Wenn es einen Verein in der Bezirksliga gibt, für den der Corona bedingte Saisonabbruch zu einem besonders unglücklichen Zeitpunkt kam, dann ist es der Türkische SV Singen. Die Mannschaft belegte im März mit nur einer Niederlage Platz zwei und hatte in der Winterpause etliche prominente Zugänge ins Boot geholt, um den ersehnten Aufstieg in die Landesliga perfekt zu machen. Allen voran der überragende Torjäger Marcel Simsek, der in 16 Bezirksligaspielen 37 Mal für den CFE Independiente getroffen hatte.

Da die Vizemeister in der Ausnahmesaison 2019/20 keine Relegation ausspielen durften, blieben die Singener in der Liga, für die sie eigentlich schon jetzt zu groß scheinen. Bei der Frage nach dem Meistertipp fällt bei allen Bezirksligatrainern der Name TSV Singen.

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Im südbadischen Pokal deklassierte die Mannschaft von Trainer Slobodan Maglov zuletzt gleich zwei klassenhöhere Teams: in Runde eins den SC Gottmadingen-Bietingen mit 5:2, und in der zweiten Runde den FC Furtwangen mit 5:0. Zehn Treffer gegen zwei Landesligisten – und das ohne den noch verletzten Knipser Simsek. Wer soll diesen TSV denn stoppen?

Diese Frage hört der Trainer nicht gerne. „Einen Durchmarsch wird es nicht geben“, sagt Slobodan Maglov, „wir müssen erst mal unsere Spiele spielen.“ Die Vorbereitung seiner Mannschaft sei zwar gut verlaufen, doch auch andere Vereine hätten sich gut verstärkt, wie etwa der FC Öhningen-Gaienhofen mit Tobias Krüger vom Verbandsligisten FC Radolfzell.

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Wenn alles normal laufe, „werden fünf, sechs Mannschaften um die Meisterschaft spielen“ sagt Maglov. Neben seiner eigenen, die er wie Öhningen-Gaienhofen und den SC Konstanz-Wollmatingen zu den Favoriten zählt, traut der TSV-Coach auch Independiente Singen, dem FC RW Salem oder dem TSV Aach-Linz eine Überraschung zu.

„Von den Namen und dem spielerischen Potenzial sind wir stärker besetzt als letztes Jahr“, gibt Slobodan Maglov zu, „doch bis jetzt haben wir ohne große Erwartungen im Mittelfeld gespielt. Jetzt ist die Frage, wie die Jungs mit dem Druck klarkommen, wo wir oben dabei sein müssen.“

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Zum Erfolgsdruck kommt aber auch im Singener Süden jede Menge Erleichterung. „Fußball lebt vom Teamgeist und dem Spiel mit dem Ball. Die Coronapause war eine schwierige Zeit“, sagt der Trainer des TSV Singen. „Jetzt freuen sich erst mal alle, dass es endlich wieder losgeht.“

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