Nach der Petter-Letzkopf-Befreiung am vergangenen Samstag können sich langsam auch diejenigen Narren aus ihren Gemäuern wagen, die das restliche Jahr zum Lachen in den Keller gehen. Die Redaktion des Narrenblättles sucht mit neuem Motto nach Beiträgen aus Meßkirch und Umgebung. Darüber hinaus stehen einige Veränderungen beim Narrenblättle an.

Katzenzunft verkündet das Fasnetmotto

„Me hätt's wisse kenne“: Beim Gespräch mit dem SÜDKURIER gab die Redaktion des Narrenblättles das diesjährige Motto zur Fasnet bekannt. Stifterin der dramatischen Wendung war Frau Scheidemantel aus Sitzenhausen-Schnerkingen, die am letzten Schmotzigen Donnerstag gebannt auf die traditionelle Nudelsuppe sah. Diese drohte zu erkalten, da sich die Vumesser (mal wieder?) verspäteten.

Themen für lustige Beiträge gibt es genug

Aber auch lokal und global, politisch und kulturell "hätt me so einiges wisse kenne": CDU-Vorsitz, SPD-Dauertief, AfD-Spenden, Brexit-Chaos oder Donald Trump beweg(t)en die Welt. Und in Meßkirch? Bürgermeisterwahl, Investitur, Kirchenrenovation, Flüchtlingshilfe, Dürre auf dem Campus Galli und die vollständig erschlossene Industrie-Brache mitsamt Zoff bei der neuen B 311-Umgehung. Stoff ohne Ende für Besserwessis und andere Eigentümer von Insiderwissen. Was bleibt da der Redaktion der Katzenzunft anderes übrig, als die närrische Bevölkerung auch dieses Jahr um Beiträge zu bitten, die zeigen: Menschen bleiben vor allem wegen ihrer Schwächen Menschen.

Klassische Kurzprosa und Heimatlyrik

So hoffen Angelika und Armin Gmeiner, Martina Mühlherr, Franz Singler, Gernot Fischer und Jürgen Fecht nicht nur auf klassische Kurzprosa und Heimatlyrik, sondern auch auf alle heute erdenklichen Quellen und Kanäle wie WhatsApp & Co., um dem Frohsinn in der Zimmernstadt den Weg zu bahnen. Einen Sonderplatz erhält wie immer der Bozger des Jahres. Die Beiträge sollen bis Freitag, 1. Februar, über einen der Katzenzunft-Kanäle eingereicht werden (siehe Infokasten).

Narrenblättle-Verkäufer werden bezahlt

Danken wollte die Redaktion des Narrenblättles auch den ortsansässigen Tageszeitungen, denn ihr Wirken liefere einen maßgeblichen Fundus an Geschichten. Darüber hinaus sucht die Katzenzunft ab 22. Februar Verkäufer, wenn das Narrenblättle erschienen sein wird. Diese für die Fasnet bedeutsame Tätigkeit wird mit 50 Cent pro verkauftem Exemplar honoriert. Interessenten können sich im Elektrogeschäft von Jürgen Fecht oder bei einem Katzenrat ihres Vertrauens melden.

"Vorkomatischer Alkoholisierung auf Bierdeckeln"

Ach ja, da war ja noch etwas: die DSGVO. Die seit Mai vergangenen Jahres geltende europäische Datenschutzverordnung sorgt nicht nur für Diskussionen, sondern auch für Katzenjammer unter den Narren, schließlich dient sie dazu, die Entscheidung über die Veröffentlichung von Persönlichem den Betroffenen zu überlassen. „Für uns ist das ein ordentlicher Hinkefuß“, sagt Gernot Fischer, sodass der Narrenzunft nichts anderes übrig bleibt, als um „eine formlose Zustimmung der Protagonisten zu bitten, gerne auch während vorkomatischer Alkoholisierung auf Bierdeckeln“.

Verlegerpaar Angelika und Armin Gmeiner scheidet aus

Das Narrenblättle muss auch schwerwiegende Verluste beklagen. Evelyn Rosin verlässt das Redaktionsteam. Sogar die Blumen weinten, als sie zum Dank in die Hände von Evelyn Rosin kamen. Seit 2001 hat sie das Lach-Organ der Meßkircher Medienlandschaft mitgestaltet, zu dem sie über ihre Tätigkeit in der Druckerei Schönebeck gestoßen ist. Doch damit nicht genug: Auch Angelika und Armin Gmeiner haben ihren Rückzug angekündigt und sind 2019 das letzte Mal im Narrenblättle involviert. Das Ausscheiden des Verlegerpaares wird ein großer Verlust sein, doch die Katzenzunft bleibt unermüdlich und startet deshalb gleich den nächsten Aufruf und lädt Interessierte ein, trotz unaufhaltsamer Digitalisierung das analoge Blättle der Katzenzunft auch in Zukunft zu erstellen.