Fußball-Bezirksliga: – Knapp drei Monate ruht der Ball, die Liga verabschiedete sich vor wenigen Tagen nach 125 von 128 angesetzten Spielen in die Winterpause. Nachgeholt werden im Verlauf des Frühlings die Partien „SV Buch – FC Schlüchttal“ sowie „SV Jestetten – FC Wallbach“. Das vom FC Tiengen 08 abgesagte Derby beim FC Erzingen wurde mit 3:0 für die Gastgeber gewertet. Regulär mit dem 17. Spieltag geht es am 7./8. März in alter Frische weiter.

Rückkehr nach 45 Jahren? Erstmals seit dem Abstieg im Sommer 1975 aus der damaligen zweiten Amateurliga, hat der VfB Waldshut in dieser Saison wieder die Chance, in den überregionalen Fußball zurückzukehren. Schon 2004 wurde die Elf aus der Schmittenau Vizemeister, unterlag damals aber in den Aufstiegsspielen dem SV Ballrechten-Dottingen.
Rückkehr nach 45 Jahren? Erstmals seit dem Abstieg im Sommer 1975 aus der damaligen zweiten Amateurliga, hat der VfB Waldshut in dieser Saison wieder die Chance, in den überregionalen Fußball zurückzukehren. Schon 2004 wurde die Elf aus der Schmittenau Vizemeister, unterlag damals aber in den Aufstiegsspielen dem SV Ballrechten-Dottingen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Dann heftet sich der VfB Waldshut dem um fünf Punkte enteilten FC Wittlingen wieder auf die Fersen. Die Elf von Danijel Kovacevic hat die Chance, erstmals seit dem Abstieg vor 45 Jahren in den überregionalen Fußball zurückzukehren. Schon 2004 wurde die Elf aus der Schmittenau Bezirksliga-Vizemeister, unterlag damals aber in den beiden Aufstiegsspielen dem SV Ballrechten-Dottingen.

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In der Herbstrunde fielen 575 Tore, was einem Schnitt von 4,6 Toren pro Spiel entspricht. Damit liegt die Quote erstaunlicherweise höher als noch im vergangenen Spieljahr, obwohl in der Saison 2018/19 durch den SV 08 Laufenburg mit 129 Treffern und ihrem Ausnahme-Torjäger Sandro Knab (47 Tore) alle bisherigen Rekorde pulverisiert worden waren.

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Ausschlaggebend für die Quote sind allein schon die zehn Spiele mit acht und mehr Toren. Den Vogel schoss der SV Herten ab, der sich beim Schlusslicht FC Tiengen 08 am 14. Spieltag mit 10:0 in Szene setzte. Noch öfter gab es Torjubel am zweiten Spieltag, als sich der FV Lörrach-Brombach II mit einem 7:4 gegen den FC Hochrhein an die Tabellenspitze schob. Deutliche 8:1-Sieg feierten der FC Wittlingen am neunten Spieltag beim FC Schönau und der FC Zell drei Wochen später gegen den FC Erzingen.

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Die Torjägerliste führen nicht Spieler der „Torfabriken“ aus Wittlingen, Zell und Efringen-Kirchen an, sondern Shaban Limani (FC Erzingen). Dem 24-Jährigen gelangen bisher 17 Tore, was ihm die Spitze der Liste einbringt. Dicht gefolgt wird er bei der Jagd nach der Torjäger-Kanone der SÜDKURIER-Sportredaktion von Tunahan Kocer (SV Herten), der 16 Tore erzielte.

Torriecher: Kevin Keller (rechts gegen den Wallbacher Tom Heyde) erzielte alle fünf Tore zum 5:0-Sieg des TuS Efringen-Kirchen gegen den SV Buch und schob sich mit 14 Toren auf Rang drei der Torjägerliste. In der Saison 2015/16 wurde Keller, damals noch im Trikot des FC Zell, schon einmal Torschüzenkönig der Bezirksliga.
Torriecher: Kevin Keller (rechts gegen den Wallbacher Tom Heyde) erzielte alle fünf Tore zum 5:0-Sieg des TuS Efringen-Kirchen gegen den SV Buch und schob sich mit 14 Toren auf Rang drei der Torjägerliste. In der Saison 2015/16 wurde Keller, damals noch im Trikot des FC Zell, schon einmal Torschüzenkönig der Bezirksliga. | Bild: Neithard Schleier

Mit einem fulminanten Fünfer-Pack zum 5:0 gegen den SV Buch katapultierte sich Kevin Keller vom TuS Efringen-Kirchen mit nunmehr 14 Toren auf Rang drei vor Imad Kassem Saad (13) vom FC Wittlingen und Leon Boos (12) vom FC Zell.

