Herr Melchert, die Saison in der 2. Handball-Bundesliga wurde abgebrochen. Was bedeutet das für die HSG Konstanz?

Für uns bedeutet das erst einmal eine vernünftige Planungssicherheit. Wir laufen jetzt nicht mehr von Tag zu Tag in ein neues Thema.

Zudem haben Sie den Klassenerhalt geschafft.

Genau, es wird keine Absteiger geben, abgesehen von der HSG Krefeld, die keine Lizenz beantragt hatte. Hinzu kommen in der nächsten Saison vier Aufsteiger aus der 3. Liga, Coburg und Essen steigen in die erste Liga auf.

Sind Sie mit der Entscheidung des vorzeitigen Saisonendes einverstanden?

Für mich gab es keine andere vernünftige Lösung. Über allem steht die Gesundheit, und auch bei Geisterspielen wäre für mich die Gefahr zu groß gewesen, dass sich jemand ansteckt und das Virus verbreitet. Der zweite Aspekt ist auch eine finanzielle Geschichte. Jedem Verein war klar, dass viele Clubs ohne Zuschauer ganz schnell pleite wären. Bei uns machen die Tickets zwischen 25 und 30 Prozent des Saisonetats aus.

Wie lange könnte die HSG Konstanz ohne die Zuschauereinnahmen überleben?

Wenn ein, zwei größere Sponsoren abspringen und die Zuschauereinnahmen fehlen, wird jeder Verein schnell große Probleme bekommen. Viele können dann den Laden nach einem Monat zumachen. Bei uns sind aber trotz der aktuellen Situation im Prinzip noch alle Sponsoren dabei.

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Macht die Sicherheit der Ligazugehörigkeit Ihre Arbeit in Bezug auf Neuzugänge nun einfacher?

Einerseits ja, andererseits nein. Wir wissen zwar, in welcher Liga wir spielen werden, allerdings ist noch völlig offen, wann die neue Saison losgeht. Stand jetzt, soll es bis 31. August keine Großveranstaltungen geben, aber da hätte die Runde schon lange angefangen. Hinzu kommt, dass man in Zeiten von Kurzarbeit keine Verträge verlängern oder neue abschließen darf. Das wird bei uns solange gehen, bis wir wieder trainieren können, was wiederum vom Saisonstart abhängt.

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Ihr Job bleibt also schwierig?

Auf jeden Fall, auch wenn die normale Arbeit weitergeht. Ich bin weiterhin mit Spielern in Kontakt und spreche mit ihnen über die Zeit nach Corona, aber alles verzögert sich natürlich weiter. Man muss auch schauen, was mit anderen Vereinen passiert, ob es Rückzüge aus der Liga gibt. Wir sind mit dem Saisonabbruch zwar einen Schritt weiter, es ist aber trotzdem noch vieles unklar.

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