Mit der Favoritenrolle kennen sie sich aus beim SV Herten. Zu oft wurde sie ihnen von der Konkurrenz in den vergangenen zehn Jahren zugeschanzt. Einzig beim Landesliga-Aufstieg 2011 wurden die Grün-Gelben den Ansprüchen gerecht. In der Folge ist dem Team diese Rolle nie gut bekommen, mündete im Sommer 2017 sogar im Abstieg in die Kreisliga A. Seit zwei Jahren ist der SV Herten wieder in der Liga – und prompt fällt stets sein Name, wenn es um den Favoritenkreis geht.

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Trainer Musah Musliu, vor Jahresfrist als Nachfolger von Trainer-Legende Thorsten Szesniak installiert, hebt die Augenbrauen bei der Nachfrage: „Es zeugt vom Respekt der Konkurrenz, wenn sie uns in den Kreis der Spitzenteams aufnehmen will.“ Er selbst ist weit davon entfernt, seine Mannschaft so einzustufen: „Wir wollen natürlich oben dabei sein. Aber es gibt keine Vorgabe, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Wichtig ist, dass wir das Spielglück auf unserer Seite haben und wir von Verletzungen verschont bleiben.“

Das Trainer-Duo Musah Musliu (links) und Eike Elsasser vom SV Herten
Das Trainer-Duo Musah Musliu (links) und Eike Elsasser vom SV Herten | Bild: Scheibengruber, Matthias

Auch wenn Musah Musliu und sein Trainerkollege Eike Elsasser hinsichtlich der Ambitionen den Ball flach halten, zählt ihr Team allein von der Besetzung her zur Bel Etage der Liga. Schon vor der abgebrochenen Corona-Saison wurden junge, hungrige, aber auch etablierte Spieler geholt. Sie alle hatten keine Mühe, sich im Club zu integrieren, denn Sportchef Matthias Tröndle legte Wert darauf, dass die Neuen einen „Hertener Hintergrund“ haben.

SV Herten

Das trifft auch dieses Mal auf zwei der drei Neuen zu. Justin Petretta, der zwei Jahre ältere Bruder des Basler FC-Profis Raoul Petretta, spielte vor seinem Wechsel zum Landesligisten FSV Rheinfelden beim SV Herten.

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Fast gar nicht weg war Torwart Jonas Schulz, der sich im Herbst nach Bremen zur Piloten-Ausbildung verabschiedet hatte. „Diese Ausbildung wurde wegen der Corona-Krise erstmal ausgesetzt. Bis er weiß, wie es beruflich weiter geht, spielt Jonas wieder für uns“, erklärt Musa Musliu.

Bild: Scheibengruber, Matthias

Somit haben die Hertener Trainer ein Luxusproblem zwischen den Pfosten. Allein vier Schlussmänner tummeln sich im Kader. Neben Marvin Baumann und Vadim Herz sowie Jonas Schulz, greift auch Neuzugang Christoph Düster an. Der 34-Jährige kommt vom FV Lörrach-Brombach, spielte zuvor – unter anderem mit Eike Elsasser – mehrere Jahre beim SV Weil: „Ein super Typ mit viel Erfahrung. Er wird den jungen Spielern sicher gut tun.“

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Bis es am 23. August bei der SG FC Wehr-Brennet – gegen den gleichen Gegner geht‘s am Wochenende um den Einzug ins Achtelfinale des Rothaus-Bezirkspokals – los geht, steht dem SV Herten noch viel Arbeit ins Haus. Allerdings scheinen die Spieler auf einem guten Weg, kamen gut gerüstet aus der Corona-Pause: „Einige habe ich nach der langen Zeit kaum noch erkannt“, schmunzelt Musah Musliu und lobt: „Die waren absolut top fit.“

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