2. Volleyball-Bundesliga: TSV Mühldorf – TSV Mimmenhausen 2:3 (14:25, 25:23, 25:17, 22:25, 8:15). – Mimmenhausen hat – zum fünften Mal schon in der Saison – in letzter Minute den Kopf aus der Schlinge gezogen und bleibt auch im neunten Spiel ungeschlagen. 25:14, 23:25, 17:25, 25:22 und 15:8 lauteten die Satzergebnisse im Duell mit dem Aufsteiger, der ohne Furcht oder Respekt vor dem Favoriten auftrat.

Pampel braucht viel Geduld

Und so musste Christian Pampel viel Geduld und Vertrauen in seine Spieler aufbringen, ehe der Sieg feststand. „Der Konflikt war echt schwer“, sagt der ehemalige Weltklasseangreifer über die sehr lange dauernde Phase, in der Mimmenhausen so gar nicht souverän wirkte. „Da habe ich echt überlegt, was mache ich jetzt“, erzählt Pampel.

Er wechselt sich nicht selbst ein

Er wechselte sich dann aber trotzdem nicht ein. Seine Verletzung am rechten Bein, vor Wochen beim Klettern erlitten, ließ das einfach nicht zu. Punkte verschenken aber geht dem erfolgreichen Spieler und Trainer so was von gegen den Strich. Auf der anderen Seite soll Mimmenhausen „in Zukunft ja auch ohne mich gewinnen“.

Mimmenhausen dreht die Partie

Trotz der wenig hilfreichen drei Wochen Zwangspause wegen Corona: Das gelang. Weil Außenangreifer Jonas Hoffmann – „er hatte einen schwarzen Tag erwischt“ (Pampel) – von einem Heiko Schlag ersetzt werden konnte, der die Annahme stabilisierte, in der Abwehr ein Pluspunkt war und mit seinen Aufschlägen für Druck auf den Mühldorfer Riegel sorgte. Und weil Federico Cipollone zum Höhepunkt des Duells wieder zur gewohnten Stärke fand.

Cipollone zum MVP gewählt

Zuvor hatte der Zuspieler mit internationalem Format seine Angreifer nicht immer in beste Abschlusspositionen bringen können. Was der Italiener im Tiebreak herausgehauen hat (im Block und beim Matchball), sorgte dafür, dass er zum MVP gewählt wurde. Für Christian Pampel hätte auch Lukas Alexander Ott diese Ehre verdient gehabt. „Er war aus meiner Sicht der Beste von uns“, lobt Pampel seinen Außenangreifer.

Waldinger vertritt Pampel bestens

Den Umschwung von „unglaublich vielen Fehlern“ (Pampel) nach dem viel zu einfach gewonnenen ersten Satz hat aber die gesamte Mannschaft fertig gebracht, mit dem Rücken zur Wand in stoischer Ruhe. Auch und gerade ein Benedikt Waldinger, der seinen Mentor auf der Diagonalen bestens vertreten hat. „Er hat mitgeholfen“, klopft ihm Pampel verbal auf die Schultern, „dass wir uns aus dem Bodenlosen wieder heraus gekämpft haben.“

Partie hätte auch 1:3 verloren gehen können

Pampel vergisst trotz aller Freude über den Sieg in einem Spiel ohne ihn nicht, dass die Partie durchaus hätte 1:3 verloren gehen können. „Über einen oder zwei vergebene Punkte im vierten Satz ärgert sich der TSV Mühldorf, der sehr gut gespielt hat, sicher sehr.“

TSV Mimmenhausen: Ott, Birkenberg, Waldinger, Hoffmann (Schlag), Becker, Cipollone (MVP), Müller, Kasperzak (beide Libero).

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