Torjäger Nummer 1: Shaban Limani vom FC Erzingen hat in bisher 15 Spielen schon 17 Tore für seine Elf erzielt. Das Derby zum Jahresabschluss gegen den FC Tiengen 08 wurde ohne Limani-Treffer am „grünen Tisch“ mit 3:0 gewonnen.
Torjäger Nummer 1: Shaban Limani vom FC Erzingen hat in bisher 15 Spielen schon 17 Tore für seine Elf erzielt. Das Derby zum Jahresabschluss gegen den FC Tiengen 08 wurde ohne Limani-Treffer am „grünen Tisch“ mit 3:0 gewonnen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Erstaunlich wenig Bezirksliga-Spiele blieben ohne Sieger. Nur 14 Spiele endeten mit einem Unentschieden, darunter das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer FC Wittlingen und dem Verfolger VfB Waldshut am ersten Rückrundenspieltag. Der Liga-Gipfel hielt, was er versprach.

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Die Waldshuter machten aus einem 0:2 ein 2:2, gingen in der 90. Minute in Führung, um dann in der Nachspielzeit noch das 3:3 zu kassieren. Ganz ohne Remis blieb der FC Erzingen, der schon in der vorigen Saison nur einmal Unentschieden spielte. Für den FC Schönau gab es in allen 16 Spielen ebenfalls nur hopp oder topp.

Blitz-Joker: Tim Birkenheier traf beim 3:0-Sieg des VfB Waldshut beim FV Lörrach-Brombach II wenige Sekunden nach seiner Einwechslung.
Blitz-Joker: Tim Birkenheier traf beim 3:0-Sieg des VfB Waldshut beim FV Lörrach-Brombach II wenige Sekunden nach seiner Einwechslung. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Die Null steht jedoch auch beim FC Wittlingen, der alle acht Heimspiele gewann. In der Heimbilanz des FC Schlüchttal steht ebenfalls eine Null, allerdings bei den nicht vorhandenen Heimsiegen. Der FC Tiengen 08 blieb in der Fremde bislang ganz ohne Punkte.

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Der FC Tiengen 08 zählt mit dem FV Lörrach-Brombach II zu den Sorgenkindern der Liga – und das nicht nur, weil beide Mannschaften unter dem Abstiegsstrich überwintern. Es sind auch die beiden einzigen Mannschaften, die mit akutem Spielermangel zu kämpfen hatten und bereits ihre Trainer austauschen mussten.

Dauerbrenner: In der vergangenen Saison leitete Ralf Brombacher (Kandern) 16 Bezirksliga-Spiele. In dieser Runde sind es auch schon wieder acht Partien.
Dauerbrenner: In der vergangenen Saison leitete Ralf Brombacher (Kandern) 16 Bezirksliga-Spiele. In dieser Runde sind es auch schon wieder acht Partien. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Bei der Verbandsliga-Reserve aus dem Grütt verabschiedete sich Steffen Schramm nach dem dritten Spieltag. Nach sechs Spielen warf Michele Masi beim FC Tiengen 08 das Handtuch. Ihm folgte sein Co-Trainer Matthias Hertweck, der nach der 0:10-Klatsche gegen den SV Herten demissionierte. Nach der Winterpause übernimmt nun Erkan Kanli das Team.

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Elfmeterkönig: Lukas Stelter vom FC Hochrhein hat bereits drei Strafstöße pariert.
Elfmeterkönig: Lukas Stelter vom FC Hochrhein hat bereits drei Strafstöße pariert. | Bild: Neithard Schleier

Torhüter Lukas Stelter von Neuling FC Hochrhein hat in der Vorrunde drei Strafstöße gehalten

Zahlen und Fakten interessieren nicht nur die Fans der Fußball-Bundesliga, sondern auch die Anhänger der Vereine in der Bezirksliga Hochrhein. SÜDKURIER-Regiosport Hochrhein hat wieder Buch geführt.

