Die Feier zum 50. Geburtstag der Bonndorfer Guggemusik verlief in drei aufeinander abgestimmte Portionen, dem Empfang des Bürgermeisters und Schirmherrn Michael Scharf im Rathaus, einem perfekt organisierten Nachtumzug und einer Partynacht auf dem Areal der Stadthalle mit vier Bühnen, einem Festzelt und heißer Live-Musik für jeden Geschmack närrischer Stilrichtungen der Gegenwart.

Zunftmeisterempfang mit Gründungsmitgliedern

Zu den Melodien der Musikformation „Most“ – Musik ohne Strom – begann im Sitzungssaal des Rathauses ein lockerer Reigen von Erinnerungen an die Anfänge der Guggenmusik Bonndorf 1969, den Höhepunkten der ganzjährig aktiven Truppe bis hin zu einem Überblick der gegenwärtigen Auftritte als Beiträge zur örtlichen Fastnacht in der Pflumeschluckerstadt. „Wir sind stolz, ein solches Treffen in Bonndorf zu haben“, rief Schirmherr Bürgermeister Michael Scharf den Zunftmeistern und Delegierten der angemeldeten Vereine zu.

Zunftmeisterempfang: Die Gründungsmitglieder der Guggenmusik Bonndorf erhielten beim Zunftmeisterempfang im Rathaus von Freunden, Förderern und Wegbegleitern den gebührenden Applaus.
Zunftmeisterempfang: Die Gründungsmitglieder der Guggenmusik Bonndorf erhielten beim Zunftmeisterempfang im Rathaus von Freunden, Förderern und Wegbegleitern den gebührenden Applaus. | Bild: Erhard Morath

Aus 13 Gründungsmitgliedern entwickelte sich die Guggenmusik nicht nur musikalisch zur heutigen Größe mit 53 Aktiven mit einer Altersbandbreite zwischen 16 und 62 Jahren. Tobias Podeswa für die Gegenwart und Bruno Kalinasch für die Historie schilderten die Meilensteine, garniert mit unvergesslichen Anekdoten und Bildern, sehr zur Freude der Gästeschar.

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Auch Ehrennarrenvater Klaus Podeswa, Gründungsmitglied Hans Jung und „Most“-Musiker Martin Sedlak (Flake) steuerten mit musikalischen, poetischen Beiträgen zum kurzweiligen „offiziellen“ Feiern maßgeblich bei. In Kategorie „Besonders humor- und wertvoll“ lassen sich auch die Grußworte und Gastgeschenke der Zimmermannsgilde Daisendorf einreihen.

Nachtumzug mit 34 Gruppen

Pünktlich um 18 Uhr und mit einem fulminanten Feuerwerk startete der Nachtumzug zum Ziel Stadthalle. Von der Umzugsnummer 1, den Gundelsteinern aus Gündelwangen, bis hin zu den Storchestäghüüler Wehr am Ende entfachten die Guggenmusiken und Narrenzünfte aus nah und fern ein Festival ausgelassener Lebensfreude. Das Publikum stand meist dicht gedrängt entlang des Umzugsweges und ließ sich von der Begeisterung der Teilnehmer anstecken.

Umzug: Mit den Gundelsteinern (im Bild) und dem Katastrohen-Orchester (KOG) beteiligten sich gleich zwei Guggenmusiken aus Gündelwangen am Nachtumzug. Am Umzug nahmen 34 Gruppen teil.
Umzug: Mit den Gundelsteinern (im Bild) und dem Katastrohen-Orchester (KOG) beteiligten sich gleich zwei Guggenmusiken aus Gündelwangen am Nachtumzug. Am Umzug nahmen 34 Gruppen teil. | Bild: Erhard Morath

Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten im Spiel mit den Narren ihre helle Freude. Dagegen konnte selbst der Nieselregen nichts ausrichten. In der Dunkelheit kam einmal mehr die besondere Atmosphäre im Spiel mit Feuer, Licht und Finsternis zum Tragen. Dabei traten Masken, Gesichtsbemalung und die Optik insgesamt in völlig neuer Wahrnehmung in Erscheinung. Dämonischen Figuren bot der Umzug eine spezielle Plattform und waren häufig vertreten.

Vor der Halle: Direkt nach dem Nachtumzug präsentierten sich die Mühlengeister aus Eigeltingen auf der Freestyle-Bühne bei der Stadthalle mit ihren heißen Ohrwürmern.
Vor der Halle: Direkt nach dem Nachtumzug präsentierten sich die Mühlengeister aus Eigeltingen auf der Freestyle-Bühne bei der Stadthalle mit ihren heißen Ohrwürmern. | Bild: Erhard Morath

Auf halber Länge kommentierte Bernhard Podeswa den Umzug und gab kurze Hinweise zu den teilnehmenden Gruppen. Was er aus dieser Aufgabe dann machte, das war für Zuschauer und Teilnehmer das Sahnestück par excellence. Selbst sein frech eingestreutes „I love you“ quittierte das Publikum mit herzhaftem Lachen, um sich sofort über weitere spontane Ansagen amüsieren zu können.

Bernhard Podeswa kommentierte die beim Nachtumzug vorbeiziehenden Gruppen.
Bernhard Podeswa kommentierte die beim Nachtumzug vorbeiziehenden Gruppen. | Bild: Erhard Morath

Bei der Partynacht fordern sich die Guggen heraus

Nahtlos, ohne Rückstau, locker flockig, nahezu stressfrei ging der Umzug samt mitmarschierender Zuschauer vor der Stadthalle ins Innere des Gebäudes und in das mit zwei Bühnen ausgestattete riesige Partyzelt auf dem Parkplatz über.

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Marktbuden, eine Freestyle-Bühne vor dem Milchhäusle der Pflumeschlucker und mehrere große Stehtischelemente boten die Gelegenheit, das Feiern und Abtanzen auch unter freiem Himmel anzugehen. Zwölf Guggenmusikformationen standen sich im „Battle-Zelt“ von 19.30 bis 1.30 Uhr minutiös ausgetüftelt und vorbereitet gegenüber.

Im Battle-Zelt vor der Stadthalle erreichte die ohrenbetörende Feierlaune schon früh den Höchst-Level. Ein Durchkommen durch die Menge war nur noch bedingt möglich. So muss es sein aber auch sein.
Im Battle-Zelt vor der Stadthalle erreichte die ohrenbetörende Feierlaune schon früh den Höchst-Level. Ein Durchkommen durch die Menge war nur noch bedingt möglich. So muss es sein aber auch sein. | Bild: Erhard Morath

Das Partyvolk quittierte das Angebot mit unbändigem Zustrom, das Zelt verwandelte sich zeitweise in einen wahren Hexenkessel, ein Durchkommen – schier aussichtslos. Gemütlicher und bequemer konnte man sich im Umfeld des Zeltes und der Stadthalle austoben. Party pur mit weiteren neun Guggenmusiken, ebenfalls perfekt zeitlich abgestimmt und vorbereitet, fand im Inneren der Stadthalle einschließlich Foyer statt. Eine Riesentheke entlang der Längsseite und zwei zusätzliche Bewirtungsinseln inmitten der Halle, dazu ein VIP-Bereich für Ehrengäste auf der Empore und eine Showbühne an der Kopfseite der Halle versetzten das Publikum in Staunen.