Fußball-Bezirksliga: – Nein, Georg Isele glaubt nicht, dass seine Elf in der kommenden Saison zu kampflosen Punkt kommt, weil die Konkurrenten den gut versteckten Sportplatz nicht finden: „Ist doch ganz einfach. In Tiengen nach links ins Steinatal abbiegen und dann alles geradeaus“, beschreibt der Trainer die Anfahrt.

Nun ja, ganz so einfach ist es auch wieder nicht, die Sportanlage an der Straße nach Ühlingen zu finden. Etwas versteckt hinter hügeligen Wiesen, oberhalb von Untermettingen, ist das nördliche Domizil des Aufsteigers zu finden. An der zweiten Heimat der SG Mettingen/Krenkingen fahren die meisten Gastvereine ohnehin vorbei. Der Sportplatz in Detzeln liegt gleich links am Ortseingang – kaum zu übersehen.

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Wer wann wohin zum Spiel fahren muss, ist aktuell noch nicht bekannt, denn die SG Mettingen/Krenkingen hat bei ihrer Gründung vor sieben Jahren beschlossen, dass die „Erste“ den Spielort für ihre Heimspiele rhythmisch wechselt: Ein Spiel beim SV Krenkingen, das nächste Spiel beim SV Untermettingen. Richtig auf den Spielplan zu schauen, ist also oberstes Gebot der 16 Gastmannschaften.

Video: Scheibengruber, Matthias

Für das Kombi-Team – die SG Mettingen/Krenkingen firmiert nicht als Verein – ist das Wechselspiel kein Problem: Seit dem Zusammenschluss haben sie sich an diesen Rhythmus so gut gewöhnt, dass die Heimstärke sprichwörtlich ist. Egal, ob die Jungs von Georg Isele in Untermettingen oder Detzeln antreten – hier zu punkten wird für jeden Gegner schwer.

Georg Isele kam vor drei Jahren gemeinsam mit seinem langjährigen Spezi Björn Winter, der als Torwarttrainer nicht nur Kult, sondern unverzichtbar ist, mehr oder weniger zurück nach Untermettingen. Mehr oder weniger deshalb, weil Isele zwar in den vergangenen Jahren in Berau, Tiengen, Geißlingen tätig war, aber so ganz „nebenbei“ noch als „Techniktrainer“ den Nachwuchs der SG Steina-Schlüchttal anleitete.

Klare Vorgabe: Meistertrainer Georg Isele peilt mit Neuling SG Mettingen/Krenkingen nicht nur den Verbleib in der Bezirksliga an: „Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz.“
Klare Vorgabe: Meistertrainer Georg Isele peilt mit Neuling SG Mettingen/Krenkingen nicht nur den Verbleib in der Bezirksliga an: „Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Mit der Übernahme des Amtes von Aufstiegstrainer Markus Blatter vor zwei Jahren hat Isele die Erfolgsgeschichte im Steinatal fortgeschrieben. Zunächst führte er das Team 2019 auf den dritten Platz, verpasste die Relegation nur knapp. Ehe die Saison 2019/20 wegen der weltweiten Corona-Pandemie abgebrochen wurde, führte seine Mannschaft die Liga souverän an, hielt den SV BW Murg mit sechs Zählern Vorsprung auf Distanz. Neben einem 0:2 gegen den FC Weizen leistete sich das junge Team ein 1:1 bei C.S.I. Laufenburg und ein 3:3 beim FC Geißlingen.

