Fußball: – Sportlich läuft‘s für den FV Lörrach-Brombach außerordentlich gut. Als Tabellenzweiter der Verbandsliga klopft die erste Mannschaft des Vereins sogar an der Tür zur Oberliga. Spitzenreiter ist der Verein aber auch in einer ganz anderen Sache, wobei Präsident Joachim Schröter und seine Vorstandskollegen auf diese Spitzenposition liebend gern verzichten würden. So muss der FV Lörrach-Brombach dem Südbadischen Fußballverband (SBFV) 7700 Euro überweisen. Der Grund: Von acht geforderten Schiedsrichtern stellt der Verein keinen.

Zum Jahresende informierte der Verband über die Zahlen des erfüllten oder nicht-erfüllten Schiedsrichter-Solls und über die damit verbundenen Strafsummen. Der FV Lörrach-Brombach sticht mit seinem krassen Ausrutscher heraus. Interessant, dass sich hier auch eine Entwicklung fortsetzt. So liegt der FV Lörrach-Brombach seit drei Jahren südbadenweit vorn, hat seine Führung von 6325 Euro in der Saison 2017/18 sogar nochmals um 1375 Euro auf jene Summe von 7700 Euro ausgebaut, die dem Kassierer an allen Ecken und Enden fehlen werden. Seit 2012, als der FV Lörrach-Brombach aus der Verschmelzung des FV Lörrach mit dem FV Brombach entstanden ist, hat der neue Verein übrigens knapp 35.000 Euro Schiedsrichter-Ausfallgebühren berappen müssen.

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Natürlich ist es für die überregional spielenden Vereine mit einer überdurchschnittlich guten Nachwuchsarbeit schwer, das vom SBFV geforderte Schiedsrichter-Kontingent zu erfüllen. In der Verbandsliga müssen wie in der Landesliga drei Unparteiische gestellt werden. Ein fehlender Schiedsrichter schlägt da schon mit 1100 Euro zu Buche. Dazu kommen im Fall des FV Lörrach-Brombach drei für die A-Junioren-Oberliga sowie je einen für das Bezirksliga- und Kreisliga-Team. Diese Hypothek wiegt schwer, kann aber keine Entschuldigung dafür sein, dass der Verein aus dem Lörracher Grütt nicht einmal einen Schiedsrichter stellen konnte. Dass diese Nullnummer kein Dauerzustand bleiben kann, ist auch den Verantwortlichen bewusst. „Wir haben das Thema in der Vergangenheit vielleicht etwas stiefmütterlich behandelt“, gibt Präsident Schröter zu.

Knapp 300 Vereine im Südbadischen Fußballverband mussten in der vergangenen Saison insgesamt 244.300 Euro in die Verbandskasse entrichten. Immerhin waren das 16.600 Euro weniger als zum Jahresende 2018, als 260.900 Euro geflossen sind. Für die vorbildlichen Vereine, die das Schiedsrichter-Soll „übererfüllt“ haben, musste der SBFV dagegen zum Jahresende nur die Summe von 26.550 Euro auszahlen. Im Vergleich zu den Einnahmen von 244.300 Euro sind die Ausgaben für den SBFV also eher gering.

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In der Abrechnung für die laufende Saison, die in einem Jahr vorgelegt werden soll, könnten sich die Einnahmen des Verbands nochmals erhöhen. Beim letzten Verbandstag wurde nämlich beschlossen, dass die Anzahl der tatsächlich gepfiffenen Spiele in die Berechnung des Schiedsrichter-Solls einfließen soll. Bisher reichte es, wenn ein gemeldeter Schiedsrichter 20 Spiele in der Saison leitet. Künftig gibt es aber „Soll-Spiele“, je nach Spielklasse der Mannschaften. Es soll auch positiv berücksichtigt werden, wenn zum Beispiel ein Schiedsrichter überdurchschnittlich oft mit der Pfeife unterwegs ist.

Während der SBFV insgesamt 16.600 Euro weniger Ausfallgebühren kassierte als noch ein Jahr zuvor, mussten die Vereine aus dem Bezirk Hochrhein im Vergleich zum Jahresende 2019 mehr bezahlen als noch ein Jahr zuvor. Und das liegt nicht nur am FV Lörrach-Brombach. Mussten also vor einem Jahr 59 Clubs mit insgesamt 95 fehlenden Schiedsrichtern 36.500 Euro an den Verband bezahlen, sind es Ende 2019 schon 61 Vereine, die das Soll nicht erfüllen und wegen insgesamt 103 fehlenden Schiedsrichtern die Rekordsumme von 43.100 Euro überweisen. Der Bezirk Hochrhein übertrumpfte damit seinen bisherigen Negativrekord aus dem Jahr mit 103 fehlenden Schiris, für die 39.450 Euro fällig waren.

