Fußball-Bezirksliga: – Zum Saisonausklang war beim Meister SV 08 Laufenburg irgendwie die Luft raus. Mit einem eher mageren und mühsamen 2:1 bei Neuling FC Grießen verabschiedeten sich die Null-Achter, vier Jahre nach dem Abstieg, wieder in die Landesliga.

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Allerdings hatte die Grießener Gegenwehr einen klaren Grund, denn der Elf von Andreas Bauhuber drohte das Abrutschen auf einen möglichen Abstiegsplatz.

Neulings-Derby: Kapitän Jörg Ritter, hier im Kopfballduell mit Max Hauser vom Derby-Rivalen und Mit-Aufsteiger SV Rheintal, erreichte mit dem FC Grießen, der 2012 nach 30 Jahren in die Bezirksliga zurückgekehrt war, den Ligaverbleib.
Neulings-Derby: Kapitän Jörg Ritter, hier im Kopfballduell mit Max Hauser vom Derby-Rivalen und Mit-Aufsteiger SV Rheintal, erreichte mit dem FC Grießen, der 2012 nach 30 Jahren in die Bezirksliga zurückgekehrt war, den Ligaverbleib. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Da aber Lokalrivale FC Erzingen sein letztes Spiel beim FV Fahrnau mit 2:0 gewann, waren der FC Grießen und der FC Hochrhein (1:4 in Murg) gerettet. Die Fahrnauer rutschten auf Platz 14, drückten erfolgreich dem FC Wittlingen für die Relegation die Daumen.

Erfolgserlebnis: Stefan Beer (Mitte), als spielender Trainer, und Tobias Jehle an der Seitenlinie führten Vizemeister FC Wittlingen im Sommer 2013 erstmals in der Vereinsgeschichte via Relegation in die Landesliga.
Erfolgserlebnis: Stefan Beer (Mitte), als spielender Trainer, und Tobias Jehle an der Seitenlinie führten Vizemeister FC Wittlingen im Sommer 2013 erstmals in der Vereinsgeschichte via Relegation in die Landesliga. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Es nutzte, denn das Trainer-Duo Tobias Jehle an der Seitenlinie und Stefan Beer auf dem Feld führte die Elf aus dem Kandertal durch ein 1:3 (Tor: Manuel Meier) und 2:0 (Tore: Benjamin Bastian, Godfried Bonsu) gegen den SV Au-Wittnau erstmals in der Clubgeschichte in den überregionalen Fußball.

Goldenes Tor: Beim 1:3 seiner Elf im Relegations-Hinspiel beim SV Au-Wittnau traf Kapitän Manuel Meier für den FC Wittlingen. Dank dieses Treffers reichte es im Rückspiel vor 2100 Zuschauern nach dem 2:0-Sieg zum Aufstieg in die Landesliga.
Goldenes Tor: Beim 1:3 seiner Elf im Relegations-Hinspiel beim SV Au-Wittnau traf Kapitän Manuel Meier für den FC Wittlingen. Dank dieses Treffers reichte es im Rückspiel vor 2100 Zuschauern nach dem 2:0-Sieg zum Aufstieg in die Landesliga. | Bild: Scheibengruber, Matthias

So endete für den FC Wittlingen die Saison vor 2100 Zuschauer doch noch triumphal. Die Vorrunde war mit 24 Punkten ganz ordentlich verlaufen. Im Frühjahr träumte nach Pleiten beim SV Weil II (1:2) und gegen den SV Rheintal (1:3) niemand mehr. Plötzlich aber drehten die Wittlinger auf, holten aus den restlichen 17 Spielen noch 28 Punkte. Bei der 1:2-Niederlage in Wallbach war Platz zwei bereits gesichert. Bis dahin waren das Team schon ins Pokalfinale gestürmt, unterlag aber dort dem SV 08 Laufenburg mit 1:3, revanchierte sich aber neun Tage später mit einem 5:2.

