Dritter Sieg im dritten Spiel und das Jahr 2020 als Tabellenführer beschließen – das war ganz klar der Plan für die Schwenninger Wild Wings am gestrigen Abend in Nürnberg. Es reichte zwar nicht ganz für die Tabellenspitze, aber die Schwarzwälder fuhren mit dem 1:2 nach Verlängerung in Nürnberg ihren dritten Auswärtssieg ein.

DEL-Debüt für Kai Zernikel

Schwenningen musste auf Verteidiger Christopher Fischer verzichten, ihn setzte eine Unterkörperverletzung außer Gefecht. Dafür kam der 17-jährige Kai Zernikel zu seinem DEL-Debüt. Der Youngster aus dem eigenen Nachwuchs war erst am Montag lizenziert worden und lief mit der Rückennummer 74 auf. Für Fischer rückte Emil Kristensen neben Will Weber, das dritte Verteidigerpärchen bildeten Johannes Huß und Benedikt Brückner. Zernikel war Defensivmann Nummer sieben.

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Die Nürnberger Ice Tigers starteten mit erwartbar viel Energie, viel Zug zum Tor und, wie von Trainer Frank Fischöder gefordert, mit Schüssen aus allen Lebenslagen. Schwenningens Goalie Joacim Eriksson allerdings hatte dennoch nicht extrem viel zu tun, die fränkischen Abschlüsse waren nur selten richtig gefährlich. Das Spiel war ansonsten recht zerfahren, es gab einige Puckverluste hüben wie drüben. Erst nach etwa neun Minuten tauchten die Wild Wings das erste Mal vor Nürnbergs Keeper Niklas Treutle auf.

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Dafür folgten die Chancen Troy Bourke, Boaz Bassen und Weber aber im Sekundentakt. Die Schwenninger nahmen nun quasi Anlauf zum 0:1. Nach einer Viertelstunde war es dann soweit. Das erste Powerplay führte prompt zur Führung. Die Scheibe zirkulierte zuvor prima und dann fand ein millimetergenauer Pass von Bourke den von drei Mann umzingelten Tylor Spink, der dennoch einnetzte. Die Schwenninger hatten die Busfahrt nun aus den Beinen geschüttelt und führten nicht unverdient.

Nachgelassen im zweiten Drittel

Das Mitteldrittel begann genau wie das erste. Nürnberg machte Druck und feuerte aus allen Rohren, ohne aber die ganz große Gefahr auszustrahlen. Die Wild Wings zogen sich fortan eher etwas zurück, checkten nicht mehr so früh vor, ließen den Ice Tigers dadurch zu viel Platz. Aber die Schwäne verteidigten gut. Immer wieder brachten sie einen Schläger dazwischen oder blockten Schüsse.

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Zudem ließen sie so gut nichts aus der gefährlichen Zone zentral vor dem Tor zu. 57 Prozent aller Schüsse der Nürnberger kamen von der Zone knapp an der blauen Linie. Und je länger die Partie dauerte, desto mehr kamen die Gäste wieder ins Spiel. Jamie MacQueen setzte einen Alleingang an den Pfosten, Darin Olver und erneut MacQueen scheiterten in guter Position. So ging die knappe Führung auch weiterhin in Ordnung.

Thuresson sorgt für Entscheidung in der Verlängerung

Zunächst aber bliesen die Hausherren erneut zur Attacke und Eriksson musste zwei bis drei Mal seine Klasse beweisen. Die Wild Wings konnten in der Folge nicht mehr für große Entlastung sorgen und ließen sich viel zu sehr hinten rein drängen. So fiel doch noch schließlich das 1:1. Der Ex-Schwenninger Tim Bender traf 2:22 Minuten vor dem Ende. Es ging also in die Verlängerung. Die Wild Wings agierten zunächst in Überzahl, doch erst anschließend traf Andreas Thuresson zum erlösenden 1:2. „Ich denke, wir haben den Sieg verdient. Wir haben wieder einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen“, sagte der Siegtorschütze nach der Partie.