1. Runde SBFV-Pokal: Als sich Anfang Juli eines Morgens das Handy von Andre Eckstein immer wieder meldet, wird das Grinsen des Spielertrainers des FC Schwandorf/Worndorf/Neuhausen mit jedem Mal breiter. Es ist stets dieselbe Nachricht auf dem Display, die den 30-Jährigen erfreut. „Wir sind gezogen worden“, steht da. Und wieder. Und wieder.

Am anderen Ende ist Yannik Wunderlich, der Sportvorstand des Kreisliga-A-Vereins, der die Qualifikation zum südbadischen Verbandspokal in Orsingen-Nenzingen vor Ort verfolgt. Da der Bodensee-Bezirkspokal 2019/20 wegen Corona abgebrochen wurde, mussten die letzten Entscheidungen am Grünen Tisch fallen.

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Zunächst gewann Schwandorf/Worndorf/Neuhausen per Los sein Nachholspiel im Achtelfinale. Auch als von den Viertelfinalisten vier für den Verbandspokal gezogen wurde, war Ecksteins Team dabei. Einer aus dem Quartett wurde zudem direkt in die erste Hauptrunde gelost.

Das war, na klar, ein weiteres Mal der FC Schwandorf/Worndorf/Neuhausen. „Die Auslosung war mega“, freut sich Eckstein noch einen Monat später, „das ist für uns eine Sensation. So ein Losglück zu haben, ist Wahnsinn.“

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Was vor dem Losentscheid nur ein Scherz in den Reihen der Mannschaft war, ist jetzt Realität. Am Samstag, 15.30 Uhr, empfängt die Kreisliga-Mannschaft als krasser Außenseiter das Landesligateam des FC Furtwangen auf dem Waldsportplatz in Worndorf.

„Furtwangen hat sich in der Qualifikation schwergetan“, sagt Eckstein, der das 3:2 nach Verlängerung beim Schwarzwälder Bezirksligisten SV Obereschach als Zuschauer verfolgt hat. „Insgeheim war ich aber doch froh, dass sie gewonnen haben. Ein Landesligist lockt doch noch mal ein paar Zuschauer mehr an“, sagt Eckstein.

Andre Eckstein.
Andre Eckstein. | Bild: privat

Seine Mannschaft solle nun mit Spaß ins Spiel gehen. „Wir haben nichts zu verlieren“, erklärt der Spielertrainer, der das junge FC-Team im vergangenen Sommer übernommen hat und einen Umbruch moderieren musste.

„Wir wollen einfach befreit aufspielen. Unsere neue Philosophie ist es, schönen, attraktiven und erfolgreichen Fußball zu spielen und dem Publikum zu zeigen, dass es sich lohnt, auch bei uns in der Kreisliga A zuzuschauen“, fügt Eckstein hinzu.

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Obwohl die Chancen auf eine erneute Überraschung gering sind, freut der 30-Jährige sich, dass die Partien wieder auf dem Rasen entschieden werden. „Ab jetzt soll alles sportlich geklärt werden, auch wenn wir uns keine Riesenchance ausrechnen“, sagt Andre Eckstein.

„Lieber verliere ich und habe 90 Minuten spielen dürfen, als den ganzen Tag in Quarantäne zu sitzen und mich über Losglück zu freuen.“

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