Souveräner Meister 2013: Der SV 08 Laufenburg holte sich mit bisher unerreichten 79 Punkten den Bezirksliga-Titel mit dieser Mannschaft. Hinten, von links: Trainer Erkan Aktas, Koordinator David Gartner, Michael Weinert, Benjamin Ebner, Fayjik Onurlu, Norbert Schneider, Dashnor Hoti, Markus Rufle, Felix Zölle, Matthias Feldmann, Maximilian Stockkamp, Berhon Hoti, Daniel Herzog, Fitnesstrainer Moritz Becker sowie (vorn, links) Betreuer Klaus Bächle, Alex Michel, Philipp Scheible, Ralf Rudigier, Christoph Mathis, Sandro D‘Accurso, Giovanni Tardo, Marcus Widmann, Onur Yildirim und Torwarttrainer Sven Goronzi.
Souveräner Meister 2013: Der SV 08 Laufenburg holte sich mit bisher unerreichten 79 Punkten den Bezirksliga-Titel mit dieser Mannschaft. Hinten, von links: Trainer Erkan Aktas, Koordinator David Gartner, Michael Weinert, Benjamin Ebner, Fayjik Onurlu, Norbert Schneider, Dashnor Hoti, Markus Rufle, Felix Zölle, Matthias Feldmann, Maximilian Stockkamp, Berhon Hoti, Daniel Herzog, Fitnesstrainer Moritz Becker sowie (vorn, links) Betreuer Klaus Bächle, Alex Michel, Philipp Scheible, Ralf Rudigier, Christoph Mathis, Sandro D‘Accurso, Giovanni Tardo, Marcus Widmann, Onur Yildirim und Torwarttrainer Sven Goronzi. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Diese Niederlage war für den souveränen Meister aus Laufenburg die einzige Pleite während der gesamten Saison. Bis im Waldstadion das vorab propagierte Saisonziel „Aufstieg“ tatsächlich Formen angenommen hatte, mussten sich Trainer Erkan Aktas und der Anhang gedulden.

Husarenstreich: In der Nachspielzeit tauchte Torwart Markus Glaisner vom SV BW Murg im Strafraum des SV 08 Laufenburg auf und besorgte mit diesem Kopfball den umjubelten 2:2-Ausgleich im Derby.
Husarenstreich: In der Nachspielzeit tauchte Torwart Markus Glaisner vom SV BW Murg im Strafraum des SV 08 Laufenburg auf und besorgte mit diesem Kopfball den umjubelten 2:2-Ausgleich im Derby. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Der Start verlief holprig. Dem 2:2 beim Neuling SV Rheintal folgte ein denkwürdiges 2:2 im Derby gegen den SV BW Murg. Die Null-Achter führten bis zur fünften Nachspielminute, dann pfiff Schiri Mark Hohmann einen letzten Freistoß für die Gäste. Rico Schellin sah, dass sein Torhüter Markus Glaisner, der heute Deiss heißt und beim FC Wehr spielt, in den Laufenburger Strafraum gelaufen war. Schellin flankte, Glaisner köpft, Dashnor Hoti staunte und Ralf Rudigier flog ins Leere – Ausgleich, Jubel, Frust.

Begraben: Irgendwo unter dieser Spieler-Pyramide ist Markus Glaisner, zu erkennen am orangeroten Stutzen, nach seinem Kopfballtor zum 2:2 für den SV BW Murg in Laufenburg versteckt.
Begraben: Irgendwo unter dieser Spieler-Pyramide ist Markus Glaisner, zu erkennen am orangeroten Stutzen, nach seinem Kopfballtor zum 2:2 für den SV BW Murg in Laufenburg versteckt. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Den schossen sich die Laufenburger eine Woche später beim SV Nollingen von der Seele, siegten dort mit 4:2. In der Folge gaben sich die Laufenburger bis zur Winterpause kaum noch eine Blöße, spielten nur noch 0:0 in Erzingen und 1:1 gegen den FC Wallbach, übernahmen am 21. Oktober nach einem 2:0 beim SV Buch die Tabellenführung und stürmten in Windeseile dem Double entgegen.

