Holger Schank, Zunftmeister der Katzenzunft Meßkirch.
Holger Schank, Zunftmeister der Katzenzunft Meßkirch. | Bild: Manfred Dieterle-Jöchlle

Rundum zufrieden ist Holger Schank, Zunftmeister der Meßkircher Katzenzunft, mit der Fasnet in diesem Jahr. Er hat in diesem Jahr erstmals das Amt des obersten Repräsentanten der Zunft inne. Und er wird bei den Wahlen im kommenden Jahr erneut um dieses Amt kandidieren, sagte er in einem Bilanzgespräch zur Fasnet 2019 in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER.

Bei keiner der von der Zunft ausgerichteten närrischen Veranstaltungen gab es Schlägereien. Am Dienstagmorgen seien vom Meßkircher Polizeiposten keine solchen oder ähnliche Vorfälle registriert worden, sagte Schank nach seinem Besuch bei den Ordnungshütern. Das Konzept, dass die Zunft am Montag in den Abendstunden zwei zusätzliche Sicherheitsleute patrouillieren lässt, habe sich bewährt. Insgesamt waren sechs private Sicherheitskräfte im Einsatz.

Denn vor allem nach dem Umzug sind die Besenwirtschaften gut gefüllt und das närrische Volk ist in großer Zahl unterwegs. Alleine in der Stadthalle seien schließlich rund 1200 Menschen gewesen – bei bester Stimmung, wie der Zunftmeister versichert. Und hier gab es noch einen rauschenden Abschied von den Swamp Hoppers aus Sauldorf. Diese Tanzgruppe verabschiedet sich in diesem Jahr von der Bühne und gab in Meßkirch eine ihrer Abschiedsvorstellungen. Und schließlich habe das Wetter während der närrischen Tage in Meßkirch absolut mitgespielt, sagte Schank.

Vor allem beim närrischen Frühschoppen und mit Inzigkofens Bürgermeister Bernd Gombold als Beklagtem des Narrengerichts stimmte das Programm. Dem Zunftmeister ist klar, dass der Bürgermeister der Nachbargemeinde einen Glanzpunkt beim Zunftball gesetzt hatte. Es komme ganz entscheidend auf die Qualitäten des Angeklagten an, sagte Schank in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Und es sei schwierig, im Voraus einzuschätzen, ob der Auftritt zünde, wie es am Schmotzigen dieses Jahres der Fall war.

Für den Zunftmeister war auch die Zahl von acht Beiträgen während des Frühschoppens nicht zu groß. Denn auch hier sei die Qualität der Akteure und deren Beiträge entscheidend. Das Gasthaus Froben hält Schank wegen dessen Größe auch in Zukunft als den idealen Ort für den Frühschoppen. In der Vergangenheit hätten sich auch schon mehr Besucher eingefunden als dieses Jahr. Was die Meßkircher Fasnet grundsätzlich anlangt, wünscht sich Schank, dass noch mehr freie Gruppen aktiv sind.

