Zwei Abende lang belebte die Tradition des Schnurrens die Meßkircher Lokale. Das Konzept der Katzenzunft ging auf, das Narrenvolk neben dem Rosenmontag auch am Sonntag in die Gaststätten zu locken. An diesem Abend spielten der Rohrdorfer Narrenmusikant Klaus Mühlhauser im Hotel „Adler – Alte Post“, das Schlager- und Oldie-Duo Peter Maucher und Reinhold Strehl in der Pizzeria „Krokodil“ sowie der Alleinunterhalter Alfredo in der Pizzeria „Etna“. Drei Gruppen zogen am Sonntag von Lokal zu Lokal, um die Gäste zu unterhalten: Isolde und Peter Lotzer, eine Abordnung des Narrenrats sowie die Schnerkinger. Am Montag amüsierten sieben Ensembles die Gaststättenbesucher, während etliche Musikkapellen für närrische Stimmung sorgten.

Egon Gommeringer, Brigitta Stärk und Monika Gommeringer (von links) plädieren in ihrem Lied für Gelassenheit und Freude.
Egon Gommeringer, Brigitta Stärk und Monika Gommeringer (von links) plädieren in ihrem Lied für Gelassenheit und Freude. | Bild: Michelberger, Isabell

Firlefanz-Frauen beklagen: "Gar nichts los in der Stadt"

Wie sich ein Frauentag im Städtle zum Frusterlebnis entwickeln kann, davon erzählten die Firlefanz-Frauen. Der Tag sollte mit einem Wellness-Bad beginnen. Doch das Meßkircher Hallenbad war wegen Umbauarbeiten geschlossen. Danach planten sie ein schmackhaftes Essen in der „Niederen Mühle“, doch: Ernst Sinnwell hat seine Gaststätte aufgegeben. Nicht mal das "Frusttrinken" im „Bären“ wollte klappen: Der ist nur noch eine Ruine. Ganz zu schweigen von Kino, Kirche und Katzendreck am Schmotzigen. Stets blieb ihnen nur die frustrierte Feststellung „Gar nichts los in der Stadt“, die sie zur Melodie von „Atemlos“ sagen.

Die Firlefanz-Frauen wollen in ihren neckischen Bikinis zum Baden gehen, doch das Hallenbad hat zu. "Gar nichts los in der Stadt", beklagen sie.
Die Firlefanz-Frauen wollen in ihren neckischen Bikinis zum Baden gehen, doch das Hallenbad hat zu. "Gar nichts los in der Stadt", beklagen sie. | Bild: Michelberger, Isabell

Betgesang der Heudorfer Frauen

In einen Betgesang verfielen die Heudorfer Frauen und beklagten Missstände in ihrem Dorf, die der Stadtrat ihrer Ansicht nach gerne ignoriere. Der neue Gemeindesaal habe noch kein Mikrofon, Internet, Telefon und keinen Handyempfang, die Friedhofswege seien mit Rollator eine Herausforderung. Das nötige Geld werde auf dem Campus "begraben".

Die alte Marie fragt sich, warum die Ehemänner sich oft weigern, mit auf die Fasnacht zu gehen und damit ihre Frauen in Erklärungsnot bringen.
Die alte Marie fragt sich, warum die Ehemänner sich oft weigern, mit auf die Fasnacht zu gehen und damit ihre Frauen in Erklärungsnot bringen. | Bild: Michelberger, Isabell

Monika Kirchmaier und Christa Jehle treten als Waschweiber auf

Die Waschweiber Monika Kirchmaier und Christa Jehle erzählten, dass das anonyme Schnurren bei ihnen nicht mehr klappe, denn mit Hörgerät und Brille sei man schon halb verraten. Und „mit ner Larv vor dem Gsicht, mir wäret erstickt“. Auch zolle das Alter bei der Fronleichnamstradition seinen Tribut. Da hätten sie „vom Pflücken gleich Knie, Arthrose und Rücken“.

Monika Kirchmaier (links) und Christa Jehle erzählen als Waschweiber vom Geschehen im Städtle.
Monika Kirchmaier (links) und Christa Jehle erzählen als Waschweiber vom Geschehen im Städtle. | Bild: Michelberger, Isabell

Altnarrenmütter erzählen "Alice im Wunderland" mit Fasnachtsbezügen

Die Altnarrenmütter schauten ebenfalls in den Lokalen vorbei und verbanden die Geschichte von „Alice im Wunderland“ mit den verschiedenen Elementen der Meßkircher Fasnachtstradition. Das Publikum fühlte sich gut unterhalten durch die kreativen Darbietungen und die Musikkapellen.

Die Rehe und der Jäger aus Thalheim und Buchheim setzen sich für Fröhlichkeit in der Fasnacht ein.
Die Rehe und der Jäger aus Thalheim und Buchheim setzen sich für Fröhlichkeit in der Fasnacht ein. | Bild: Michelberger, Isabell

Die Tradition des Schnurrens

Es gehört zu einer alten Tradition, dass Schnurrer-Gruppen an Fasnacht durch die Lokale ziehen. Während sie früher maskiert und anonym ihr Wissen preisgaben, sind es heute feste Formationen oder spontan gebildete Gruppen, die mit Musik für Stimmung sorgen oder mit Redebeiträgen allzu (Zwischen-)Menschliches aufgreifen.

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