Die Fasnetfeuer am alten Fasnetsunndig (oder Samschdig) haben in der Region Tradition. Mit dem Feuer wird das Ende der Fasnetsaison endgültig besiegelt. Während mancherorts das Spektakel von „Profis“ bestens organisiert und den Vorschriften entsprechend durchgeführt wird, gibt es andernorts ab und an Probleme mit nicht zugelassenem Brennmaterial, das von Unbekannten am Feuerplatz abgeladen wird. Und – es kann auch vorkommen, dass das Feuer einfach nicht richtig brennen will.

Bonndorf

Mit keinem der erwähnten Probleme hatten die Bonndorfer am alten Fasnetsunndig zu kämpfen. Weithin sichtbar brannte das Fasnetfeuer auf der höchsten Erhebung der Löwenstadt, auf dem Lindenbuck. Narrenrat Lothar Ketterer, der mit seinen Fasentfiir-Sammlern, einer 20 Mann starken Gruppen der Pflumeschlucker, den mächtigen Haufen von brennbarem Material aufgeschichtet hatte, hatte wenig Mühe, das Ganze zum Brennen zu bringen.

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Der zur Jahreszeit übliche heftige Westwind war dabei zwar kein freundlicher Begleiter, dafür aber das ziemlich trockene Sammelgut bestens geeignet, rasch Feuer zu fangen. Schon kurze Zeit später erhellten die Flammen die Gesichter der Fasnetfeuerbesucher, die sich allen Wetterkapriolen zum Trotz das Spektakel nicht entgehen lassen wollten und sich mehr und mehr von der Hitze aufwärmen lassen konnten.

An die 30 Wagenladungen seien am Ende zusammen gekommen, berichtete Lothar Ketterer. Dabei hatte der regennasse Samstag den Sammlern nicht nur Freude bereitet. Und so kam es, dass auch am Sonntag „jede Menge Holz“ seinen Weg auf den Lindenbuck fand.

Der Morast rund ums Feuer verdeutlichte, dass das Aufschichten nichts für Schmutz empfindliche Schönwetterseelen gewesen sein mochte. Stolz vereint mit Erwachsenen und Kindern, die den Flammen als Zuschauer ins Auge blickten, genossen sie, die „Fasentfiir-Sammler“, das gute Gefühl, es wieder mal geschafft zu haben. Und während die Kinder wie eh und je ihre Schneeballen mit Begeisterung ins Feuer warfen oder am Rande ihr eigenes kleines Fasnetfeuer mit Kleinholz am Leben hielten, diskutierten die Großen über die Pflumeschlucker-Fastnacht.

„Eine wunderschöne Fastnacht war‘s“, fand auch Narrenvater Clemens Podeswa als Fasnetfeuergast, „vor allem am Schmutzigen Donnerstag, am Sonntag und Montag konnten wir von optimalen Wetterbedingungen profitieren.“ Bleibt zu hoffen, dass der mächtige Funkenflug, der vom Fasnetfeuer versprüht die dunkle Nacht in Richtung Funkmast und „Adler“ tanzte, ein gutes Omen für das bevorstehende Jahr 2020 andeutete.

Gündelwangen

Andreas Fischer hatte das Kommando beim Fasnetfunken im Gündelwanger Hinterdorf. Fast quadratisch war das Gerüst aufgebaut, gut gefüllt, Wagenladungen mit Holz und vielen „Rieswellen“ sollten die Funken in die Höhe jagen, wenn es am Abend brennt auf dem Platz beim alten Bahnhof. Otmar Hofmeier war wie immer der Grillmeister, seine Fleischküchle mundeten hervorragend, die Spezialpaprika im Glas hatte es in sich. Als er dann am Abend richtig brannte, der Funken, ertönte Musik, das endgültige Ende der Fasnet wurde zelebriert.

Gündelwanger Vorderdorf: Der Fasnetfunken wächst in die Höhe.
Gündelwanger Vorderdorf: Der Fasnetfunken wächst in die Höhe. | Bild: Wolfgang Scheu

Richtig schön war auch der Funken im Gündelwanger Vorderdorf, aufgebaut wurde eine Konstruktion mit vier Stangen. S‘Männle und seine Kollegen hoch oben auf dem Gerüst hatten beim Aufbau alle Hände voll zu tun, Zebu-Züchter Andreas Spengler fuhr Ladung um Ladung Stroh und Reisig mit dem Traktor heran, damit der Funken prall voll wurde. Die Bauern von der Bonndorfer Höh hatten derweil ihre Traktoren zuhause gelassen und übten sich in Handarbeit. Der Funken brannte weithin sichtbar.