  • Schnurren weiter an zwei Tagen: In diesem Jahr hat die Zunft den Sonntag als zweiten Schnurrertag etabliert. Auch 2020 werde die Zunft dafür sorgen, dass Schnurrergruppen am Fasnetssonntag durch die Stadt ziehen. Nach den Rückmeldungen, die er bekommen hat, ist er sich sicher, dass sich die eine oder andere Gruppe lieber auf den ruhigeren Sonntag verlegen wird, da der Trubel am Fasnetsmändig nach dem Narrensprung doch relativ groß sei. Und für das kommende Jahr kündigt Schank an, dass es eine Fortsetzung der Narrakademie geben wird. Dieses Angebot, die historischen Hintergründe der Fasnet tiefgründig zu beleuchten, werde auf jeden Fall weiterverfolgt.
  • Idee zu einem großen Narrentreffen: "Zahlreiche Gruppen bestätigen uns, dass die Stimmung am Fasnetsmändig in Meßkirch einfach hervorragend ist," sagte Schank im Gespräch mit dieser Zeitung. So war beispielsweise auch die Stockacher Guggenmusik-Gruppe der Yetis hier, obwohl doch die Nachbarstadt eine Fasnetshochburg sei. Im Restaurant Etna gab es an diesem Abend überraschend "ein Klein-Stockach". Und er erzählt von einer Narrengruppe aus Wasserburg am Bodensee, die sich nach Meßkirch aufgemacht hatte. Deren Zunftmeister ist ein gebürtiger Meßkircher. In Zusammenhang mit der guten Stimmung, die am Fasnetsmändig in der Regel unter dem närrischen Volk herrsche, werde in der Zunft darüber nachgedacht, mal wieder ein größeres Narrentreffen auszurichten. Dabei denkt Holger Schank in erster Linie nicht an ein Treffen der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN), der die Meßkircher Katzenzunft angehört. Ein Treffen der Zünfte der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee sei leichter auf die Beine zu stellen. Da dafür beispielsweise keine Übernachtungsmöglichkeiten organisiert werden müssten. Nach den Überlegungen Schanks könnte die Katzenzunft ein Narrentreffen der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee gemeinsam mit der Menninger Fuchszunft und der Rohrdorfer Eulenzunft ausrichten.
  • Konzept für den Zunftball wird weiterentwickelt: In fünf Jahren soll das Programm des Zunftballs so gut sein, dass es die Narren in großer Zahl in die Stadthalle lockt. Wie schon erwähnt, war das Narrengericht mit Bernd Gombold gelungen, ebenso lobte Schank den Auftritt der Altnarrenmütter und den der neuen Narrenmutter Ilona Boos. Programmpunkte dieser Qualität wünscht sich Holger Schank auch für künftige Zunftbälle. Es müsse noch etwas am Programm des zweiten Teils, der sich an das Narrengericht anschließt, gefeilt werden, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Mit den eigenen Notizen zum diesjährigen Zunftball würden sich die Mitglieder des Zunftrats erst in einigen Wochen beschäftigen. Möglicherweise müsse auch nochmals über eine andere Gestaltung in der Halle nachgedacht werden. Jetzt hätten jedoch erst mal alle genug von der Fasnet. Geplant würde das Programm des Zunftballs erst wenige Monate davor. Klar ist aber, dass es auch 2020 eine eigene Disko für Jugendliche parallel zum Zunftball geben wird. Die Idee dazu hatten zwei junge Frauen der Fledermausgilde. Und deren Konzept sei aufgegangen- auch was die Geräuschkulisse angeht. Aus den Reihen des Zunftrats habe es die Befürchtung gegeben, dass die Geräusche aus der Disko, die in der Nebenhalle stattfand, die Besucher des Zunftballs stören würden. Dies war nach den Beobachtungen von Holger Schank aber nicht der Fall.
  • Sorgenfalten wegen Auflagen: Was die künftige Organisation von närrischen Großereignissen in Meßkirch anlangt, macht sich Schank Sorgen wegen einer weiter verschärften, aus seiner Sicht nicht lebenswirklichen Reglementierung. In diesem Zusammenhang lobt er die oftmals unbürokratische Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Bürgermeister Arne Zwick würde sich immer sehr stark für die Interessen der Zunft einsetzen. Dies sei in anderen Städte wie beispielsweise Offenburg völlig anders. Schank berichtete vom dortigen Narrentreffen und erzählte, dass sich die Übernachtungsquartiere für die Zünfte weit außerhalb des Stadtkerns befunden hätte. Für einen Platz im Massenlager wären 25 Euro zu zahlen gewesen, dazu kamen drei Euro für den Bus-Shuttle, da die Entfernung zu weit gewesen sei. Im Vergleich dazu hätte ein Hotelzimmer in der Innenstadt 36 Euro gekostet. Da manche Verwaltung die Fasnet wenig unterstützen würde und die Reglementierungen etwa für die Sicherheit des Umzugswegs immer strenger würden, geht Meßkirchs Zunftmeister davon aus, dass es künftig immer weniger große Narrentreffen geben werde. Die Katzenzunft würde wegen der schönen Masken noch Einladungen zu Narrentreffen bekommen. Einst seien diese zuhauf eingegangen.