Ob Lumpenball, Narrensprung oder Hemdglonker – in den kommenden Wochen stehen einige Fasnet-Festivitäten in Markdorf und Umgebung an. Doch während Umzüge und Bälle für die Besucher Spaß und Narretei versprechen, bedeutet es für die gastgebenden Vereine eine Menge Engagement sowie Organisation. Beispielsweise sind die Sicherheitsauflagen für Veranstaltungen in den vergangenen Jahren gestiegen. Auch im Bereich des Jugendschutzes und den damit verbundenen Alkohol- sowie Einlasskontrollen häuft sich die Arbeit.

Die umliegenden Narrenzünfte sind sich einig, dass das Thema Jugendschutz relevant ist und deswegen nicht aus den Augen gelassen werden darf. "Wir nehmen den Jugendschutz seit Jahren ernst und leben es in unserem Verein auch konsequent", sagt etwa Michael Finkenzeller, Vorsitzender des Ittendorfer Narrenvereins Guggenbichler. Bei der jährlichen "Guggi-Party" der Zunft dürfen ausschließlich Jugendliche ab 16 Jahren feiern. Zudem müssen Minderjährige einen Partypass abgeben und die Veranstaltung um 24 Uhr verlassen. Bei diesen Richtlinien orientiert sich der Verein am Gesetz. "Die Narrenzünfte aus dem Bodenseekreis arbeiten hier auch eng mit der Polizei zusammen", ergänzt Andreas Lamm, Zunftmeister der Narrenzunft Kluftern.

Kennzeichnung für Minderjährige

Damit die Regelungen eingehalten werden, engagiert der Narrenverein Guggenbichler bei seinen Fasnet-Partys ein externes Sicherheitsunternehmen. "Am Eingang werden die jüngeren Gäste unter 18 Jahren gesondert gekennzeichnet, damit unser Personal weiß, was es an wen ausschenken darf", erklärt Finkenzeller. Die Kosten, die mit der Organisation und Sicherheit einer solchen Veranstaltung einhergehen, seien in den vergangenen Jahren gestiegen. "Alles was die Zunft selber leisten kann, wird deswegen auch von ihr geleistet", verdeutlicht Michael Finkenzeller die Problematik.

Beim Sackball in Wittenhofen, der dieses Jahr am Samstag, 16. Februar stattfindet, gibt es für Jugendliche unter 18 Jahren verschiedenfarbige Bändchen. "Unsere Vereinsmitglieder beobachten, ob andere Besucher den Jugendlichen Alkohol geben und greifen zur Not ein", weiß Heike Hummer-Arnold. Die Zunftmeisterin der Hebsack-Geister sagt ganz klar: "Wird ein Minderjähriger erwischt, der sich nicht an die Regelung hält, muss er den Ball im Zweifel verlassen."

Besucherrückgang ist spürbar

Der Historischen Narrenzunft Markdorf bereiten die Kosten weniger Kopfschmerzen. Der Verein steht vor einer anderen Schwierigkeit. "Wir mussten dieses Jahr zwei unserer Bälle zusammenlegen, weil wir in den vergangenen Jahren deutlich den Besucherrückgang spüren", sagt Zunftmeisterin Birgit Beck gegenüber dem SÜDKURIER. Deswegen fand am vergangenen Samstag erstmals der "Firlefanz- und Narrentanz"-Ball statt – Zunft- und Bürgerball fielen aus. "Eine Veranstaltung zu planen ist deutlich weniger Aufwand als zwei", begründet Beck die Entscheidung des Vereins.

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Für diesen Ball hatte die Zunft kein Sicherheitsunternehmen beauftragt, sondern alle Aufgaben intern verteilt. Anders sieht es beim Lumpenball am Samstag, 23. Februar, aus. An diesem Abend ist ein externer Dienstleister für Sicherheit und Thema Jugendschutz zuständig. "Es gibt immer Vor- und Nachteile. Wenn wir die Sicherheitskontrollen innerhalb der Zunft machen, dann kostet es uns natürlich nichts. Der Vorteil von engagierten Unternehmen ist, dass die Leute dort eben entsprechend ausgebildet sind", erklärt die Markdorfer Zunftmeisterin.

Vereinsmitglieder helfen mit

Auf eine Kombination bei der Organisation der Sicherheitsaufgaben setzt die Deggenhauser Narrenzunft Hebsack-Geister. Dort teilen sich die Mitglieder die Aufgaben mit Externen. "Nur Securitys für diesen Abend anzustellen, wäre für uns viel zu teuer", sagt Heike Hummer-Arnold ehrlich. Auch ihr Verein merkt einen Besucherrückgang beim jährlichen Sackball, weswegen der Eintritt dort aber nicht erhöht wird. Stattdessen finden sich Hebsack-Geister mit einem geringeren Gewinn ab. "Denn wenn man beim Eintrittspreis noch teurer wird, kommt gar niemand mehr", vermutet Hummer-Arnold.

Ohne externe Dienstleister

Allein mithilfe der eigenen Mitglieder stemmt der Narrenverein Kluftern seine Fasnet-Festivitäten. "Wir bieten einen Programmabend an und am Schmotzigen Donnerstag unsere Dorffasnet. Unsere Veranstaltungen sind für ein anderes Publikum interessant, deswegen können wir das Sicherheitsbedürfnis während der Fasnet sehr gut innerhalb der Narrenzunft abdecken", sagt Andreas Lamm und blickt mit Vorfreude auf die kommenden Wochen. Neben der Klufterner Dorffasnet, dem Zunft- und Kinderball sei das große Ringtreffen am kommenden Wochenende in Friedrichshafen ein Höhepunkt: "Wir sind nicht nur beim Umzug dabei, sondern bewirten auch im Zelt der Interessengemeinschaft Häfler Narrenzünfte."