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Die Laufenburger spielten eine historische Saison. Die Ausbeute von 79 Punkten wurde nie zuvor und auch danach nicht mehr erreicht. Nur ein Törchen fehlte am Ende, um die 100-Treffer-Marke zu knacken. Es passte in allen Mannschaftsteilen, das Festhalten an Trainer Erkan Aktas hatte sich gelohnt. Der heute beim Verbandsligisten FV Lörrach-Brombach tätige Trainer stand in seiner ersten Saison, als dem Club nach dem Landesliga-Abstieg der Durchmarsch in die Kreisliga A drohte, schwer auf der Kippe.

Blitztreffer: Ganze 16 Sekunden waren gespielt, als Max Stockkamp diesen Treffer für den SV 08 Laufenburg gegen den SV Rheintal erzielte. Beim 10:0 gegen den SV Nollingen gelang Stockkamp ein Hattrick binnen elf Minuten.
Blitztreffer: Ganze 16 Sekunden waren gespielt, als Max Stockkamp diesen Treffer für den SV 08 Laufenburg gegen den SV Rheintal erzielte. Beim 10:0 gegen den SV Nollingen gelang Stockkamp ein Hattrick binnen elf Minuten. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Großen Anteil am Sturmlauf hatte die Laufenburger Offensive. Maximilian Stockkamp traf nach Belieben, bejubelte beim 4:1 gegen den SV Rheintal das schnellste Saisontor, als er nach 16 Sekunden getroffen hatte. Beim 10:0 gegen den SV Nollingen traf er vier Mal, inklusive Hattrick binnen elf Minuten.

Torgarant: Mit fünf Treffern auf dem Konto wechselte Sandro D‘Accurso in der Winterpause vom FC Erzingen zum späteren Meister SV 08 Laufenburg und legte weitere 17 Saisontore nach.
Torgarant: Mit fünf Treffern auf dem Konto wechselte Sandro D‘Accurso in der Winterpause vom FC Erzingen zum späteren Meister SV 08 Laufenburg und legte weitere 17 Saisontore nach. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Ebenfalls vierfacher Torschütze war der junge Sandro D‘Accurso, der in der Winterpause vom FC Erzingen gekommen war. Der Italiener, der als Jugendspieler schon im Waldstadion spielte, und vor der Saison 2019/20 zum dritten Mal nach Laufenburg wechselte, kam mit fünf Saisontoren und traf im Laufenburger Trikot noch 17 Mal. Zwölf Laufenburger Tore markierte der Herrischrieder Markus Rufle, der nach abgeschlossenem Studium ein erfolgreiches Comeback im Waldstadion feierte.

Comeback: Markus Rufle kehrte vor der Saison zum SV 08 Laufenburg zurück und steuerte zahlreiche Tore zum Meistertitel bei.
Comeback: Markus Rufle kehrte vor der Saison zum SV 08 Laufenburg zurück und steuerte zahlreiche Tore zum Meistertitel bei. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Weniger gut verlief die Saison für den SV Herten, der schwer gebeutelt aus dem Abenteuer Landesliga zurück gekommen war. In der Vorrunde schien der Mitfavorit seiner Rolle gerecht zu werden, spielte 30 Punkte ein und hatte nach 19 Spielen als Tabellenzweiter mit 40 Zählern noch sieben Punkte Vorsprung auf den FC Wittlingen. Aus den restlichen elf Spielen holte das Team von Thorsten Szesniak nur noch ach Punkte, rutschte in der Abschlusstabelle auf den fünften Platz ab.

Wetterkapriolen: Beim FC RW Weilheim war der Kunstrasenplatz schon in der Saison 2012/13 fertig, also konnte trotz des Schneetreibens am 28. Oktober (!) gegen den FC Hochrhein gespielt und 1:0 gewonnen werden.
Wetterkapriolen: Beim FC RW Weilheim war der Kunstrasenplatz schon in der Saison 2012/13 fertig, also konnte trotz des Schneetreibens am 28. Oktober (!) gegen den FC Hochrhein gespielt und 1:0 gewonnen werden. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Das Frühjahr 2013 hatte es ohnehin in sich. Nach einem frühen Wintereinbruch im November mit etlichen Spielausfällen schob Staffelleiter Wolfgang Spitz (Stühlingen) zahlreiche Nachholspiele vor sich her. Im März wurde es nicht besser, Regen und Schnee ließen das Gedränge im Spielplan immer enger werden.

