Mit Holger Schank haben die Narren der Heidegger-Stadt wieder einen Vorsitzenden, der nahtlos die Arbeit von Martin Birk fortsetzen kann. Seine einstimmige Wahl am Samstag bei der Jahreshauptversammlung war eigentlich nur eine Formsache. Birk verzichtete nach acht Jahren Amtszeit aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen auf das Amt. Der bisherige Narrenchef ist mit einstimmiger Billigung der Versammlung zum Ehrenzunftmeister ernannt worden. Die zweite Personalie an diesem Abend lief nicht so glatt über die Bühne. Der langjährige Säckelmeister Alfred Gmeiner stellte sein Amt ebenfalls zur Verfügung. Er weigerte sich, die ihm von der Zunft zugedachte Ehrung anzunehmen. Gmeiner beschuldigt den Katzenrat, ihn ohne Rücksprache aus dem Gremium ausgeschlossen zu haben. Martin Birk wies diese Darstellung zurück. Neuer Hüter der geordneten närrischen Finanzen ist Jürgen Fecht.

Erstmals Frau im Vorstand

Im Rahmen dieser vorgezogenen Teilwahlen zur Vorstandschaft öffnete sich die Narrenzunft zum ersten Mal in ihrer Geschichte für Frauen in der Vorstandschaft. Constanze Kirchmaier fungiert jetzt als stellvertretende Zunftmeisterin. Edith Weber kümmert sich in Zukunft um die Mitgliederverwaltung. Ebenfalls im Katzenrat sind nun auch offiziell Brauchtumsmeister Armin Heim und Matthias Zembrod als neuer Petter Letzkopf. Abgesehen von diesen Formalien einer Hauptversammlung war am Samstagabend die Letzkopf-Rede wieder ein Höhepunkt und gleichzeitig der Startschuss in die neue Saison, die zur Freude der Narren erst am 5. März in den Flammen des bevorstehenden Aschermittwochuntergehen wird. Die Katzenzunft jedenfalls ist für die kommenden sieben Wochen auf eine lange, anstrengende und fröhliche Fasnet ausgerichtet. Das zeigte sich am Samstag

Letzkopf hält mit dem "Kätzle" Theo Tscholl die nächste Narrengeneration im Arm
Letzkopf hält mit dem "Kätzle" Theo Tscholl die nächste Narrengeneration im Arm. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Das Programm dieses Tages war bis auf die bereits erwähnten Neuigkeiten Tradition. Zuerst wurde der Meßkircher Erznarr, der Petter Letzkopf, aus dem Schloss befreit. Zu seiner ersten Amtshandlung wurde er im närrischen Triumphzug auf den Saumarkt geleitet. Dort demonstrierten die Narren mit dem "Kätzle aus dem Sack", dass die Zukunft der organisierten Narrenumtriebe in der Stadt gesichert ist. Danach ging es zum Genuss der Narrensuppe in ein Lokal, am Samstag war es der "Adler/Alte Post". So gerüstet fanden Katzen, Fledermäuse, Hirling-Hansele, Vumesser, Narreneltern und sonstiges buntes Volk Kraft und Ausdauer für die Jahreshauptversammlung im Martinssaal.

Zunftsäckel ist gut aufgefüllt

Finanziell geht es nach dem letzten Kassenbericht von Alfred Gmeiner den Katzen und ihrem Gefolge sehr gut. Der Kassenstand konnte zum Jahresende auf 65 000 Euro angehoben werden. Bei der Zunft sind aktuell 745 Mitglieder eingeschrieben.

In den kommenden sieben Wochen haben Meßkirchs Katzen und ihr Gefolge freie Bahn in Stadt und Land. Zusammen mit den anderen Hästrägern der Zunft werden sie dafür sorgen, dass das Brauchtum nicht stirbt. Bilder: Hermann-Peter Steinmüller
In den kommenden sieben Wochen haben Meßkirchs Katzen und ihr Gefolge freie Bahn in Stadt und Land. Zusammen mit den anderen Hästrägern der Zunft werden sie dafür sorgen, dass das Brauchtum nicht stirbt. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

In seiner Abschiedsrede hob Martin Birk die Bedeutung der Jugendarbeit für den Fortbestand der Zunft und damit für die Erhaltung des närrischen Brauchtums im Städtle hervor. Die Narrenzunft biete den jungen Mitgliedern ein Jahresprogramm, andererseits rief Birk die Jungnarren dazu auf, sich aktiv an der kommenden Fasnet zu beteiligen. Holger Schank erklärte in seiner Antrittsrede, es gehe nicht um seine Person, sondern um die Fasnet und die Katzenzunft an sich.

Die Rede von Petter Letzkopf sorgte für einige Lachsalven. Mit feinem Humor nahm er einige kommunale Schlaglöcher, die Ablachbahn oder die Einbruchserie in der Buchhandlung aufs Korn: "Das Buch ist weg, das Buch ist weg, es stand einmal beim Schönebeck." Über die Ehrungen wird der SÜDKURIER noch berichten.