Die Deutschen können keinen Lärm mehr machen. Die Republik ist eben ein Land der Stille geworden. Das sollte sich wenigstens für ein paar Minuten ändern. Wohlgemerkt: Sollte.

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Lange und immer wieder war es ins Land hinausposaunt worden: Heute um 11 Uhr sollte ein bundesweites Sirenen-Warnkonzert ertönen. Denn es kann ja immer mal was Schlimmes passieren. Da muss man vorbereitet sein! Brand, Chemie-Unfall, Überschwemmungen, Terrorangriff.

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Diese Szenarien hatten die Organisatoren des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) im Sinn, als sie es mal richtig krachen lassen wollten – so wie im Kalten Krieg, als Kinder aus den Klassen auf die Schulhöfe hinausliefen und von den großen Sirenen beschallt wurden. Voralarm – Hauptalarm – Entwarnung.

Schwiegen oft, trotz Warntag: Sirenen.
Schwiegen oft, trotz Warntag: Sirenen. | Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Doch wer um 11 auf die Uhr schaute, um sich rechtzeitig die Finger in die Ohren zu stecken, stellte verblüfft fest: Alles ruhig. Kein Lufthauch war zu spüren. Der Lärmschutz hat bei uns inzwischen Vorfahrt. Oder lag es daran, dass es einfach keine Sirenen mehr gibt?

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So stellte die Münchner Feuerwehr fest, dass man die Apparate schon vor Jahren abgebaut hat. Der kalte Krieg ist ja seit 20 Jahren vorbei. Aber macht nichts. Auch das moderne digitale Warnen ging total in die Hose: Die Warn-Apps Nina und Katwarn haben ebenfalls versagt. Mit einer halben Stunde Verspätung brachten sie das Smartphone in Wallung. Fazit bei dieser Art von Bevölkerungsschutz: Rette sich wer kann.