Rote Karte: Nachdem sich Übergriffe gegen die Unparteiischen gehäuft hatten, wurde Ende April 2013 ein kompletter Spieltag im Bezirk Hochrhein als „Signal“ abgesagt. Unsere Zeitung berichtete mit einer Sonderseite über das bundesweit beachtete Thema.
Rote Karte: Nachdem sich Übergriffe gegen die Unparteiischen gehäuft hatten, wurde Ende April 2013 ein kompletter Spieltag im Bezirk Hochrhein als „Signal“ abgesagt. Unsere Zeitung berichtete mit einer Sonderseite über das bundesweit beachtete Thema. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Die Situation für Spitz war schlimm, und es kam noch schlimmer. Bei einem Jugendspiel eskalierte die in der Vergangenheit immer stärker Gewalt gegen Schiedsrichter, als ein Unparteiischer von einem B-Junior niedergeschlagen wurde. Die Reaktion des Bezirks Hochrhein und seiner Schiedsrichter war knallhart, der folgende Spieltag am Wochenende 27./28. April 2013 wurde komplett abgesagt.

Klare Ansage: Schiedsrichter-Obmann Ralf Brombacher nimmt hier nicht nur Dany Quintero vom SV Nollingen ins Gebet. Nach einem tätlichen Übergriff gegen einen Unparteiischen in einem Jugendspiel initiierte er mit dem Bezirk Hochrhein eine generelle Spieltagsabsage im April 2013.
Klare Ansage: Schiedsrichter-Obmann Ralf Brombacher nimmt hier nicht nur Dany Quintero vom SV Nollingen ins Gebet. Nach einem tätlichen Übergriff gegen einen Unparteiischen in einem Jugendspiel initiierte er mit dem Bezirk Hochrhein eine generelle Spieltagsabsage im April 2013. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Eine heftige Diskussion entbrannte bei Vereinen und Anhängern mit bundesweiter Resonanz. Zwischen „nötiger Weckruf“ und „Sippenhaft“ war die komplette Bandbreite von Zustimmung bis Ablehnung der Maßnahme zu lesen.

Rechtfertigung: Schiedsrichter-Chef Ralf Brombacher (Kandern) erklärte die generelle Spieltags-Absage im großen SÜDKURIER-Interview.
Rechtfertigung: Schiedsrichter-Chef Ralf Brombacher (Kandern) erklärte die generelle Spieltags-Absage im großen SÜDKURIER-Interview. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Nicht erst heute, also sieben Jahre später, sind die meisten Beteiligten immer noch der Meinung, dass die Reaktion seinerzeit richtig war, denn die Zahl der Spielabbrüche ging zurück. Übergriffe gegen Unparteiische sind im Bezirk Hochrhein seither kein Thema mehr gewesen.

Tor-Talent: Der aus dem Nachwuchs gekommene Bilal Yusuf Cam (rechts) erzielte für den FC Wallbach in seiner Premieren-Saison 21 Tore. Hier überlistet er Dany Quintero, den kubanischen Ex-Nationaltorhüter vom SV Nollingen.
Tor-Talent: Der aus dem Nachwuchs gekommene Bilal Yusuf Cam (rechts) erzielte für den FC Wallbach in seiner Premieren-Saison 21 Tore. Hier überlistet er Dany Quintero, den kubanischen Ex-Nationaltorhüter vom SV Nollingen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

So kam es, dass gegen Ende der Saison von Wolfgang Spitz ein wahrer „Spiele-Stau“ abgebaut werden musste. Erstmals in ihrer Geschichte musste die Bezirksliga die letzten drei Spieltage binnen acht Tagen über die Bühne bringen.

