Wie fühlt es sich an, nach so langer Zeit wieder voll mit dabei zu sein?

(strahlt) Super! Ich hoffe, dass ich nun lange dabei und fit bleibe. Es war aber auch so, dass ich schon in der vergangenen Saison immer ganz nahe dran am Team und im Training war. Ich habe so nicht das Gefühl, mich integrieren zu müssen. Aber ein Spiel habe ich lange nicht mehr gemacht, da gehört es dazu, erst einmal wieder reinkommen zu müssen.

Bist Du zufrieden mit den ersten Spielen nach dem Comeback?

Als Mannschaft hatten wir eine durchwachsene Vorbereitung, die zum Ende hin immer besser wurde. Das Pokalspiel in Aue war in Ordnung, wir waren nahe dran. Wären wir vollzählig gewesen, hätten wir vielleicht gewinnen können. Das ist ein gutes Zeichen. Ich konnte mich in den vergangenen Wochen steigern, es ist immer besser geworden. Nach sieben Monaten Pause ist dafür außerdem Spielpraxis nötig. Ich bin schmerzfrei, muss allerdings noch ein paar Dinge wieder vollständig aufbauen. Zusammen mit unseren Physios und Athletiktrainerin Cleo Oexle sind wir mit einem individuellen Programm gut dabei.

Überwiegt nach dem 25:27 in Aue die Enttäuschung oder das Gefühl, mithalten zu können?

Es war ein Test unter Realbedingungen beim Elften der letzten Zweitliga-Saison. Wir haben uns gut präsentiert und mitgehalten. Zwar hatte Aue den Verlust des überragenden Spielers Eric Meinhardt aufzufangen, bei uns haben jedoch einige Spieler gefehlt. Insgesamt hat es gepasst, in der Abwehr können wir uns noch ein bisschen steigern.

Mit der 2. Bundesliga geht einer Deiner Kindheitsträume in Erfüllung. Wie groß ist die Vorfreude?

Ich freue mich unglaublich auf die Saison. Es gibt kaum Cooleres, als sich mit solchen Teams und Spielern zu messen. Eine unwahrscheinlich tolle Aufgabe, für die wir immer alles abrufen müssen.

Wie schätzt Du die Liga nach ihrer Verkleinerung von 20 auf 18 Clubs ein?

Die Qualität dürfte durch die Verkleinerung noch einmal gestiegen sein. Keiner wird abfallen, das Niveau ist hoch. Bei uns muss man auch erst einmal gewinnen, selbst als Spitzenteam. Ich erwarte einen größeren Pool aus vielleicht zehn Teams, die mehr oder weniger ernsthaft gegen den Abstieg kämpfen und einen kleineren aus vier bis sechs Vereinen, die den Aufstieg unter sich ausmachen.

Wie groß sind die Chancen der HSG mit jungem Kader auf den Klassenerhalt?

Wir haben einen breiten Kader und viele Spieler, die auf mehreren Positionen eingesetzt werden können. Wir müssen Heimstärke aufbauen und unsere laute Halle nutzen. Mit Kampfgeist und einer guten, unangenehmen Abwehr werden wir die nötigen Punkte einfahren.

Der Saisonauftakt hat es in sich: Hüttenberg, Bietigheim und Hamm – drei ambitionierte Ex-Erstligisten.

Da kann man nur positiv überraschen. Werden es 0:6 Punkte, kommt es, wie es alle erwartet haben. Gelingt uns nur eine Überraschung, haben wir Punkte, die uns keiner zugetraut hat. Ich sehe es positiv: Wir können Big Points holen, gelingt das aber nicht, müssen wir einfach ruhig weiterarbeiten.

Deine Wünsche für die neue Saison?

Für mich persönlich gilt es, gesund zu bleiben und diese Saison so durchzuspielen, wie ich die letzte begonnen habe. Dazu viele Punkte holen und am Ende über dem Strich stehen. Das würde ich so sofort unterschreiben.