Fußball: Post bekamen alle im südbadischen Verband vereinten Fußballvereine in den vergangenen Tagen von der Geschäftsstelle in Freiburg. Post, die gute, aber auch schlechte Nachrichten enthielt. Wie in den vergangenen Jahren listete der Verband die Schiedsrichterzahlen der einzelnen Vereine in der Saison 2018/19 auf. Danach dürfen sich im Bezirk Schwarzwald elf Vereine über Bonuszahlungen freuen, da sie das Soll der Unparteiischen nicht nur erfüllt, sondern teilweise sogar deutlich überboten haben.

Fast 50 Vereine hingegen müssen zahlen, weil sie mehr oder weniger unter den Sollzahlen geblieben sind. Die Nummer eins im Bezirk ist der SSC Donaueschingen, der mit fünf Schiedsrichtern im Plus liegt und sich dafür auf 750 Euro freuen darf. Schlusslicht ist Landesligist FC Löffingen. Seit drei Jahren fehlen in Löffingen vier Schiedsrichter. Löffingen muss dafür eine Strafzahlung von 3600 Euro aufbringen.

A-Kreisligist SSC Donaueschingen hat seine Spitzenposition im Bezirk Schwarzwald eindrucksvoll verteidigt. „Natürlich sind wir stolz, dass es uns gelingt, für Nachwuchs im Schiedsrichterbereich zu sorgen. Wir haben beim SSC eine eigene Schiedsrichtergruppe, die immer wieder Vereinsmitglieder aber auch Jugendspieler anspricht“, sagt SSC-Vorsitzender Kai Sauser. Auch auf dem Donaueschinger Schellenberg ist es eine mühsame Aufgabe, doch mit viel Geduld und Hilfe gelingt es offenbar immer wieder, Kandidaten für das Amt des Schiedsrichters zu gewinnen. Die Werbeaktionen laufen über das gesamte Jahr.

Zusammen mit dem FC Dauchingen steht die SG Buchenberg/Neuhausen auf Rang zwei. Beide Vereine erhalten 300 Euro. „Die Übererfüllung des Solls ist in erster Linie dem FC Neuhausen zu verdanken. Neuhausen bringt drei Schiedsrichter, während wir in Buchenberg nur einen haben. Alle vier sind seit Jahren dabei. Neue Unparteiische zu gewinnen ist auch bei uns schwer, aber wir werden etwas tun müssen“, sagt Trainer Martin Hils. Der Verein sei immer offen, sollten sich Interessenten melden.

Im Plus bei den Schiedsrichtern liegen zudem der FC 08 Villingen, TuS Bonndorf, FC Brigachtal, SV Hölzlebruck, FV Tennenbronn, SG Vöhrenbach/Hammereisenbach, SG Döggingen/Hausen vor Wald und der SV St. Märgen (alle 150 Euro Bonuszahlungen).

Besonders schmerzhaft dürfte es für Landesligist FC Löffingen sein, der Verein hätte die zu zahlenden 3600 Euro lieber in Steine und Beine investiert. „Seit dem Aufstieg haben wir die Sorgen im Schiedsrichter-Bereich. Wir haben aktuell keinen einzigen Unparteiischen im Verein. Damit es nicht so bleibt, arbeiten wir an einem Konzept, um zukünftig das Soll einzuhalten“, sagt Vorsitzender Benjamin Gaudig. Vor allem für Jugendspieler wollen die Löffinger eine Schiedsrichter-Ausbildung attraktiv machen. Gaudig weiß jedoch auch, welch große Arbeit auf alle zukommt. „Inzwischen ist es so, dass nicht nur Spieler, sondern auch Schiedsrichter bei anderen Vereinen abgeworben werden. Dennoch werden wir uns verstärkt der Thematik stellen“, betont der Vorsitzende.

Mit 3150 Euro fällt auch die Strafe für den Landesligisten FC Furtwangen happig aus. „Das ist eine harte Strafe. Wir haben bereits Sitzungen einberufen und viele Gespräche geführt, doch alles brachte nichts. Wir werden uns weiterhin bemühen, die Zahlen zu erfüllen, doch es wird eine Herkulesaufgabe“, sagt Furtwangens Spielausschussvorsitzender Peter Mark.

Ebenfalls im vierstelligen Bereich werden DJK Donaueschingen, FC Neustadt, FC Hochemmingen, FC Königsfeld, FV Marbach, SV Aasen, SV Gündelwangen, SV Rietheim und die SG Riedöschingen/Hondingen zur Kasse gebeten.