SG Mettingen/Krenkingen

Für Isele ist der Aufstieg vor allem das Produkt einer weitsichtigen Jugendarbeit und seines Feilens in den letzten beiden Spielzeiten: „Die Mannschaft hat Potenzial und deshalb ist der Aufstieg nicht nur verdient, sondern nötig. Manchmal waren wir so überlegen, dass die Gegner schon gestrahlt haben, wenn wir nur 3:0 gewonnen haben. Künftig sind wir wieder gefordert – das ist gut und wichtig.“

Das Vertrauen in die aktuelle Mannschaft ist ungebrochen: „Hier ist etwas gewachsen“, blickt Isele auf einen Kader von 25 Spielern: „Die werden wir in dieser Saison auch brauchen. Nicht nur wegen Corona bleibt abzuwarten, wie sich alles entwickelt.“

Drei Neuzugänge zur kommenden Saison

Drei Neue tummeln sich dennoch im Training. Steffen Huber kam vom FC Tiengen 08 zurück, um doch noch einmal mit seinem Kumpel Daniel Albicker – beide spielten gemeinsame am Langenstein in der Landesliga – im Team zu stehen.

Youngster Marius Thoma hat den Lokalrivalen FC Schlüchttal verlassen: „Er hat viele Kollegen bei uns. Mit denen wollte er schon immer zusammenspielen. Durch die Vereinbarung mit den anderen Vereinen spielen Jungs, die der SG Steina-Schlüchttal entwachsen sind, aber zuerst bei ihrem Heimatverein“, erklärt Isele den Wechsel des jungen Stürmers, von dem er große Stücke hält. Das Trio vervollständigt der 21-jährige Dominik Jordan, der vom SC Lauchringen kommt: „Er sucht bei uns eine neue Herausforderung“, so Isele.

Geballte Macht aus dem Steinatal: Mit dieser Mannschaft startet Aufsteiger SG Mettingen/Krenkingen in die Bezirksliga. Zum Kader gehören (hinten, von links): Kevin Siebold, Raphael Otteny, Daniel Albicker, Ahmet Mou, Domenik Jordan, (Mitte, von links) Co-Trainer Björn Winter, Frederik Happle, Christoph Baschnagel, Marius Thoma, Manuel Boll, Jannik Kaiser, Sven Gantert, Daniel Bächle, Simon Gantert, Trainer Georg Isele sowie (vorn, von links) Felix Erne, Yannik Boll, Julian Bächle, Tim Beck, Florian Maier und Steffen Huber. Auf dem Foto fehlen Moritz Erne, Christoph Stoll, Samuel Gantert, Tobias Marder, Felix Kohler und Betreuer Mathias Vogelbacher.
Geballte Macht aus dem Steinatal: Mit dieser Mannschaft startet Aufsteiger SG Mettingen/Krenkingen in die Bezirksliga. Zum Kader gehören (hinten, von links): Kevin Siebold, Raphael Otteny, Daniel Albicker, Ahmet Mou, Domenik Jordan, (Mitte, von links) Co-Trainer Björn Winter, Frederik Happle, Christoph Baschnagel, Marius Thoma, Manuel Boll, Jannik Kaiser, Sven Gantert, Daniel Bächle, Simon Gantert, Trainer Georg Isele sowie (vorn, von links) Felix Erne, Yannik Boll, Julian Bächle, Tim Beck, Florian Maier und Steffen Huber. Auf dem Foto fehlen Moritz Erne, Christoph Stoll, Samuel Gantert, Tobias Marder, Felix Kohler und Betreuer Mathias Vogelbacher. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Der mehrfache Meistertrainer aus Brenden betont, dass vor dem Saisonstart die Uhren auf Null gedreht werden: „Jeder Spieler bekommt seine Chance, Pfründe gibt es keine.“ Probleme im internen Konkurrenzkampf sieht er nicht: „Beispielsweise haben wir in Christoph Baschnagel und Yannik Boll zwei großartige Torleute. Sie sind beste Kumpels und hüten abwechselnd das Tor.“

Als Saisonziel hat Georg Isele – naturgemäß – den Ligaverbleib für den Neuling ausgegeben. Allerdings will er sich nicht mit dem ersten Nichtabstiegsplatz begnügen: „Wir streben einen einstelligen Tabellenplatz an – und das ist machbar.“