Bezirksliga-Saison 2012/2013

Torschützenkönig: 24 Mal traf Sven Maier für den FC Erzingen in der Saison 2012/13 und wurde damit bester Torschütze der Liga.
Torschützenkönig: 24 Mal traf Sven Maier für den FC Erzingen in der Saison 2012/13 und wurde damit bester Torschütze der Liga. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Wie in jeder Spielzeit überstanden auch 2012/13 nicht alle Trainer die komplette Amtszeit. Beim Neuling SV Nollingen, der erst am dritten Spieltag das erste Tor kassierte und nach sechs Spielen den kubanischen Ex-Nationaltorhüter Dany Quintero vom SV Weil zurück holte, gab René Granig nach neun Spielen aus beruflichen Gründen die Verantwortung an den neuen Spielertrainer Christian Jäger weiter.

Rückzug: Als Spielertrainer hörte René Granig (rechts, gegen Stefan Kaiser vom FC Grießen) beim Aufsteiger SV Nollingen schon nach neun Partien auf, blieb dem Club aber als Spieler erhalten.
Rückzug: Als Spielertrainer hörte René Granig (rechts, gegen Stefan Kaiser vom FC Grießen) beim Aufsteiger SV Nollingen schon nach neun Partien auf, blieb dem Club aber als Spieler erhalten. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Granig blieb aber als Spieler an Bord. Jäger feierte zum Einstand das von ihm selbst per Foulelfmeter besiegelte 3:3 – nach 0:3-Rückstand – gegen den SV Buch. Neun Spiele und nur sechs Punkte später musste Jäger wieder gehen, Jürgen Brachwitz kam, konnte aber den Abstieg des Aufsteigers nicht mehr verhindern.

Trainer-Duo: Harald Wittke und Uwe Berger führten den TuS Efringen-Kirchen nach dem Fehlstart und der Trennung von Germano Fanciulli auf den siebten Tabellenplatz.
Trainer-Duo: Harald Wittke und Uwe Berger führten den TuS Efringen-Kirchen nach dem Fehlstart und der Trennung von Germano Fanciulli auf den siebten Tabellenplatz. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Zuvor hatte Germano Fanciulli nach dem Fehlstart des TuS Efringen-Kirchen mit vier Punkten aus den ersten sechs Spielen und Unstimmigkeiten mit der sportlichen Leitung seinen Posten zur Verfügung gestellt. Uwe Berger und Harald Wittke wollten bis zur Winterpause das Training übernehmen, blieben dann aber doch bis Sommer, um dann das Zepter an Hanspeter Schlagenhof zu übergeben.

Da war die Welt noch in Ordnung: Gemeinsam bejubeln Trainer Michael Gessner und David Bosek den 2:0-Sieg von Aufsteiger FV Fahrnau gegen Landesliga-Absteiger SV Herten. Zwei Monate später, nach dem 1:9 in Efringen-Kirchen, musste Gessner gehen.
Da war die Welt noch in Ordnung: Gemeinsam bejubeln Trainer Michael Gessner und David Bosek den 2:0-Sieg von Aufsteiger FV Fahrnau gegen Landesliga-Absteiger SV Herten. Zwei Monate später, nach dem 1:9 in Efringen-Kirchen, musste Gessner gehen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Die dritte Trainerentlassung erfolgte Anfang November beim FV Fahrnau nach dem 1:8 beim TuS Efringen-Kirchen. Michael Gessner musste gehen, Werner Reich kam für ihn. Doch Reich blieb nicht lang im Amt, für ihn war Ende April die Mission nach acht Niederlagen in Folge vorbei. Immerhin gelang unter Interimstrainer Marius Bosek – dank des Wittlinger Aufstiegs – der glückliche Ligaverbleib.

Retter im Klettgau: Nach 18 Punkten aus den letzten acht Spielen durfte sich der Anfang Mai geholte Trainer Josef Nowak beim FC Erzingen feiern lassen.
Retter im Klettgau: Nach 18 Punkten aus den letzten acht Spielen durfte sich der Anfang Mai geholte Trainer Josef Nowak beim FC Erzingen feiern lassen. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Beim FC Erzingen hatte Winfried Hauser im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg einen Umbruch eingeläutet, doch das Team tat sich schwer und beendete die Vorrunde auf dem drittletzten Platz. Zum Saisonende wollte Hause aussteigen, als Nachfolger sollte der Lottstetter Mico Kalem vom SV Schaffhausen kommen. Nach dem 1:6 seiner Elf beim FC Wittlingen trat Hauser vorzeitig vom Amt zurück, die Erzinger holten Josef Nowak aus Büsingen. Unter dem Ex-Profi holte die Klettgau-Elf rettende 18 Punkte aus den letzten acht Spielen.

