Bestürzung, Ärger und Wut hat die kurzfristige Absage des FV Lörrach-Brombach II des Spiels beim FC Erzingen bei den Vereinen und vor allem dem indirekte betroffenen FC Wittlingen ausgelöst. Schließlich standen vor diesem drittletzten Spieltag noch alle drei Mannschaften im Wettstreit um den Relegationsplatz, der die Möglichkeit zum Aufstieg in die Landesliga eröffnet.

Das hat sich nach der Spielabsage aus Lörrach nun vermutlich erledigt. Die Wittlinger hatten insgeheim gehofft, dass die Verbandsliga-Reservisten den zuletzt eher schwächelnden FC Erzingen vielleicht auf dem falschen Fuß erwischen und so etwas Schützenhilfe ins Kandertal leisten. Doch weit gefehlt – die Lörracher fuhren ert gar nicht in den Klettgau.

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„Zu wenig Spieler“ lautete die offizielle Begründung eines Vereins, der sich selbst als Aushängeschild des Bezirks Hochrhein stilisiert. Ein Verein, der über drei Aktivmannschaften und somit über vier bis fünf Dutzend Aktivspieler verfügen sollte. Ein Verein, der zudem zwei Mannschaften bei den A-Junioren im Spielbetrieb hat. Ein Verein, bei dem am Samstag lediglich ein Punktespiel für die „Zweite“ – jenes in Erzingen – auf dem Programm gestanden hat.

Es ist ein Armutszeugnis, dass es angesichts dieser Fülle an Spielern einem Bezirksligisten nicht möglich ist, eine spielfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Und das von einem Verein, der noch vor zwei Monaten einen – durchaus berechtigten – Einspruch gegen einen Regelverstoß eines Schiedsrichters an den Verband richtete und dabei unter anderem vom „Fairplay“ fabulierte. Jenes Fairplay, das nun mit Füßen getreten worden ist.

Was hätte die sportliche Leitung gehindert, einige Spieler der 3. Mannschaft anzuweisen, unterstützend mit nach Erzingen zu fahren? So wie die „Zweite“ der „Ersten“ aushelfen muss, sollte das auch eine „Dritte“ tun. Vor allem, wenn deren anstehendes Spiel tatsächliches eines um die „Goldene Ananas“ ist.

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Trainer Daniel Schulz ist derzeit jedenfalls nicht zu beneiden. Als er im Oktober als Co-Trainer für Jörg Steinebrunner, den kurzfristig abgesprungenen Trainer und Sportchef des Vereins, die „Zweite“ übernahm, ahnte er nicht, was noch auf ihn zukommen sollte. In den vergangenen Monaten organisierte er einen Trainingsbetrieb mehr schlecht als recht, mangels Spieler.

Dennoch hielt er das Team bis dato auf Rang vier, kassierte aber auch deftige 1:8-Klatschen gegen den FC Wittlingen und in Laufenburg. Nun telefonierte und tippte er sich zwei Tage lang die Finger wund, wurde von den Spielern im Regen stehen gelassen. Ob er seinen Posten als Trainer behalten darf, weiß er auch noch nicht. Ob er ihn noch überhaupt will, vermutlich schon eher.

Die Außendarstellung des FV Lörrach-Brombach hat schon bei der Trennung von Verbandsliga-Trainer Enzo Minardi gelitten, in deren Folge sich auch Co-Trainer Hans-Peter Schlagenhof enttäuscht vom Acker machte. Jetzt legte der Club mit der peinlichen Absage der Partie in Erzingen nach und ramponierte sein Image zusätzlich.

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