Kleine Missgeschicke, Sprüche und Versprecher – darauf freuen sich Stammleser der Markdorfer Narrenzeitung. Der 64. Jahrgang des Ochsenbachkurier bietet reichlich davon.

Video: Ganter, Toni

Druckfrisch und mit einer Neuerung sind 2000 Exemplare im Druckhaus Zanker offiziell an eine Delegation der Historischen Narrenzunft Markdorf übergeben worden. „Neu ist die Rubrik F – wie Fasnet, W – wie Wissen. Denn der Ochsenbachkurier soll nicht nur mit närrischen G‘schichtle unterhalten, sondern auch Wissenswertes über die Fasnet und das heimische Brauchtum vermitteln“, erklärte die verantwortliche Redakteurin Annika Rössler.

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Dieses Mal geht es um die Kunst des Karbatschenflechtens. Folgerichtig zeigt das Titelbild den Karbatschenflechter Christoph Blaschke, der diese Handwerkskunst von Seiler Hubert Guffart gelernt hat. Rentner Guffart ist froh, dass er in Blaschke einen guten Nachfolger gefunden hat.

Die Titelseite zeigt Karbatschenflechter Christoph Blaschke (links), der diese Handwerkskunst von Seiler Hubert Guffart gelernt hat.
Die Titelseite zeigt Karbatschenflechter Christoph Blaschke (links), der diese Handwerkskunst von Seiler Hubert Guffart gelernt hat. | Bild: Ganter, Toni

Vizezunftmeister Dietmar Bitzenhofer, der die erkrankte Zunftmeisterin Birgit Beck beim Druckhaus-Besuch vertreten hat, berichtete davon, dass die Markdorfer Narrenzeitung eine lange Tradition hat. Er zeigte ein Exemplar des Gehrenberg-Bote vom 7. März 1905. Darin mehrere närrische Anekdoten.

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Rainer Zanker, Chef des gleichnamigen Druckhauses, führte die Tradition der Gastgeschenke fort: „Nachdem dieses Mal einige wegen Krankheit nicht dabei sein können, habe ich mir etwas in Sachen Gesundheit überlegt. Es gibt Kussorden zur Lippenpflege – aus Liebe zur Narretei.“

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Im 64. Jahrgang gibt es eine Wiederbelebung namens „Ochsenbachkurier zum Mitmachen“: beispielsweise einen Hänseler zum Ausmalen, ein Lied zum Mitsingen. Des Weiteren etwas zum Nachdenken – es müssen abgebildete Hästräger korrekt benannt werden, um das Lösungswort zu erhalten; etwas zum Ausfüllen – bei einem Fotomotiv sind kreative Texte für Sprechblasen willkommen. „Es gibt einen Wettbewerb“, erklärte Redakteurin Annika Rössler.

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Die Ergebnisse der Ochsenbachkurier-Redaktion zukommen lassen. Abgabeschluss ist am Schmotzigen Dunschdig, 20. Februar. Den jeweiligen Beitrag inklusive Kontaktdaten in den Briefkasten beim Zunfthaus Obertor werfen oder eine E-Mail senden: narrenzeitung@narrenzunft-markdorf.de; „Es gibt altersgerechte, närrische Preise“, sagte Rössler.

Diese Station heißt Drei-Seiten-Schneider. Da wird der Ochsenbachkurier auf das gewünschte Format gebracht und landet fertig auf der Ablage.
Diese Station heißt Drei-Seiten-Schneider. Da wird der Ochsenbachkurier auf das gewünschte Format gebracht und landet fertig auf der Ablage. | Bild: Zanker, Rainer

Der Ochsenbachkurier kostet 3,20 Euro. Verkaufsstellen: Bahnhofskiosk, Bäckerei Neumann, Bäckerei Wehr, Buchhandlung Ravensbuch, des & sell, Frisör im Hinterhof, Kappeler Bekleidungshaus, Bäckerei Baader in Wittenhofen sowie D-Tal-Markt in Untersiggingen.

Zur Person

  • Annika Rössler ist verantwortliche Redakteurin des Ochsenbachkurier. Für die 60. Ausgabe der Narrenzeitung der Historischen Narrenzunft Markdorf wirkte Rössler erstmals in dieser Funktion mit.
Annika Rössler. Bild: Toni Ganter
Annika Rössler. | Bild: Ganter, Toni

„Hauptaufgabe ist es, das gesamte Jahr möglichst viele Leute daran zu erinnern, lustige Begebenheiten zu melden“, erzählt sie. So ab Oktober gibt es laut Rössler erste gezielte Vorbereitungen für den Ochsenbachkurier. Die Anzeigenakquise startet, eingereichte Ideen werden gesichtet, die ersten Texte geschrieben. Bei der Auswahl werde darauf geachtet, das die Geschichten nicht zu privat werden und nicht unter die Gürtellinie gehen. Ihre Lieblingsgeschichte im 64. Ochsenbachkurier steht auf den Seiten 34 und 35. Es geht um das Thema Narrenbaum in Hepbach.

  • Conny Jelitte ist gelernte Schriftsetzerin und inzwischen seit 26 Jahren im Druckhaus Zanker in Sachen Ochsenbachkurier aktiv.
Conny Jelitte. Bild: Toni Ganter
Conny Jelitte. | Bild: Ganter, Toni

Sie ist in der Hauptsache für das Layout der Markdorfer Narrenzeitung verantwortlich. „Ich gestalte die Seiten. Zum Beispiel bringt Annika Rössler die Idee für die Titelseite mit, die ich dann nach fachlichen Gesichtspunkten umsetze“, berichtet Jelitte. Sie achtet beispielsweise auch darauf, dass das Verhältnis von Bildern und Texten im Ochsenbachkurier aufgeht und sie steuert auch eigene Fotos und ein paar Texte bei. Ihre Lieblingsgeschichte steht auf Seite 33. Es geht um das Thema Hänselerhäs.

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