Jubelschrei: Mit dem SV Buch stand Trainer Torsten Stockmann an den ersten sechs Spieltagen sensationell an der Tabellenspitze. Am Ende der Saison verließ er den Club allerdings.
Jubelschrei: Mit dem SV Buch stand Trainer Torsten Stockmann an den ersten sechs Spieltagen sensationell an der Tabellenspitze. Am Ende der Saison verließ er den Club allerdings. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Überraschend gab der SV Buch kurz vor Saisonende bekannt, dass Torsten Stockmann nach zwei Jahren wieder gehen wird – obwohl im Winter die Zusammenarbeit bis 2014 vereinbart worden war. Zur neuen Saison übernahm Giuseppe Pavano den Aufsteiger von 2012.

Verzweifelt: Lang kämpfte Spielertrainer Giuseppe Stabile mit dem SV BW Murg gegen den Abstieg. Nach dem erreichten Ligaverbleib verabschiedete er sich zum Neuling FSV Rheinfelden, mit dem er ein Jahr später den Durchmarsch in die Landesliga schaffte.
Verzweifelt: Lang kämpfte Spielertrainer Giuseppe Stabile mit dem SV BW Murg gegen den Abstieg. Nach dem erreichten Ligaverbleib verabschiedete er sich zum Neuling FSV Rheinfelden, mit dem er ein Jahr später den Durchmarsch in die Landesliga schaffte. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Ähnliches begab sich beim SV BW Murg, dem Spielertrainer Giuseppe Stabile signalisiert hatte, dass er bereit sei, gemeinsam mit Adi Portmann das Team weiter zu trainieren. Zum Saisonende wurde bekannt, dass Stabile zum FSV Rheinfelden wechseln würde.

Ratlos: Spielertrainer Benjamin Gallmann (hier beim 1:4 gegen den FC Grießen) beendete seine letzte Saison bei der SG Schlüchttal mit mageren 14 Punkten und als Schlusslicht während der kompletten Spielzeit.
Ratlos: Spielertrainer Benjamin Gallmann (hier beim 1:4 gegen den FC Grießen) beendete seine letzte Saison bei der SG Schlüchttal mit mageren 14 Punkten und als Schlusslicht während der kompletten Spielzeit. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Kurioses gibt es auch aus der Saison 2012/13 zu berichten. Im Fokus standen einmal mehr die Torhüter nicht nur wegen des Last-Minute-Tores von Markus Glaisner für die Blau-Weißen aus Murg. Am gleichen Spieltag verletzte sich Andreas Beck von der SG Schlüchttal in Erzingen schwer am Knie – in der ersten Spielminute. Ein Ersatz-Torhüter war nicht zur Stelle, dafür aber unter den Zuschauern der angeschlagene Stürmer Michael Güntert, der nach dem Spiel mit seiner Freundin eigentlich ins Kino wollte. Daraus wurde nichts, denn Güntert wurde kurzerhand zum Torwart umfunktioniert, vermochte aber die 0:4-Pleite nicht zu verhindern.

Torriecher: Daniel Cassetta (links, gegen Marcel Rüd und Torwart Simon Eckert) traf hier gegen den SV Buch und netzte insgesamt 21 Mal für den SV Weil II ein.
Torriecher: Daniel Cassetta (links, gegen Marcel Rüd und Torwart Simon Eckert) traf hier gegen den SV Buch und netzte insgesamt 21 Mal für den SV Weil II ein. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Beim FC RW Weilheim feierte nach der Winterpause ein gewisser Lars Müller, der später Trainer werden sollte, seinen Einstand. Zwei Jahre zuvor hatte Müller beim FC Zell aus beruflichen Gründen aufgehört und war nach Tiengen gezogen.

