Aus, aus, aus – das Spiel ist aus. Emotionaler kann eine Spielzeit wie diese nicht enden. Was in 240 regulären und zwei irregulären – weil wiederholten – Spielen passiert und nicht passiert ist, dürfte auf Jahre hinaus einzigartig gewesen sein.

Kommen wir erst zu den schönen Aspekten. Meister SV 08 Laufenburg pulverisierte Marken, die – wie Gerd Müllers 365 Bundesliga-Tore – wohl Rekorde für die „Ewigkeit“ sind. 129 Tore erzielte die Wasmer-Elf, 11 mehr als 1984/85 der FC Wehr. 47 Tore gehen aufs Konto von Sandro Knab, der nur 26 Mal gespielt hat. 1,8 Tore pro Spiel, wer soll das toppe? Selbst ein Tim Siegin brauchte 32 Spiele für 46 Tore (1,44 Tore/Spiel).

Nun zu etwas völlig anderem. Über zwei neu angesetzte Spiele wegen Regelverstößen eines Schiedsrichters wurde viel geschrieben. Die Sache könnte längst abgehakt sein, wäre keinem die Idee gekommen, diesen Unparteiischen erneut aufs Feld zu schicken. Dass ihm – unabsichtlich – diese Fehler unterliefen, weiß der Mann selbst am besten. Ihn aber kurz nach dem zweiten Wiederholungsspiel dem Hohn und Spott mancher „Fußballfans“ auszusetzen, war kein kluger Schachzug der Einteiler – auch wenn der ursprünglich angesetzte Schiedsrichter nicht abkömmlich war.

Nach dem 2:11 ist auch Schlusslicht Spvgg. Brennet-Öflingen einer Häme, die im übrigen der Weilheimer Leistung nicht gerecht wird, ausgesetzt. Ein Team, das – weil acht Stammkräfte fehlten – zum Großteil aus Reservespielern bestand, verlor ausgerechnet so hoch, dass der FC RW Weilheim den Ligaverbleib noch schaffte.

Den Gästen war die fatale Pleite sichtlich peinlich. Aber: Sie haben sich gestellt und sagten nicht – frei nach dem Lindner‘schen Motto: „Es ist besser nicht zu spielen, als schlecht zu spielen“ – dieses Match einfach ab. Würde öfter nach diesem zweifelhaften Vorsatz verfahren, dann verliert auch der Amateurfußball seine Glaubwürdigkeit. Es ist aus Respekt dem Gegner gegenüber die Pflicht und Schuldigkeit jedes Vereins, alle Hebel in Bewegung zu setzen, ein Spiel auszutragen. Das fängt bei der Jugend an und hört bei den Alten Herren auf.

Ärgerlich ist dieses 11:2 von Weilheim verständlicherweise für den nun auf die Relegationsspiele hoffen müssenden FC Wallbach. Der hat es während der 90 Minuten versäumt, beim 0:0 gegen den FC Wehr das Rettung bringende Tor zu schießen. Es zeugt durchaus von Größe, wenn Trainer Philipp Bayer – trotz der geballten Faust in der Tasche – die Ursache für das Scheitern zunächst in den eigenen Reihen sucht und dann erst bei der erstaunlichen Weilheimer Toreflut. Bayer weiß genau, dass dieses eine Tor bereits in den 29 Spielen zuvor hätte erzielt werden können.

29? Nein, es waren nur 28. Die Vorrunden-Partie beim TuS Efringen-Kirchen wurde nach fünf vergeblich angesetzten (!) Terminen mit 0:3 gegen den FC Wallbach gewertet, weil der Verein wegen eines internen Kommunikationsfehlers die benötigten Atteste nicht rechtzeitig vorlegte. Drei Punkte, die jetzt wertvoller denn je sind. Wäre damals gespielt und vielleicht sogar mit 1:3 verloren worden, stünde der FC Wallbach heute auf Platz zwölf...

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