Ringen: Der Südbadische Ringerverband strebt trotz der Corona-Pandemie weiterhin den 5. September als Termin für den Start der Saison 2020 an. Das Präsidium des Südbadischen Ringerverbandes (SBRV) um den Präsidenten Martin Knosp (Urloffen) teilte den Vereinen in einem Schreiben mit, dass es nach dem jetzigem Stand beim festgelegten Datum bleibe.

Der Deutsche Ringerbund verlegte bereits vor Wochen den Starttermin der Bundesligen vorsorglich auf den 20. Oktober. Der Ringerverband in Nordrhein-Westfalen hat die Mannschaftsrunde sogar komplett abgesagt. Die Funktionäre in Südbaden und Württemberg wollen aber noch warten. „Wir setzen alles daran, dass eine Mannschaftsrunde zustande kommt. Die Gesundheit der Sportler, Betreuer und Zuschauer genießt jedoch Priorität“, betont Knosp.

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Bei den höherklassigen Ringerteams aus dem Schwarzwald gibt es allerdings wenig Hoffnung, dass die Saison Anfang September starten kann. Matthias Brenn, Trainer des Regionalligisten KSV Tennenbronn, zeigt allerdings Verständnis, dass der Verband noch abwarten möchte: „Es ist noch etwas Zeit. Ich finde auch die Absage in Nordrhein-Westfalen etwas früh. Bei mir ist zumindest noch etwas Hoffnung da“, so Brenn. Allerdings geht der Tennenbronner Coach auch davon aus, „dass es ganz, ganz schwierig ist“. Vielleicht gebe es eine Kompromisslösung, dass die Saison erst im Oktober beginnt.

Für den Trainer des Oberligisten KSK Furtwangen, Tobias Haaga, ist die Chance auf eine normale Ringer-Saison gering: „Es ist schwer vorstellbar, dass die Saison wie geplant Anfang September starten kann. Ich glaube auch, dass es ohnehin sehr schwierig wird, in diesem Jahr Kämpfe auszutragen. Ringen ist eine Vollkontaktsportart, da ist die Ansteckungsgefahr groß. Jeder Ringer müsste ja vor dem Kampf einen Test machen“, so Haaga. Auch was die Fans bei den Kämpfen betrifft, ist Haaga skeptisch. „In den meisten Ringerhallen stehen die Zuschauer dicht nebeneinander. Wir wollen ja keine Geisterkämpfe. Solange es noch keinen Impfstoff gibt, sehe ich wenig Chancen“, so Haaga weiter.

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Auch Mike Pfaff, der Vorsitzende des Verbandsligisten SV Triberg, hat nur noch geringe Hoffnung, dass die Ringer-Saison 2020 im normalen Rahmen stattfinden kann. „Wir planen aktuell zwar noch, wie wenn die Saison normal begonnen wird. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es dazu kommen wird. Die Entscheidung ist für die Funktionäre sicherlich schwer. Ich hoffe aber, dass sie bald kommt“, sagt Pfaff.

Auch das Thema Sponsoring ist für die Ringerklubs in diesen Tagen kein einfaches. „Viele kleinere Unternehmen haben es derzeit selbst sehr schwer. Da können wir nicht erwarten, dass sie uns die kommende Saison finanziell unterstützen“, sagt Mike Pfaff. Dem stimmt auch Tobias Haaga klar zu: „Zum Beispiel bei einem Restaurant, das über Wochen hinweg schließen musste, traut man sich ja gar nicht erst wegen Sponsoring anzufragen.“