Einstand: Lars Müller stand am 9. März 2013 erstmals in Tor des FC RW Weilheim, wurde später Trainer des Teams.
Einstand: Lars Müller stand am 9. März 2013 erstmals in Tor des FC RW Weilheim, wurde später Trainer des Teams. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Sein Comeback feierte – auch in Weilheim – Marc Meier vom FC Hochrhein, weil Stammtorwart Max Boll eine Gelb-Rot-Sperre absitzen musste. Die hatte er sich beim 3:2-Sieg gegen den FC Wittlingen eingehandelt. Für die letzten elf Minuten war Feldspieler Patrick Bergdorf zwischen die Pfosten gestanden – in guter Familientradition, denn auch seine Schwester Maike und sein Bruder Dominik zeichneten sich als zuverlässige Torleute aus.

Voller Einsatz: Auf ungewöhnliche Weise hielt Florian Güntert von der SG Schlüchttal beim 0:1 auf dem Hartplatz in Murg seinen Kasten mehr oder weniger sauber.
Voller Einsatz: Auf ungewöhnliche Weise hielt Florian Güntert von der SG Schlüchttal beim 0:1 auf dem Hartplatz in Murg seinen Kasten mehr oder weniger sauber. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Dass er auch Torwart kann, musste Fabio Hallasch vom TuS Efringen-Kirchen gleich zwei Mal in Folge beweisen. Beim 1:2 gegen den SV Herten flog Jörg Bürgin vom Platz, eine Woche später erwischte es Tobias Butzer – beide Mal war Hallasch gefordert. Auf ungewöhnliche Weise war auch Florian Güntert von der SG Schlüchttal gefordert, als Schnee und Regen den Hartplatz beim SV BW Murg nahezu unbespielbar machten. Mit einem Baustellen-Besen schob der Torwart die Wasserlachen aus dem Fünfmeter-Raum. Der SÜDKURIER schoss davon Fotos in der Breitmatte, die den Umbau zum Kunstrasenplatz seinerzeit forcierten.

Karrierestart: Jonas Brombacher (im Hintergrund) leitete die Partie des FC Wallbach gegen den SV Herten. Es war das zweite Bezirksliga-Spiel des damals 15-Jährigen aus Kandern, der heute in der Regionalliga pfeift.
Karrierestart: Jonas Brombacher (im Hintergrund) leitete die Partie des FC Wallbach gegen den SV Herten. Es war das zweite Bezirksliga-Spiel des damals 15-Jährigen aus Kandern, der heute in der Regionalliga pfeift. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Forciert wurde seinerzeit in Murg auch eine beispiellose Karriere. Der damals 15-jährige Jonas Brombacher leitete am ersten Spieltag die Partie der Blau-Weißen gegen den SV Herten. Es war das erste Bezirksliga-Spiel des Jugendlichen aus Kandern. Heute, sieben Jahre später, zählt er zur Riege der südbadischen Regionalliga-Schiedsrichter.

Harter Schlag: Schiedsrichter Mario Janutsch unterbricht die Partie zwischen dem SV Herten und dem FC Wallbach, nachdem er versehentlich den Wallbacher Marco Weimann (am Boden) K.O. geschlagen hatte.
Harter Schlag: Schiedsrichter Mario Janutsch unterbricht die Partie zwischen dem SV Herten und dem FC Wallbach, nachdem er versehentlich den Wallbacher Marco Weimann (am Boden) K.O. geschlagen hatte. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Ganz soweit hat es sein Kamerad Mario Janutsch aus Zell nicht gebracht, in den Schlagzeilen stand der Unparteiische – wenn auch unfreiwillig – dennoch. Janutsch leitete Anfang April das Spiel des SV Herten gegen den FC Wallbach, als er dem Wallbacher Christoph Mutter ein Handzeichen gab, dass dieser wieder ins Spiel kommen dürfe. Im gleichen Moment aber lief Marco Weimann von hinten auf den Schiedsrichter zu und lief mit vollem Tempo ins Janutschs ausschwingenden Arm – und ging erstmal benommen zu Boden. Mit einem entschuldigenden Handschlag zwischen Schiri und Spieler war die Sache aber schnell erledigt.