Gündelwanger Hinterdorf: Der Fasnetfunken ist fast fertig.
Gündelwanger Hinterdorf: Der Fasnetfunken ist fast fertig. | Bild: Wolfgang Scheu

Holzschlag

Die Holzschläger hatten das Gerüst mit den Stangen am Samstag gestellt, stabil waren die Zwischenböden und Verstrebungen. Schlanker war der Aufbau als der im Gündelwanger Vorderdorf, dafür war er etwas höher.

Holzschlag: Arbeiten am traditionellen Fasnetfunken in luftiger Höhe.
Holzschlag: Arbeiten am traditionellen Fasnetfunken in luftiger Höhe. | Bild: Wolfgang Scheu

Am Sonntagmittag waren die Traktoren unterwegs in Holzschlag, um das Brennmaterial heranzufahren. Jojo Scharf und Uwe Schuppler stiegen im Inneren des Gerüsts immer höher und höher, bis er dann gefüllt war, der Holzschläger Funken auf dem Hinterberg. Er brannte schön am Abend, alt und jung hatten perfekt zusammengearbeitet. Anerkennende Worte gab es für die „Jungen“ beim Abschied: „Das habt ihr toll gemacht.“ Insgesamt war bei den aktiven Funkenbauern in Holzschlag zu spüren: Für sie ist es der ziemlich höchste Feiertag im Jahr.

Die Baumeister der drei Funken besuchen sich im Übrigen gegenseitig. Vorbei sind die Zeiten, wo die „Fremden“ von den anderen Funken argwöhnisch beäugt wurden – die Gefahr, dass „Spaßvögel“ den anderen den Funken vor Einbruch der Dunkelheit anzünden wollen, ist lange nicht mehr so groß wie früher.

Dillendorf

In Dillendorf klappte die Sache nicht wie geplant. Ein mächtiger Berg von mehr oder weniger brennbarem Material blieb auch nach dem geplanten Abbrennen des Fastnetfeuers am Samstagabend übrig und wartet nun auf trockeneres Wetter.

Dillendorf: Material für den Fasnetfunken war in Dillendorf reichlich angeliefert worden, so richtig brennen wollte der Haufen aber nicht.
Dillendorf: Material für den Fasnetfunken war in Dillendorf reichlich angeliefert worden, so richtig brennen wollte der Haufen aber nicht. | Bild: Juliane Kühnemund

Der seit Jahren dafür genutzte Platz im Eigentum der Stadt Bonndorf liegt auf dem Weg nach Lembach, oberhalb des Dorfes. Er war auch am Montag danach noch vom Sammelgut bedeckt. Offensichtlich, dies deuten die angekohlten Holzstücke an, gelang es nicht, die Holzabfälle in Folge des Regens zum Brennen zu bringen. Während in der Vergangenheit das Dillendorfer Fasnetfeuer gelegentlich einem Schabernack zum Opfer gefallen war und schon mal einen Tag zu früh niederbrannte, fiel das Vorhaben in diesem Jahr nun buchstäblich ins Wasser.

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Dillendorf: Versuche, das Feuer zu entfachen, waren nicht von Erfolg gekrönt.
Dillendorf: Versuche, das Feuer zu entfachen, waren nicht von Erfolg gekrönt. | Bild: Juliane Kühnemund

Offensichtlich war das Material von „Hinz und Kunz“ wohlmeinend bereits seit Tagen Fuhre um Fuhre zu der allseits bekannten Fasnetfeuerstelle gebracht worden. Das übliche Sammeln durch die Dorfjugend unter Regie eines Vereins (etwa die Schnecken oder die Landjugend) war deshalb abgeblasen worden.

Neben der Masse an Holz zeugt auch ein überdachter Anhänger von dem Vorhaben, das Fasnetfeuer 2020 mit einer üblichen närrischen Festlichkeit für die Besucher zu verbinden. Die Frage, was mit dem Übriggebliebenen nun geschehen wird, darüber wird man sich jetzt unterhalten müssen und dabei möglicherweise auch eine Regelung für die künftige Zuständigkeit des Dillendorfer Fasnefeuers finden. Schließlich hat auch das Fasnetfeuer in Dillendorf – wie die Fastnacht selbst – eine lange Tradition und seine Berechtigung im Jahreskalender.

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