  • Fehlschüsse: Bereits 54 Mal haben die Schiedsrichter auf den Punkt gezeigt, den zumindest 16 Akteure der Bezirksligisten als „ominös“ bezeichnen würden. Allen voran Dan Stengritt vom FC Wallbach, der sowohl an Lukas Stelter (FC Hochrhein) als auch an Marcel Rohland (SV Buch) scheiterte. Insgesamt wurden 13 Strafstöße von den Torhütern gehalten, wobei sich Lukas Stelter in dieser Disziplin auch gegen Stjepan Kovaceivc und David Duvnjak beim 4:3-Sieg über den VfB Waldshut auszeichnete. Vier Schützen verfehlten das Ziel. Phil Sailer (SV Herten) traf gegen den BFC Friedlingen erst die Latte, verwandelte dann aber den Nachschuss. Sebastian Rupp (FC Wallbach) peilte den Pfosten beim TuS Efringen-Kirchen an. Die Tore beim SV Herten scheinen kleiner zu sein, als bei der Konkurrenz: Egzon Ademaj (BFC Friedlingen) und Ismail Demirci (FC Schönau) schossen am Kasten vorbei.
  • Treffsicher: Drei Spieler versenkten alle drei ausgeführten Strafstöße. Nervenstärke bewiesen Moritz Hackenberger gegen Simon Krause (FC Hochrhein), David Morales (FV Lörrach-Brombach II) und Ramon Winkler (FC Wallbach). Shaban Limani (FC Erzingen) traf ebenfalls gegen Winkler sowie gegen Matthias Kaiser (FC RW Weilheim) und Zico Struss (BFC Friedlingen). Drei „Elfer“ verwandelte auch Silvan von Ow (SV Jestetten) – gegen Sandro Wahl (FV Lörrach-Brombach II), Christian Rapp (FC Zell) und Martin Villinger (FC RW Weilheim).
  • Gefährlich: Mehr Vorsicht im Strafraum sollte der FC Wallbach künftig walten lassen, denn bereits sieben Mal entschieden die Unparteiischen auf Strafstoß gegen die Elf von Andreas Braunagel, sechs wurden verwandelt. Noch keinen Strafstoß kassierte indessen der FC Erzingen. Sechs Mal liefen Spieler des FC Wittlingen zum Elfmeterpunkt, dabei scheiterten Imad Kassem Saad an Zico Struss und Richard Lorenz an Yannic Frey (SV Jestetten). Der FV Lörrach-Brombach II durfte bislang keinen Strafstoß schießen.
  • Joker-Qualitäten: Von bisher 57 Joker-Toren ging sowohl das erste als auch das letzte aufs Konto von Kevin Keller (TuS Efringen-Kirchen), mit vier Toren als Einwechselspieler der beste Joker der Liga. Seine Elf erzielte stolze sieben Treffer auf diese Weise. Auf sechs Joker-Tore kommen der FC Tiengen 08, der VfB Waldshut und der FC Zell. Unkonzentriert nach Einwechslungen beim Gegner zeigt sich der FC Hochrhein, der sieben seiner 51 Gegentreffer von einem Joker kassierte. Das schnellste Joker-Tor erzielte Tim Birkenheier zum 3:0-Endstand für den VfB Waldshut beim FV Lörrach-Brombach II – wenige Sekunden nach seiner Einwechslung für Domenik Merdita.
  • Dauerbrenner: In der vorigen Saison pfiff Ralf Brombacher (Kandern), neuer Schiedsrichter-Obmann des Südbadischen Fußballverbandes, 16 Spiele. Die Hälfte dieser Einsätze hat er bereits wieder absolviert. Je sechs Spiele leiteten Christian Eiletz und Antonio Iamello (beide Rheinfelden). Fünf Mal waren Uwe Seifert (Waldshut) und Mario Janutsch (Zell) eingesetzt. Die Unparteiischen zogen zwölf Mal „Rot“, schickten 22 Spieler mit Gelb-Rot vom Feld, zeigten 571 Gelbe Karten. (gru)