Herr Simsek, wie geht es Ihnen?

Danke, mir geht es soweit gut! Ich hoffe Ihnen und ihrer Familie auch.

Ja, glücklicherweise. Es sind aber schon außergewöhnliche Zeiten gerade. Wie ist für Sie das Leben ohne Fußball?

Langweilig, wenn man das ganze Leben Fußball gespielt hat, Woche für Woche. Und auf einmal darf man das nicht mehr, das ist schon komisch. Mir fehlt das Kräftemessen am meisten, und das Gefühl, Tore zu erzielen.

Wie verbringen Sie Ihre Tage?

Jetzt hat man Zeit, für alles was sonst liegen bleibt, wie den Keller aufräumen oder den Garten schön machen. Zudem gehe ich fast täglich alleine eine Stunde joggen oder mache ein Home-Workout. Zum Glück habe ich ein paar Gewichte zu Hause rumliegen.

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Eigentlich sollten Sie jetzt Tore in der Bezirksliga für den Türkischen SV Singen schießen...

Ja, das würde ich auch sehr gerne. Leider ist das aufgrund der aktuellen Lage nicht möglich!

Das anvisierte Ziel Landesliga-Aufstieg könnte sich durch Corona erledigt haben.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Saison annulliert wird. Somit wäre das Thema Aufstieg vorbei!

Marcel Simsek.
Marcel Simsek. | Bild: privat

Sie glauben nicht, dass in dieser Saison noch einmal gespielt werden kann?

Sollten wir Ende April wieder spielen dürfen, denke ich, dass man es zeitlich noch hinbekommen könnte mit ein paar Englischen Wochen. Oder man verlängert die Saison nach hinten bis Ende Juni. Ansonsten sehe ich da leider keine Chance.

Sie standen vor der Winterpause ja bereits bei 37 Treffern. Bei einem Saisonabbruch hätte sich auch ihre Rekordjagd auf die 42 Saisontreffer in der Bezirksliga erledigt.

Ja, das wäre schon schade, so einen Lauf werde ich wohl nie mehr haben. Allerdings ist das alles in diesen Zeiten unwichtig.

Bild: Waibel, Markus

Ihr Wechsel vom CFE Independiente Singen zum TSV Singen und die kolportierte Ablösesumme haben für viel Wirbel gesorgt. Wie oft wurden Sie angesprochen? Verstehen sie die Aufregung?

Das war schon ein Riesentheater. Ich hatte innerhalb von ein paar Stunden über 100 Nachrichten und Anrufe. Ich wusste zwar, dass da was auf mich zukommt, aber dass es sich so entwickeln würde, hätte ich nie erwartet – deshalb verstehe ich die Aufregung überhaupt nicht, denn am Ende vom Tag ist es „nur“ Fußball.

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Viele kritisierten, dass ein Wechsel in der Bezirksliga ein Finanzvolumen von einigen Tausend Euro hat.

Ich selbst hatte damit ja nichts zu tun, die Vereine haben sich untereinander halt so geeinigt. Die Ablösesummen im Fußball haben sich eben leider so entwickelt. Und solche Wechsel sind in der Bezirksliga ja auch nicht an der Tagesordnung. Außerdem möchte ich an der Stelle auch mal sagen, dass es beeindruckend ist, was der TSV Singen auf die Beine stellt, wir waren beispielsweise zur Rückrundenvorbereitung im Trainingslager in der Türkei. Die Organisation, die Unterstützung – das hat Oberliganiveau hier.

Was würden Sie sich für die kommenden Wochen wünschen?

Dass die Menschen auf sich Acht geben, sich nicht infizieren und sich daran halten, was die Regierung vorgibt. Umso mehr wir auf uns aufpassen, umso schneller ist diese Phase vorbei!

Wollen Sie Ihren Teamkollegen noch was sagen?

Natürlich – ich bin unglaublich dankbar, wie problemlos sie mich aufgenommen haben. Und nicht nur meine Mitspieler, sondern alle Menschen im Verein, das ist wirklich schön!

Marcel Simsek, hier noch im Independiente-Trikot.
Marcel Simsek, hier noch im Independiente-Trikot. | Bild: privat