Bei all den Höhepunkten des 15. Ringtreffens vom Alemannischen Narrenrings (ANR), das die Seegockel am Wochenende in Friedrichshafen ausgerichtet haben, wurden die Fahnen von Tradition und Brauchtum mit Stolz hochgehalten. Dass die Seegockel Gastgeber waren und aus der Zeppelinstadt eine Narrenhochburg machten, hat einen Grund: Hier wurde der ANR vor 50 Jahren gegründet.

Die Zimmermänner haben am Freitag das 17 Meter lange Seewaldgehölz auf den Adenauerplatz begleitet und dort sicher in die Senkrechte gebracht.
Die Zimmermänner haben am Freitag das 17 Meter lange Seewaldgehölz auf den Adenauerplatz begleitet und dort sicher in die Senkrechte gebracht. | Bild: Andrea Fritz

Und weil die Seegockel von Anfang an dabei waren, durften sie am Freitag, hinter dem ANR-Präsidium, jenen Umzug der Gründungszünfte anführen, mit dem der Narrenbaum auf den Rathausplatz begleitet wurde. Der Kanonendonner der Bürgergarde gab hierfür und damit für das Ringtreffen den Startschuss. Die Schirmherren Oberbürgermeister Andreas Brand und Landrat Lothar Wölfle winkten mit ANR-Präsident Augustin Reichle und Zunftmeister Oliver Venus fröhlich vom Rathausbalkon, als die Zimmerleute den 17 Meter hohen Narrenbaum aus dem Seewald ins Lot brachten.

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Auf der Eventbühne im Narrendorf bereitete sich die Schäfflergesellschaft des Narrenvereins Nonnenhorn auf ihren Auftritt vor. Für die 20 Tänzer, Küfer (bayrisch Schäffler), Reifenschwinger und ihre Spaßmacher war es der erste Auftritt im Schäfflerjahr. Der Tanz entstand im 17. Jahrhundert, nach sieben Jahren Pest, als die Schäffler das Volk mit ihren Tänzen wieder auf die Straße holten. In Nonnenhorn wird der Tanz seit 1846 alle sieben Jahre getanzt.

Auch die Darbietungen der Doldä-Butzer, der Hofnarren aus Heiligenberg und der Gaugamänner aus Ulm sorgten für Begeisterung beim Brauchtumsabend. Und die Wikinger aus Neufrach spielten immer wieder tapfer gegen den aufkommenden Regen an.

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Am Samstagmorgen regnete es zwar noch immer, aber die Stimmung auf dem Narrenmarkt war prächtig.

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Die Musikkapelle Fischbach spielte auf und die Narrenbüttel schellten so ohrenbetäubend, dass Moderator Claus Möricke schon fürchtete, sie würden die Glocken der Nikolauskirche übertönen.

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Als dann noch die Karbatschen der Weltmeisterschneller "Ahuser Klöpfer" knallten, ließ der Regen nach.

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Die kleine Garde der Griesebigger aus Kressbronn, die Seegrendlkinder und die kleinen Doldä-Butzer erfreuten das Publikum.

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Kettensägeschnitzer Igor Loskutow arbeitete inzwischen unbeirrt an seinem lebensgroßen Seegockel und als sich um 14 Uhr ein kunterbunter Kinderumzug in Bewegung setzte, schien bereits die Sonne.

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Der Umzugsweg war dicht gesäumt von kleinen und großen Narrenfreunden und Mäschkerle.

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Noch mehr Zuschauer gab es nur am Abend bei der Hexenrauhnacht. Der Hexenmeister rief die mehr 1000 Hexen aus den 23 Hexengruppen der ANR-Mitgliedszünfte zu sich und die Zuschauer an den Absperrungen drängten sich in mehreren Reihen hintereinander. Die Ritter vom Fanfarenzug Brochenzell begleitete das schaurig-schöne Narrenspiel. Der Tanz der Buchhornhexen, Neideckhexen und Waldhexen gefiel dem Hexenmeister so gut, dass der befreiende Zaubertrank gebraut werden durfte.

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Als die vom Bann befreiten Hexen anschließend mit den Narrenfreunden feierten, glich das ganze Narrendorf am See einem Hexenkessel und auf der Uferpromenade ging es eng zu, wie sonst nur beim Seehasenfest. Genauso ausgelassen wie beim Seehasenfest wurde auch in den Zelten gefeiert.

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