Lehrlinge: Die Schiedsrichter-Neulinge trafen sich zu ihren ersten beiden Lehrgängen in Wehr. Insgesamt haben sich für die Schiedsrichter-Gruppe Hochrhein 19 Bewerber angemeldet, darunter zwölf Jugendliche und sieben Erwachsene. Außerdem ist es gelungen, zwei Frauen für die Schiedsrichterei zu begeistern. Am Wochenende finden noch die beiden letzten Schulungen statt, die mit einer schriftlichen Abschlussprüfung und einer sportlichen Leistungsprüfung abgeschlossen werden.
Lehrlinge: Die Schiedsrichter-Neulinge trafen sich zu ihren ersten beiden Lehrgängen in Wehr. Insgesamt haben sich für die Schiedsrichter-Gruppe Hochrhein 19 Bewerber angemeldet, darunter zwölf Jugendliche und sieben Erwachsene. Außerdem ist es gelungen, zwei Frauen für die Schiedsrichterei zu begeistern. Am Wochenende finden noch die beiden letzten Schulungen statt, die mit einer schriftlichen Abschlussprüfung und einer sportlichen Leistungsprüfung abgeschlossen werden. | Bild: Gerd Eiletz

In der „Sünderliste„ des Bezirks Hochrhein belegen dieses Jahr hinter dem FV Lörrach-Brombach (7700) Landesligist VfR Bad Bellingen (2250 Euro), Bezirksligist TuS Efringen-Kirchen (2100) und Landesligist FSV Rheinfelden (1800) die Plätze zwei bis vier. Über der 1000-er-Marke sind noch die Bezirksligisten SV Jestetten und SV 08 Laufenburg (jeweils 1400) sowie die A-Kreisligisten FC Hauingen, SV Todtnau (jeweils 1500) und die SG Niederhof/Binzgen (1250).

Auch die folgenden positiven Zahlen zum Schluss können die Bezirks-Bilanz nicht aufpolieren. So gab es für 18 Vereine, die insgesamt 29 Unparteiische mehr als gefordert stellten, 4350 Euro Prämie. Vor einem Jahr waren es 21 Vereine mit 32 überzähligen Schiris, die 4800 Euro kassierten. Über die meisten Einnahmen dürfen sich dieses Mal die Kassierer der Bezirksligisten FC Erzingen und FC Zell sowie B-Kreisligist SV Dillendorf freuen. Ihren Vereinen werden jeweils 450 Euro überwiesen.

Gelb: Im Bezirk Hochrhein gibt‘s noch immer zu wenige Schiedsrichter.
Gelb: Im Bezirk Hochrhein gibt‘s noch immer zu wenige Schiedsrichter. | Bild: Swen Pförtner

Das bezahlen oder erhalten die Vereine

Untersoll

  • Verbandsliga: FV Lörrach-Brombach 7700 Euro (8 fehlende Schiedsrichter in der Saison 2018/19).
  • Landesliga: VfR Bad Bellingen 2250 (3), FSV Rheinfelden 1800 (2), FC Tiengen 450 (1).
  • Bezirksliga: TuS Efringen-Kirchen 2100 (3), SV Jestetten 1400, SV 08 Laufenburg 1400, FC Schönau 700 (alle 2), Spvgg. Brennet-Öflingen 525, SV Buch 700, FC RW Weilheim 700, FC Wittlingen 350 (alle 1).
  • Kreisliga A: FC Hauingen 1500, SV Todtnau 1500, SG Niederhof/Binzgen 1250, FC Schlüchttal 750 (alle 3), FC Huttingen 875, SV Karsau 875, FC Hausen 750, SV Rheintal 750, SV Berau, FC Dettighofen, FC Steinen-Höllstein alle 625 (alle 2), FV Degerfelden 500, FC Bad Säckingen, Bosporus FC Friedlingen, SV Nöggenschwiel, FC Weizen, Spvgg. Wutöschingen alle 375, SV BW Murg 250 (alle 1).
  • Kreisliga B: SV Görwihl 975 (4), SV Waldhaus 675 (3), Spvgg. Wehr 600, SV Stühlingen 525, FC Grießen 525, FC Bergalingen, SV Eggingen, SV Istein alle 450 (alle 2), SV Obersäckingen, T.I.G. Bad Säckingen, SF Schliengen, FC Dachsberg, SG Lottstetten/Altenburg, SV Eintracht Wihl alle 300, SG Malsburg/Marzell, SV Dogern, SV Unteralpfen alle 225, TuS Binzen, FV Fahrnau, SV Schwörstadt, SG Grenzach-Wyhlen alle 150 (alle 1).
  • Kreisliga C: ESV Waldshut 450 (2), DTFV Bad Säckingen, SV Häg-Ehrsberg, T.I.G. Rheinfelden alle 300, Spvgg. Bamlach-Rheinweiler, SV Gurtweil, SC Minseln, Rheinfeldener Kickers alle 225, SV Hänner 150 (alle 1).

Übersoll

  • Bezirksliga: FC Zell 450, FC Erzingen 450, FC Wehr 300 (alle +3).
  • Kreisliga A: TuS Kleines Wiesental 300, SC Lauchringen 300 (beide +2), SV Albbruck, FV Haltingen, SV Liel-Niedereggenen, TuS Lörrach-Stetten, TuS Maulburg, SG Mettingen/Krenkingen alle 150 (alle +1).
  • Kreisliga B+C: SV Dillendorf 450 (+3), FC Kandern 300, FV Tumringen 300 (beide +2), SV Eschbach, SV Nollingen, SV Todtmoos, SG Höchenschwand-Häusern alle 150 (alle +1).