Mit der Schlagzeile "Es war einmal ein Turnerball" am 6. Februar 2012 berichtete der SÜDKURIER vom 30. Turnerball, der unter dem Motto "Es war einmal" wieder einmal für eine volle Stadthalle und ein begeistertes Publikum gesorgt hatte. Dieses Jahr wäre nun der 37. Turnerball fällig gewesen. Den wird es auch geben, aber in abgespeckter Form, an einem anderen Ort, und auch nicht mehr mit Live-Musik. Trotzdem ist Gerda Gebert, Vorsitzende des Turnvereins Pfullendorf, voller Hoffnung, dass die Mäschkerle den Turnern die Treue halten. Gefeiert wird am 16. Februar, ab 20 Uhr im Gasthaus "Lamm" und statt einer Band hat man einen DJ aus Stuttgart engagiert. "Der hat die Lokalität schon in Augenschein genommen und ist total begeistert", verrät Gebert.

Ein umfangreiches Programm wie an den vorangegangenen Bällen wird es aber nicht geben. Waren 2012 noch "Wickie und die starken Männer", Zauberer, Feen und andere Märchengestalten aufgetreten, so sind kaum noch Gruppen zu finden, die sich wochenlang auf einen Auftritt vorbereiten. "Es wird immer schwieriger", macht die Vorsitzende deutlich. Schon viele Jahre habe man sich beim Gesangverein Hilfe geholt, um die Bewirtung stemmen zu können. Im Gegenzug hat man den Sangesfreunden bei ihrem Brunnenfest geholfen. Doch das Organisationsteam ist immer kleiner geworden und so hat man beschlossen, den großen Turnerball in der Stadthalle auf Eis zu legen.

Stattdessen hoffen die Verantwortlichen auf spontane Beiträge der Ballbesucher. "Jeder, der etwas aufsagen oder vorführen will, darf das tun", sagt Gerda Gebert und hofft natürlich darauf, dass das auch jemand macht. 2012 hatten die Turner der Narrenzunft Stegstrecker vorgeschlagen, doch den "Bunkie", ein stadtbekanntes Original, auf die Streckbank zu legen. Das ist bislang noch nicht geschehen. Lokalkolorit war in früheren Jahren immer ein Bestandteil des Programms und so mancher "Großkopfete" bekam da sein Fett ab. Beim verkleinerten Turnerball wäre nun eine gute Gelegenheit, dass sich auch neue Talente einmal in der Narretei versuchen. "Auf einer Bühne in einer großen Halle, das mag nicht jeder", weiß Gerda Gebert, die früher auch aufgetreten ist. Da sei das "Lamm" doch genau der richtige Ort, um seine eigenen Fähigkeiten einmal zu testen. Die TV-Chefin machte jedem Mut, es doch einmal zu versuchen. Wegen der Platzverhältnisse braucht man auch keine großen Kulissen. Einlass ist ab 19 Uhr. Dann ist noch genug Zeit, um sein Lampenfieber in den Griff zu bekommen.