Fußball-Oberliga: Wenn‘s läuft, dann läuft‘s! Mit einer weiteren überzeugenden Leistung, die insbesondere auf seine homogene Mannschaftsleistung zurückzuführen war, hat sich der FC 08 Villingen nun sogar in Lauerstellung zur Tabellenführung gebracht. Nach dem 3:0-Erfolg über den SGV Freiberg sind die Nullachter nun punktgleich mit Spitzenreiter 1. Göppinger SV. Nur das Torverhältnis trennt die beiden Rivalen noch. Entsprechend euphorisch war der Beifall im VIP-Raum der MS Technologie Arena, als FC 08-Trainer Jago Maric zur Pressekonferenz aufkreuzte. Mit im Schlepptau zwei der überzeugenden Spieler: Die beiden 20-jährigen Nachwuchskräfte Leo Benz und Andrea Hoxha.

Zufriedenheit allerorten: Abgesehen von Gästecoach Mario Estasi, der die Entwicklung des FC 08 sowie die VIP-Räumlichkeiten lobte, waren bei der Pressekonferenz alle bester Laune. Jago Maric konnte im Prinzip sein Statement vom Sieg gegen die Stuttgarter Kickers wiederholen, das außer Stolz auf das eigene Team und die gute Entwicklung auch ein Lob für die Defensive beinhaltete: „Wir haben in der ersten Halbzeit keine Torchance von Freiberg zugelassen.“ Die Freude darüber, dass Stjepan Geng und Damian Kaminski am Samstag ihr Comeback gaben, konnte die Konkurrenz schon fast als Kampfansage verstanden wissen. Maric: „Mit den beiden werden wir noch stärker sein.“ Benz und Hoxha betonten, wie wohl sie sich im Verein fühlen, und dass das Team eine Einheit darstelle. Keine schlechten Voraussetzungen, um die Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage noch weiter auszubauen. Aber wie lautet das Motto von Maric: „Wir bleiben auf dem Boden.“ Apropos Hoxha: Der Villinger Schlussmann wurde auch von Gästetrainer Estasi überschwänglich gelobt: „Der junge Mann hat eine glänzende Zukunft vor sich.“

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Diskussionen: Ungewöhnliches hatte sich während der Partie ereignet: Schiedsrichter Jonas Brombacher fühlte sich von einem Zuruf aus dem Villinger Fanblock beleidigt und drohte, das Spiel abzubrechen, wenn der Verursacher nicht das Stadion verlassen würde. Dies nahm einige Zeit, eine zweite Unterbrechung und das Auflaufen etlicher Sicherheitskräfte in Anspruch, dann verließen die kompletten „Ultras“ ihr angestammtes Revier und setzten ihre Unterstützung hinter der Öffnung an der Steh-Tribüne fort. Nach der Begegnung gab es Diskussionen, ob Brombacher nicht überreagiert hatte. Da sich die Nullachter im weiteren Verlauf der Partie aber nicht über die Entscheidungen des Unparteiischen beschweren konnten, kochte die Debatte nicht allzu hoch. Rückendeckung bekam der junge Schiedsrichter auch vom ebenfalls anwesenden Verbandsschiedsrichterobmann: Der heißt Ralf Brombacher, ist ehemaliger Zweitliga-Schiedsrichter und außerdem der Vater von Jonas.

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Schrecksekunde: Was die Nullachter derzeit überhaupt nicht gebrauchen können, wären weitere Verletzte. So stockte manchem Zuschauer der Atem, als Kamran Yahyaijan kurz vor Schluss einer fairen Partie komplett unnötig vom eingewechselten Freiberger Nico Seegert umgetreten wurde. Der Einwechselspieler, der mit dieser Aktion wohl seinem Frust Luft verschaffte, sah völlig zu Recht Rot und malträtierte auch noch die Bande, was ihm lautstarke Proteste vom Publikum einbrachte. Kamran Yahyaijan wurde indes humpelnd in die Kabine geführt. Bald darauf gab sein Vater Arash, seines Zeichens Sportlicher Leiter des FC 08, Entwarnung: „Nichts Schlimmeres – er wird am Freitag in Nöttingen dabeisein.“

Vorfreude: Die Partie im Nordbadischen gilt im allgemeinen als schwere Aufgabe, auch wenn die Nöttinger bislang eher auswärts überzeugt haben. Einfache Partien gibt es in dieser ausgeglichenen Liga ohnehin nicht. Von Tabellenführer Göppingen bis zum Sechzehnten, Rielasingen-Arlen, der nach einer 0:3-Klatsche zu Hause gegen Dorfmerkingen auf einem Abstiegsplatz steht, sind es gerade mal neun Punkte. So eng war es seit vielen Jahren nicht mehr. Gut möglich, dass es noch eine Weile so bleibt: Am Wochenende treffen die beiden eigentlichen Top-Favoriten aufeinander. Die Stuttgarter Kickers (5.) empfangen den VfB Stuttgart II (3.) zum Derby in der Landeshauptstadt.