Fußball-Landesliga: – Es gab sicher schon ruhigere Tage im Leben von Dieter Maier. Da hatte der Sportliche Leiter des FSV Rheinfelden Anfang Juni in Giovanni Di Feo einen Nachfolger für den scheidenden Trainer Giuseppe Stabile präsentiert, als ihn nur gut einen Monat später die Nachricht von Di Feos Rückzug erreichte. Nach dem kurzfristigen Abgang zweier Spieler hatte dieser keine Basis mehr für eine erfolgreiche Arbeit gesehen.

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Anfang diesen Monats gelang es Maier aber doch noch, gerade rechtzeitig vor dem geplanten Trainingsauftakt einen neuen Mann hervorzuzaubern, der Di Feos beziehungweise Stabiles Platz einnimmt: Christian Jäger. Das 45-jährige Rheinfelder „Urgestein“ war noch vertraglich beim FC Rheinfelden in der Schweiz gebunden, doch hat Jäger sich entschlossen, den Eidgenossen für die kommende Runde abzusagen. Stattdessen sagte er in seiner Heimat beim FSV Rheinfelden zu.

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Als Notlösung hat sich Jäger nie empfunden. Er geht voller Elan seine neue Aufgabe an. Der FSV sei noch nicht richtig bei den Rheinfelder Fußballfans angekommen. Man identifiziere sich noch nicht mit der Mannschaft, die 2012 aus der Fusion des SC Rheinfelden 03 mit dem VfR Rheinfelden entstanden ist. Genau hier will Jäger ansetzen.

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Seit zwei Wochen trainiert der FSV Rheinfelden auf der Richterwiese. In dieser kurzen Zeit hat Jäger einen positiven Eindruck gewonnen. „Wir wollen uns als Team präsentieren“, versichert der Trainer. In der mannschaftlichen Geschlossenheit soll der Schlüssel zum Erfolg stecken.

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Das muss er auch, da die Mannschaft doch einige „prominente“ Abgänge zu verkraften hat. So sucht Stürmer Vincent Kittel eine neue Herausforderung in einer höheren Liga und schließt sich dem Oberliga-Aufsteiger FV Lörrach-Brombach an. Dieser Wechsel wurde ebenso erst kurz vor Ende der Wechselfrist publik wie die Abgänge von Arben Gashi zum Verbandsligisten SV Weil und Bilal Yusuf Cam zum A-Kreisligisten SV BW Murg.

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Einen Monat davor war klar, dass Julien Tschira nach nur einem halben Jahr wieder zum SV Weil zurückkehrt. Schon vor längerer Zeit stand fest, dass Francesco Alfarano und Justin Petretta sich dem SV Herten anschließen. Ebenfalls nicht mehr dabei sein wird Sascha Rueb, der den Trainerposten der zweiten Mannschaft übernommen hat.

Christian Jäger, Trainer FSV Rheinfelden: „Wir sind nicht schwächer. Es ziehen alle im Training mit.“
Christian Jäger, Trainer FSV Rheinfelden: „Wir sind nicht schwächer. Es ziehen alle im Training mit.“ | Bild: Welte, Gerd

Unter den Neuzugängen, die in die Lücke stoßen sollen, sind nicht so bekannte Namen zu finden, was der Trainer aber nicht als großes Handicap ansieht. „Wir sind nicht schwächer. Es ziehen alle im Training mit“, freut sich Jäger. In den Rheinfelder Kader rücken Alessio Paciulli vom SV Herten, Garani Köroglu von Türkgücü Basel und Patrick Ritter von der SG Grenzach-Wyhlen. Aus der eigenen Jugend rückt Mate Buhak zu den Aktiven. Außerdem werden Denis Omerovic und Luis Grether in die „Erste“ befördert.

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Ein Handicap ist allerdings, dass sich Alessio Paciulli schon verletzt hat, vielleicht sogar am Kreuzband. In diesem Falle würde der Mittelfeldmann länger ausfallen. Jetzt müssen andere in die Bresche springen. „Von den Jungen erwarte ich viel“, verspricht Jäger Kampfgeist.

Am Ball: Der Rheinfelder Eren Salli (rechts) zieht beim 4:4 im Testspiel gegen die Ü30 der Black Stars Basel seinem Gegenspieler davon.
Am Ball: Der Rheinfelder Eren Salli (rechts) zieht beim 4:4 im Testspiel gegen die Ü30 der Black Stars Basel seinem Gegenspieler davon. | Bild: Welte, Gerd

Im Testspiel gegen die Ü30-Mannschaft der Black Stars Basel reichte es dem FSV Rheinfelden auf der heimischen Richterwiese nach torloser erster Hälfte zu einem 4:4. Allein drei der vier Treffer für die Gastgeber erzielte Massimo De Franco. Das vierte Tor steuerte Julian Jäger bei. An diesem Samstag folgt um 17 Uhr wieder auf der Richterwiese ein zweiter Test gegen die U19 des FV Lörrach-Brombach. Ernst wird es erst mit der Partie in der Qualifikation zum Südbadischen Pokal am 1. August beim FC Zell.

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In den vergangenen Jahren zitterte sich der FSV Rheinfelden mitunter erst im letzten Saisonspiel zum Ligaverbleib. Wäre die vergangene Saison nicht abgebrochen worden, hätte es wieder eine enge Kiste gegeben. Erst im letzten Spiel des Jahres 2019 setzte der FSV Rheinfelden mit einem 8:0-Kantersieg beim VfR Bad Bellingen ein dickes Ausrufezeichen und gab die Rote Laterne an die Rebländer ab.

Dieter Maier, Sportlicher Leiter FSV Rheinfelden: „Ob wir wieder auf unsere Richterwiese ausweichen, werden wir noch entscheiden.“
Dieter Maier, Sportlicher Leiter FSV Rheinfelden: „Ob wir wieder auf unsere Richterwiese ausweichen, werden wir noch entscheiden.“ | Bild: Welte, Gerd

Den Ligaverbleib frühzeitig sichern – das wünschen sich die Verantwortlichen um Sportchef Dieter Maier und den Vorsitzenden Patrick Da Rugna. Erst einmal müssen sie aber noch klären, wo in der neuen Runde gespielt wird. Die neue Sportanlage in Warmbach soll in einem Jahr fertig gestellt sein. Bis dahin wollte der FSV Rheinfelden im Europastadion seine Spiele bestreiten. Das ist aber fraglich, da der Rasen dort erneut vom Pilz befallen ist. „Ob wir wieder auf unsere Richterwiese ausweichen, werden wir noch entscheiden“, sagt Dieter Maier.