Fußball-Kreisliga B-2: – Es war eine kurios anmutende Szene, als Schiedsrichter Necmettin Özdemir (Klettgau) das denkwürdige Spiel zwischen dem SV Todtmoos und dem FC Schönau II abgepfiffen hatte: „Es kam gar kein richtiger Jubel auf“, erinnert Spielertrainer Axel Rümmele an eine eher verhaltene Stimmung auf der Jägermatt: „Wir schauten uns fragend an. Kann es tatsächlich sein, dass wir hier acht Tore schießen und trotzdem nur knapp gewinnen?“

15 Tore fielen in denkwürdigen 90 Minuten. Der FC Schönau gewann mit 8:7 beim SV Todtmoos. Kein Wunder hatte es im Verlauf des Spiels mehrfach Nachfragen beim Unparteiischen gegeben, wie es denn gerade steht: „In der Halbzeit erzählte ich etwas von einer knappen Führung, bis die Jungs sagten, dass wir 5:3 vorn liegen“, deutet Rümmele an, dass irgendwann auch ihm die Orientierung abhanden gekommen war.

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Vermutlich wird in Schönau noch lang über den kuriosen 8:7-Sieg der „Zweiten“ reden – sicher auch in Todtmoos. Für das Team von Trainer Dirk Haselwander war es besonders hart. Sieben Tore erzielen und doch als Verlierer zum Duschen gehen zu müssen.

„Held des Tages“ war Tim Eckert, der am Samstag seinen 21. Geburtstag feiert. Mit sieben blitzsauberen Toren für den FC Schönau II hatte der Hüne einen maßgeblichen Anteil am Verlauf des Spiels. „Für neutrale Zuschauer war es wohl ein unterhaltsamer Nachmittag“, deutet Rümmele an, dass ihn als Trainer sieben Gegentore eigentlich wurmen. Er selbst konnte sich nicht mal aus der Verantwortung stehlen: „Ich spielte auf Adrian Malzacher, ein Klassestürmer, der nicht in diese Liga gehört.“ Malzacher schoss übrigens vier Tore.

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Der Todtmooser Stürmer leitete das muntere Torefestival nach wenigen Sekunden ein, gab quasi den Startschuss zum „Tag des offenes Tore“. Zwischen der 7. und der 22. Minute traf Eckert mit dem starken linken Fuß, per Kopf – und weil es so schön lief – auch mit dem rechten Fuß. Und das aus 30 Metern.

Danach legte Eckert eine Pause ein, andere durften mal ran. Patrick Sachs verkürzte per Foulelfmeter auf 2:4 (33.). Dann erhöhte Simon Strohmeier auf 5:2 (37.) für die Gäste und nach dem 3:5 (45.) durch Adrian Malzacher ging es in die Halbzeit.

Dass Eckert und Strohmeier überhaupt in Todtmoos dabei waren, hatte übrigens einen ernsten Hintergrund. Das Duo saß mit Teamkollegen am vorigen Sonntag im Sonderzug des SC Freiburg, der auf der Rückfahrt vom Bundesliga-Spiel bei Union Berlin kurz vor dem S-Bahnhof „Bellevue“ in Brand geraten war: „Sie saßen drei Waggons weiter, hatten viel Glück“, weiß Rümmele: „Weil sie in Berlin übernachteten und erst im Verlauf des Sonntags heim kamen, verpassten Tim und Simon das Spiel unserer Ersten in Tiengen. Deshalb waren sie für uns spielberechtigt.“

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Nach der Pause verwandelte Eckert auch noch einen Strafstoß, legte zwei weitere Tore – unterbrochen von Malzacher – zum 8:4 (70.) nach. „Das war‘s aber nicht für uns, denn die Todtmooser gaben nie auf, machten weiter Druck“, so Axel Rümmele: „Tim hatte noch zwei Riesendinger auf dem Fuß. Ich glaub, dass ihn vor allem der nicht verwandelte Fallrückzieher geärgert hat. Das wäre die Krönung gewesen.“

Nach Spielende saßen beide Mannschaften zusammen, ließen das Geschehene – an dem übrigens die Torhüter Dzheyhan Hyuseinov und Tim Steinebrunner den geringsten Anteil hatte – Revue passieren. Und sie genossen die „Runde“, die der siebenfache Torschütze spontan springen ließ.

Dass es so schnell eine Wiederholung dieses Handball-Ergebnisses gibt, glaubt Rümmele nicht: „So etwas wird ähnlich einmalig bleiben, wie kürzlich das 22:1 des FSV Rheinfelden II in Brennet. Wir spielen am Samstag gegen den FC Wallbach II. Da wäre ich schon mit einem 1:0-Sieg absolut zufrieden.“

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