Statt dem üblichen „Guten Morgen Herr Lehrer“, mussten die jüngsten Schüler des Hegau-Gymnasiums am Montagmorgen eine neue Begrüßung lernen: ein kräftiges „Hoorig“. Das muss sitzen. Sie müssen ja schließlich wissen, wie man die Schulbefreier am Schmotzigen Dunschdig ordentlich begrüßt. Deswegen begann der erste Vorsitzende und Zunftmeister der Poppele-Zunft Stephan Glunk damit, ihnen die Bedeutung des Wortes zu erklären. Hoorig stehe für die gute Laune und die närrische Freude. Anschließend sang und erklärte Glunk die typischen Lieder zusammen mit den zukünftigen Abiturienten.

Das könnte Sie auch interessieren

Poppele gab es wirklich

Und mit der spannenden Geschichte des Poppele zog er die Kinder in seinen Bann. Vorbild dafür ist die historisch belegbare Figur des Popolius Mayer, der einst Burgvogt der Burg Hohenkrähen war. Stephan Glunk, der selbst ehemaliger Schüler des Hegau-Gymnasiums ist, holte zwei Schüler vor, die als Akteure für die Geschichte des Eierwiebs und des Poppele dienten.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Szenario: Poppele spielt der Frau, die mit einem Korb voller Eier unterwegs ist, auf dem Weg zum Engener Markt einen Streich. Als Felsblock getarnt, störte er sie beim Ruhen, sodass ihre Eier aus dem Korb den Berg hinunterrollen – ohne allerdings dabei kaputtzugehen. Wegen dieser Geschichte wirft bei der Fastnacht das „echte“ Eierwieb, dargestellt von Uwe Seeberger, jedes Jahr 800 ausgeblasene Eier, die keinem schaden. Zunftmeister Stephan Glunk machte generell deutlich, dass man an Fastnacht nur Dinge tun darf, die niemandem wehtun.

Das Herrscherpaar stellt sich vor

Danach wurde das diesjährige Hemdglonkerpaar Michael Gottzmann und Vivianne Spannbauer vorgestellt. Ab Donnerstag gelten sie dann als Herrscher über alle Hemdglonker in Singen und werden den Umzug bis zum Höhepunkt am Rathaus begleiten. Anschließend wurde der Hoorige Bär, als den auch Gottzmann sich verkleidet, vorgestellt. Ebenso vorgestellt wurde der Fellbär. Dieser wird während des Umzugs von einem sogenannten Treiber an der Leine geführt. Grund dafür ist vor allem, dass der Träger des Kostüms unter der schweren Montur kaum etwas zu erkennen vermag. Das durfte auch der SÜDKURIER-Mitarbeiter am eigenen Leib erfahren.

Am Ende gab es für jeden noch einen Film, über den die Kinder am Tag der Befreiung befragt werden. Wer den Film bis dahin gesehen hat und die Fragen beantworten kann, bekommt einen kleinen Preis. Am Donnerstag ist es soweit: Dann findet die Fastnacht ihren Höhepunkt in Singen. Die Narren erobern die Schulen und befreien die Schüler bis zum Ende der Ferien. Die närrische Unterrichtsstunde brachte aber schon vorher viel Spaß für die Kinder, vor allem da Stephan Glunk sie zum Mitmachen animieren konnte.