinten raus war mehr drin“, meinte der HSG-Coach. „Wir haben selbst bei sieben Toren Rückstand an uns geglaubt und uns zurückgekämpft und wären dafür fast belohnt worden.“ Für ihn kam die Leistungssteigerung in der Defensive „vielleicht etwas zu spät“. Lange habe die HSG versucht, den schweren Stein wegzuschieben, lange hatte er sich nicht bewegt. „Mit ein bisschen mehr Erfahrung und Coolness hätten wir etwas holen können.“

So bleibt die Gewissheit, bei einem Zweitliga-Topteam auf Augenhöhe agiert und eine Siegchance kreiert zu haben. Mit dem Mut und positiver Energie aus einem guten ersten Auftritt erwartet die HSG Konstanz nun am Freitag Bietigheim.

HSG Konstanz